eugenia83
Sehr geehrtes Team, ich hab eine frage und brauche ein rat. Meine Nichte(11 monate 2 wochen) wachts nachts jeder stunde, manchmal komm es auch vor, das sie jeder halbe stunde aufwacht und will gestillt werden. auch tags über wenn die mutter sie fütter, ißt sie nur soviel das sie danach noch die brust möchte.wenn sie bei dem vater ißt oder oma, ißt sie sich satt. wenn die mutter ihr keine brust gibt, dann weint sie.und wenn die mutter sitzt dann krabbelt sie auf ihren schoß und versucht ihr die bluse oder pulli hoch zuziehen um an die brust zu kommen. zum essen muß ich sagen ist sie schon an die familienkost gewohnt. sie nimmt auch kein schnuller. sie haben jetzt tags über versucht mit der flasche die brust zu ersetzen. es klappt einigermaßen. aber von der milch trinkt sie nur 100ml und das in zwei durchgängen. ein mal 50ml, dann spielt sie ein wenig und dann trinkt sie den rest. jetzt wissen sie nicht mehr weiter. wie sollen sie vor gehen? wie kann man sie von der brust abgewöhnen? vielen dank im vorraus
Liebe eugenia83, im gesamten ersten Lebensjahr sollte der Begriff „BEI Kost“ wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der Beikost vom Kind besser verwertet werden können. Mit zunehmendem Alter werden die Mengen an Beikost von alleine größer und die Muttermilch tritt zunehmend zurück. Im Idealfall ist dies ein allmählich verlaufender Prozess, der nicht viel Steuerung braucht. Will die Mutter denn abstillen? Wenn ja, kann sie so weitermachen und anfangs noch Säuglingsmilch anbieten. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Hätte ich eines, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und damit einen Bestseller landen, an dem sich gut verdienen ließe. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte“ von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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