Lexroederer
Hallo! Mein Sohn ist 15 Monate alt, isst tagsüber sehr schlecht - egal ob Muttermilch oder normales Essen. Letzteres mag er zurzeit fast gar nicht, egal was und wie oft ich es anbiete. Nachts haut er sich indes den Bauch voll. Es handelt sich nicht um eine Phase, das geht seit sicher vier bis fünf Monaten so. Nachts trinkt er ordentlich, kommt in 10-12 Stunden zwischen acht und 18 (!) Mal. Ich habe ihm nachts schon Wasser angeboten, das Geschrei war groß. Wie bekomme ich ihn dazu, tagsüber zu essen und nachts zu schlafen? Bin sehr müde. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank!
Kristina Wrede
Liebe Lexroederer, ich kann deine Verzweiflung gut verstehen, doch es ist sehr schwer, solch ein Grundmuster zu durchbrechen. Du kannst ihn ja nicht zwingen, tagsüber zu essen, wenn es gar nicht möchte. Mit 15 Monaten sollte eine Stillpause in der Nacht vielleicht machbar werden. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr euch im klaren darüber sein, dass er das nicht lustig finden wird. Es ist also natürlich, dass er weinen und wüten wird. Wenn ihr ihmdas zugestehen könnt, sollte es mit der Stillpause klappen. Du hörst aber schon heraus, dass das nicht zwangsläufig eine Zeit sein wird, in der du gut schlafen kannst. Zumindest nicht in den ersten 1 bis 2 Nächten. Vielleicht möchtest du es trotzdem ausprobieren, darum schreibe ich dir hier, wie das aussehen kann. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird (sie verstehen es auch dann, wenn wir denken, sie seien noch viel zu klein um zu begreifen, was los ist!), und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die stillfreie Zeit allmählich länger, und du findest Schritt für Schritt mehr Ruhe in der Nacht. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der stillfreien Zeit einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du die stillfreie Zeit nicht zu lang ausdehnen solltest pro Nacht, oder vielleicht doch noch ein bisschen warten und durchhalten solltest. Vielleicht helfen auch die folgenden Tipps: Vielleicht helfen diese Tipps: • nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. • Eine Möglichkeit für die Nacht ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. • Schau nach vorne. Die anstrengende Zeit wird vorübergehen. Auch dein Kind wird älter und reifer werden und nicht mehr soooo viel Aufmerksamkeit brauchen. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese „gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken und auch zu einem ruhigen Gespräch und Nähe mit deinem Mann. Vergiss dich selbst nicht: Gönne dir etwas Gutes, dann lassen sich so anstrengende Phasen leichter überstehen. Lieben Gruß, Kristina
LooRelai
Als meine Tochter 18 Monate alt war habe ich es genauso gemacht wie hier beschrieben wurde. Die erste Nacht war sie stinksauer auf mich!!! Sie hat geweint und geschrien. Wollte keinen Schnuller und kein Wasser. Ich habe sie getröstet uMd gekuschelt. Ich glaube das wichtigste ist das du ganz klar bist und dir ganz sicher!!! Wenn du nur ein bisschen unsicher bist klappt es nicht. Meine Tochter kam auch mindestens stündlich. Die erste Nacht war anstrengend. Auch wenn sie eingeschlafen ist war sie kurz darauf wieder weinend wach. Am Tag war sie als wäre nichts passiert!! In der zweiten Nacht hat sie nochmal geweint und danach gefragt aber als ich beim Nein blieb war es ok. Sie hat unglaubliche 4 Stunden geschlafen!!!! Und in der 3. Nacht war sie nur 2 mal wach. Ohne weinen..Sie wollte nur meine Hand. Ich habe sie dann zum einschlafen, gegen 22 Uhr und morgens ab 5 wieder gestillt. Sie hat sich dann aber 2 Monate später von alleine abgestillt. Ich wünsche euch alles Gute :)
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