CLIA_82
Hallo Frau Klinkenberg, ich hatte Ihnen vor ein paar Wochen schon einmal geschrieben und erzählt, dass mein Sohn immer beim Füttern schreit. Ihre Tipps habe ich ausprobiert und bin entspannter ans Füttern gegangen. Gegessen hat er trotzdem maximal ein halbes Gläschen. Den Reflux habe ich überprüfen lassen, negativ. Seit ein paar Tagen verweigert er jedoch nach dem 2. oder 3. Löffel komplett den Brei. Er schreit mit zusammen gekniffenem Mund. Er will wohl vermeiden, dass dadurch etwas in den Mund geschoben wird. (Nun, das hab ich jetzt davon, dass ich das eine zeitlang gemacht habe...) Ich gebe ihm jetzt nur noch die Flasche, weil er wirklich jegliches Essen verweigert. Ich habe ihm auch schon Brotstücke (ohne Kruste), eine Nudel, Kartoffel, weiches Gemüse gegeben. Begeistert war er nicht, obwohl er immer unser Essen haben möchte. Reicht ihm die Milch erstmal?? Er trinkt 4 Mal am Tag ca. 200 ml Hipp Bio 1. Und etwa 50-100ml Wasser am Tag. Nachts stille ich noch 1-2 Mal, wobei das eher ein kurzes Nuckeln ist und er dann weiter schläft. Ich würde dann in ein paar Wochen einen neuen Versuch mit dem Brei starten. Und noch eine Frage zu meiner Tochter, 2 J.: Sie isst abends kaum etwas. Kein Brot o.ä., nur Wurst, Lachs, mal einen Joghurt, selten einen Kakao (Milch trinkt sie nicht pur). Reicht das am Abend?? Griesbrei oder so etwas möchte sie auch nicht essen. Und wieviel Milch und Wasser sollte sie am Tag trinken? Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe!! Clia
Veronika Klinkenberg
Liebe Clia, schön wieder von Ihnen zu hören. Ich kann mich gut an Sie und Ihr Söhnchen erinnern. Es ist doch schon eine Erleichterung zu wissen, dass hinter dem Schreien keine Reflux-Erkrankung steckt. Freuen Sie sich. Zwang, Druck und verschiedene Tricks führen zu nichts, da stimme ich Ihnen zu. Es ist schon möglich, dass Ihr Kleiner mit dem Essen schlechte Erfahrungen, die er damit gemacht hat, verbindet. Dann braucht es oft etwas Zeit und Feingefühl, bis wieder Vertrauen aufgebaut ist. Bei Ihrem kleinen Schatz sieht es mir aber auch ganz nach einem Kind aus, das möglichst alles selber machen möchte. Bewahren Sie Ruhe und Geduld, das wird. Eine kurze Pause ist gut, so kann der Kleine die schlechten Erfahrungen vergessen. Da Ihr Kind ganz offensichtlich begeistert vom Essen der Erwachsenen ist, sehe ich hier einen großen Lichtblick. Geben Sie ihm, wann immer er möchte, sehr weich gekochte Gemüsestückchen als Fingerfood. In kurzer Zeit dürfen es dann gut verträgliche Beilagen wie z.B. Nudeln sein. Nun zu Ihrer Großen. Auch hier ist es nicht untypisch dass sich Kinder das Beliebteste herauspicken und sich zu wahren Trennköstlern entwickeln. Bieten Sie ihr immer eine Auswahl an. Versuchen Sie es auch mit weichem Brot mit einem Belag, den man nicht so einfach entfernen kann (Brotaufstrich aus Frischkäse und/ oder HiPP Fleischzubereitungen). Eine Tasse Kakao oder eine Joghurtspeise sind ebenfalls ein gesunder Bestandteil einer Abendmahlzeit. Wichtig ist dass der Gesamttagesspeiseplan einigermaßen stimmt. An Milch und Milchprodukten sollte ein Kind mit zwei Jahren etwa 300ml/ g pro Tag bekommen. Ein schönes Wochenende Veronika Klinkenberg
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