Mitglied inaktiv
Hallo! Wir haben lange gestillt und es bisher auch beide genossen. Inzwischen bin ich nun aber bei dem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr möchte. Zur aufkommenden Ungeduld u.a. kommt nun auch noch hinzu, dass meine Tage zurückgekehrt sind, so stark und schmerzhaft, dass ich wieder zur ursprünglichen Pille greifen möchte. Wir haben das Stillen inzwischen schon so weit reduziert, dass sie es derzeit nur noch am Mittag und am Abend zum einschlafen braucht, gegen 5h einmal zum weiterschlafen, und ganz ausgiebig morgens zum wachkuscheln. Seit ein paar Tagen versuche ich, die Zeiten zu verkürzen, was größtenteils auch gut klappt. Ich bin ganz froh, dass sie ein wenig mit sich reden lässt, und es nicht, wie im vorangegangenen Versuch in hysterischem Gebrüll endet. Ich mag es überhaupt nicht haben, wenn sie mir dann an den Klamotten zerrt - aber ich denke, das hat sie auch schon ganz gut verstanden. Aber: wie gehe ich nun weiter vor? Was ist der letzte Schritt? Wie können wir möglichst sanft ganz aufhören? Es ist wirklich lange gereift und gut überlegt, ich möchte nicht mehr. Ich hatte gehofft, sie hört von sich aus auf bis sie spätestens 2 ist, aber daran glaube ich langsam nicht mehr. Was kann ich weiter tun, um in etwa einem Monat damit durch zu sein? Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe, LG Jools
Kristina Wrede
Liebe Jools, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer noch weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Sie schreiben, dass das Wachkuscheln ganz wichtig ist, vielleicht würde es ja helfen, wenn Sie gleich aufstehen und Ihr Kind so ablenken. Vielleicht ist es aber für Ihr Kind leichter, wenn Sie diese letzte Stillmahlzeit bis zum Schluss aufheben und nachts beginnen. Eine Möglichkeit ist es dann dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer noch kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Herzlichen Gruß, Kristina
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