egomeimihi0
Hallo, mein Kind wird bald 12 Mo alt, ich wollte eigentlich stillen, bis er von selbst aufhören möchte.. Leider hab ich aber seit ein paar Wochen immer wieder starke Schmerzen in der Brust, va auf einer Seite. Ich stille nur mehr in der Früh und manchmal nach dem Abendessen. Das Kind saugt gut wie immer, verwendet aber seine mittlerweile sehr kräftigen Armmuskeln, um die Brust zu bearbeiten, er drückt sie weg und zieht dabei die Brustwarze total in die Länge. Dazu zwickt er auch noch mit Pinzettengriff, haha, neue Fähigkeit, muß ich gleich beim Aufwachen wieder testen ;-) Ich hatte auch schon eine beginnende Brustentzündung, weil ich die schmerzende linke Seite nicht mehr besaugen lassen wollte.. und mal einen Tag nur rechts verwendet habe. Da gäbs natürlich wieder das Theater mit der Milchpumpe, die ich mir wg. Milchstau im 3. Monat zugelegt hab. Die Schmerzen sind wie Ameisenbisse, nicht direkt an der Oberfläche, sondern so ca 2-3 gefühlte cm im Inneren der Brust. Das war gestern z.B. so stark, daß ich 2 Stunden nicht schlafen konnte, weils immer wieder kam. Ich hatte das schon mal rund ums 4. Monat, da mußte ich einfach durch. Mir wurde Magnesium geraten und Wärme auflegen beim stillen... Aber jetzt?! Sohn braucht doch keine Muttermilch mehr, er könnte auch schon Kuhmilch bekommen, oder? Gibts das auch - ich stille mich ab, indem ich meine Mutter vertreibe?! Bitte um Hilfe, bin total im Zwiespalt - hab ihn doch auch soo lieb und möcht ihn nicht einfach so von seiner Milchquelle lösen!
Liebe egomeimihi0, Sie müssen sich nicht quälen lassen! Sie können beim Abgewöhnen dieser Angewohnheit ähnlich vorgehen, wie bei einem Kind, das beim Stillen beißt. Erklären Sie Ihrem Kind zunächst, dass es damit aufhören soll. Beim nächsten Mal, wenn er zu zwicken beginnt, nehmen Sie seine Hände, sagen „nein" und halten seine Hände vielleicht auch fest. Hilft das alleine noch nicht, können Sie Ihren Sohn in Verbindung mit einer Erklärung, dass Sie das keineswegs lustig finden ein Stück von sich wegrücken oder Sie stehen auf. Mit liebevoller Konsequenz werden Sie Ihrem Kleinen diese Angewohnheit abgewöhnen können. Um einen Milchstau oder eine Brustentzündung in ihren Anfängen zu überwinden oder um zu verhüten, dass sich ein Milchstau zu einer Brustentzündung entwickelt, sollte sich die Mutter ein bis zwei Tage mit ihrem Baby ins Bett legen, um sich auszuruhen und sich zu erholen. Idealerweise sollte ihr jemand während dieser Zeit die Hausarbeit ganz abnehmen. Ruhe für die Mutter ist mit das Wichtigste bei der Behandlung einer Brustentzündung. Vor jedem Stillen sollte feuchte Wärme auf die Brust einwirken. Ist das Stillen schmerzhaft, kann zuerst an der nicht betroffenen Seite und nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes an der kranken Brust gestillt werden, und zwar solange, bis die Brust wieder weicher wird. Die Stillmahlzeit sollte dann an der ersten Brust beendet werden. Manche Frauen empfinden auch Quarkwickel als angenehm. (Bitte darauf achten die Brustwarze und den Brustwarzenhof beim Anlegen eines Quarkwickels auszusparen). Es gibt Frauen, die auf Quark allergisch reagieren, dann sollten keine Quarkwickel gemacht werden. Du kannst die Brust auch mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Waschlappen gepackt werden kühlen. Um eine gestaute Stelle zu entleeren, sollte jede Stillmahlzeit auf der betroffenen Seite beginnen, bis der Knoten und die Schmerzen vergangen sind. Es sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden anlgelegt werden und dabei das Baby so gehalten werden, dass sein Kinn gegen die schmerzende Stelle gerichtet ist (erfordert manchmal etwas Akrobatik). Die Milch wird auf diese Weise besser herausgesogen und dadurch löst sich die Blockierung besser. Sanfte Massage kurz vor oder während des Stillens kann ebenfalls hilfreich sein. Häufiges Stillen (oder abpumpen) rund um die Uhr ist nötig, damit die Milch in der erkrankten Brust am Fließen gehalten wird. Stechende Schmerzen können auf eine Soorinfektion hindeuten. Mögliche Symptome für eine Soorinfektion bei der Mutter sind: • starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die seit der Geburt auftreten, während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und durch verbesserte Stillpositionen und Anlegetechniken nicht gelindert werden können, • plötzlich einsetzende Schmerzen der Brustwarzen und/oder Brust nach Ablauf der Neugeborenenperiode, • juckende oder brennende Brustwarzen, die rosa oder rot, glänzend und fleckig aussehen und/oder mit einem Ausschlag aus kleinen Bläschen bedeckt sind, • offene Brustwarzen, • stechende Schmerzen in der Brust während oder nach dem Stillen, • schmerzende Brustwarzen und/oder Brüste bei korrektem Gebrauch einer vollautomatischen elektrischen Milchpumpe, • Infektionen der Scheide mit Hefepilzen (Monilia). Natürlich können Sie auch abstillen, wenn Sie das möchten, allerdings müssen Sie es nicht, die Probleme können auch gelöst werden ;-). Weitere gezielte Hilfe kann Ihnen eine Stillberaterin vor Ort im direkten Gespräch geben. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus. Liebe Grüße, Biggi Welter
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