Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

22. Monate will ständig an die Brust

Frage: 22. Monate will ständig an die Brust

Juli4690

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Hallo, wir haben seit Monaten ein Problem, welches mich sehr beschäftigt und ich nicht mehr weiter weiß. Ich hoffe so sehr auf Ihre Hilfe: Mein Sohn ist 22. Monate alt. Ich stille ihn wirklich gerne zum einschlafen am mittag und am Abend, ich genieße das wirklich sehr, doch seit ein paar Monaten möchte er jede halbe Stunden an meine Brust wenn ich anwesend bin. Wenn er allein bei Oma ist, kann er den ganzen Morgen oder Mittag ohne Brust auskommen. Da ich in der Öffentlichkeit ungern stille, mich dabei überhaupt nicht wohl fühle, habe ich mit ihm ausgemacht, nur noch zu Hause im Schlafzimmer zu stillen, was er auch gut verstanden hat, den er sagt immer wenn er an die Brust will "Mimi Schlafzimmer gehen". Er lässt sich nicht anders trösten als an der Brust. Was mich sehr traurig macht, weil ich doch auch anders trösten möchte, aber wenn ich ihn in den Arm nehme, schreit er panisch nach seiner mimi. Wenn mir dann unterwegs sind, ist das sehr schwer, weil ich nicht immer sofort nach Hause Rennen kann. Wie soll ich mich da Verhalten??? Ich fühle mich jedes Mal als Versagerin. Neuerdings ruft er sofort mimi wenn wir aus dem Haus gehen. Wenn wir wieder rein gehen, will er keine Mimi mehr und will zu Hause bleiben. Ich weiß dann einfach nicht wie ich mich verhalten soll??!! Auch wenn er z.b. Nicht ins Auto steigen will, ruft er mimi. Ich kann doch nicht immer zu Hause bleiben. Wenn wir feste Termine hatten, dann hab ich ihn erklärt, was wir dort hin müssen und wir wenn wir wieder zu Hause sind wieder stillen. Jedes Mal hat er geweint und sich mit nichts beruhigen lassen. Ich fühle mich dann immer so schlecht und unglücklich, weil ich ihm meine Nähe, die er ja momentan so sehr brauch, verweigere. Wie soll ich mich verhalten???? Ich weiß langsam nicht mehr wann er es wirklich möchte und was ich tun soll. Mich Macht er einfach nur total traurig. Mir fliegt zu Hause die Decke auf den Kopf, aber sobald ich mit ihm Unterwegs bin, ruft er mimi und ich fühle mich total schlecht, weil ich ihm das was er gerade so sehr brauch verweigere. Ich hoffe, Sie können unserer Problem verstehen und uns einen Rat geben. Vielen Dank für Ihr Bemühen.


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Liebe juli4690, mir fallen beim Lesen spontan zwei Dinge ins Auge: Zum einen deine Angst, zu versagen, weil dein Kind was anderes will als du. Zum anderen das Verhalten deines Sohnes, der offenbar nicht so gern so viel unterwegs ist wie du. Wichtig ist, dass du weißt, dass du keine "schlechte Mutter" bist, nur weil dein Kind mal weint, tobt oder schreit. Sein Verhalten zeigt doch nur, dass er noch keine andere Möglichkeit hat, seinen Unmut zu zeigen. Mehr ist das nicht: Nur ein Ausdruck seiner Meinung. Und die darf er doch haben, oder nicht? Auch wenn sie anders ist? Und du musst deshalb nicht DEINE Meinung ändern. Denn du hast dir ja genau überlegt, warum du etwas verändern willst. Wenn dein Kleiner also deine Brust will, und du magst ihn nicht stillen, dann darf er darüber ärgerlich werden, und du kannst ihm das zugestehen, und trotzdem zu deinem NEIN stehen! Denn du weißt ja im Grunde, dass er eben NICHT wirklich am Ende ist, wenn sein Stillwunsch nicht immer befriedigt werden kann. Also brauchst du dich wirklich dafür nicht schlecht oder schuldig fühlen!! Vielleicht magst du dich ja einer Stillgruppe anschließen, wo du dich von anderen Müttern unterstützt fühlen kannst und durch eine einfühlsame Stillberaterin selbst gut betreut fühlst? Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß, Kristina


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