Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Welche Auswirkungen hat ein Polyhydramnion hinsichtlich der Geburt?

Frage: Welche Auswirkungen hat ein Polyhydramnion hinsichtlich der Geburt?

Mama1315

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Lieber Dr Bluni, Um mein Problem zu schildern, muss ich etwas weiter ausholen. Ich bin derzeit in der 37. Woche schwanger mit meinem zweiten Kind. Seit der 27. SSW wurde bei mir eine erhöhte Fruchtwassermenge festgestellt, welche bei mir Kurzatmigkeit verursacht. Der in der selben Woche durchgeführte OGTT mit 75 g Glukose fiel negativ aus (Nüchternwert: 86 mg/dl, Wert nach 1 Std.: 155 mg/dl, Wert nach 2 Std.: 131 mg/dl). Meine Gynäkologin konnte zwar keinerlei weitere Auffälligkeiten im Ultraschall entdecken, überwies mich aber zur Sicherheit an einen Spezialisten, der in der 32. SSW einen Organultraschall meines Babys und eine Dopplersonographie durchführte. Der Arzt stellte ein relativ hohes Gewicht des Babys fest (seine Schätzung lag bei etwa 1900 g) und bescheinigte mir auch weiterhin eine erhöhte Fruchtwassermenge, schloss aber anhand seiner Untersuchungsergebnisse eine Fehlbildung des Babys oder der Nabelschnur aus. Meine Fruchtwassermenge hat sich seitdem nicht verringert. In der vergangenen Woche, also der 36. SSW, suchte ich die Klinik, in der ich entbinden möchte, auf, um (wie von der Klinik gewünscht) vorab alle Papiere auszufüllen. Dort wurde zunächst ein CTG geschrieben, danach erfolgte ein weiterer Ultraschall. Die untersuchende Ärztin teilte mir mit, dass mein Fruchtwasserindex bei 27 cm läge und das Baby zwar hinsichtlich Kopf und Femurlänge zeitgerecht entwickelt sei, aber einen abnorm großen Bauchumfang hätte und sein Gewicht laut der Messungen bereits bei ca. 3400 g läge. Ich solle mich darauf einstellen, dass die Geburt ggf vorzeitig eingeleitet oder sogar ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss, damit das Kind nicht auf ein Gewicht von mehr als 4000 g komme. Möglicherweise läge bei mir doch ein Schwangerschaftsdiabetes vor, was sie gern stationär überprüfen würden. Ich besprach das am folgenden Tag mit meiner Gynäkologin, die mir wiederum davon abriet, mich stationär aufnehmen zu lassen, da man nun ohnehin nichts mehr unternehmen könne, um einen eventuell vorliegenden Diabetes jetzt noch einzudämmen. Sie führte einen weiteren Ultraschall durch mit folgenden Daten: BPD 9,5 FOD 11,1 THQ 10,9 THAP 10,6 FL 6,9 und schätzte das Gewicht des Babys auf ca 3500 g. Bei meinem ersten Kind waren die Daten recht ähnlich, hier hieß es allerdings immer, die Fruchtwassermenge sei in der oberen Norm (einen Fruchtwasserindex kann ich Ihnen leider nicht nennen) und das Kind groß und schwer. (In der 37.SSW lagen seine Daten bei BPD 9,6 FOD 11,5 THQ 9,8 THAP 9,6 FL7,4) Mein Sohn kam dann vor zwei Jahren in der 39.SSW mit 53 cm und 4100 g nach einem vorzeitigen Blasensprung auf natürlichem Weg zur Welt. Die Geburt war sehr anstrengend, da er als sogenannter Sternengucker im Geburtskanal immer wieder zurück „rutschte“ und erst nach einem Dammschnitt und einer von oben auf meinen Bauch drückenden Ärztin nach insgesamt 25 Stunden das Licht der Welt erblickte. Dennoch würde ich bei meinem zweiten Kind gerne versuchen, der Natur ihren Lauf zu lassen und das Kind auf „normalem“ Wege zu entbinden. Nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Ist es aufgrund der geschilderten Daten sinnvoll, die Geburt einleiten zu lassen? Bislang dreht sich das Baby in meinem Bauch dank der hohen Fruchtwassermenge ständig, mal liegt es in 1. oder 2. SL, mal in BEL, manchmal sogar in QL. Oder wird es Ihrer Einschätzung nach sogar auf einen Kaiserschnitt hinaus laufen müssen? Muss ich entgegen aller Untersuchungsergebnisse damit rechnen, dass mein Baby in irgendeiner Weise krank ist/ eine Fehlbildung hat? Bestehen für mich und/ oder das Kind besondere Risiken, auf die ich jetzt noch Einfluss nehmen könnte? Ich bin zur Zeit sehr verunsichert. Herzliche Grüße Mama1315


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, 1. zunächst einmal geht es darum, eine mögliche Ursache einer deutlich erhöhten Fruchtwassermenge abzuklären. Dabei werden wir primär entweder an einen Schwangerschaftsdiabetes, an eine mütterliche Infektion oder kindliche Ursachen denken. 2. der Schwangerschaftsdiabetes sollte im Zweifel immer durch den Diabetologen unter standardisierten Laborbedingungen und nicht in der Frauenarztpraxis mit einem Blutzuckermessgerät durchgeführt werden. Denn nur diese Methode ist in dem Fall Invalide. 3. der Ausschluss einer möglichen Infektion ist eigentlich jedem Arzt vor Ort bekannt. Dabei werden wir nach ganz bestimmten Viruserkrankungen suchen. 4. des Weiteren kommt es dann auf den Ultraschall des Spezialisten für pränatale Diagnostik an und in jedem Fall macht es Sinn, hier dann auch immer ein Perinatalzentrum hinzuzuziehen. Die zeitnahe Einstellung eines möglichen Schwangerschaftsdiabetes ist sicherlich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft sinnvoll und erst nach entsprechender Klärung (wie beschrieben ) steht dann die Frage der Entbindung an. VB


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