Frage im Expertenforum Beziehungsprobleme an Xenia Bukowsky:

Nachtrag, Tochter 16 und ihr Freund 18

Frage: Nachtrag, Tochter 16 und ihr Freund 18

Ausa2219

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Hallo,  erstmal möchte ich mich aus tiefstem Herzen ganz doll bedanken für die schnelle und sehr hilfreiche Beratung.  Es tat gut zu wissen,  dass unser Problem tatsächlich ernst zu nehmen ist und keineswegs als übertrieben gilt. Meine tochter ist nach wie vor mit ihrem Freund zusammen und möchte sich auch nicht so schnell von ihm aus tiefster Liebe trennen. Sie meinte wortwörtlich,  dass es nicht so einfach sei und beide eine tiefe Verbindung zueinander haben,  sich auch lange kennen usw.  Es wird täglich Kontakt gehalten,  telefoniert usw. aber wir machen uns große Sorgen da wir merken wie sich die Enttäuschungen anhäufen. Natürlich haben wir ihr nie gesagt,  dass sie es beenden soll, jedoch haben wir ihr erklärt,  dass diese Art von Beziehung sich nicht gesund anhört. Zwar akzeptiert er so langsam,  dass sie auch mal raus möchte aber wenn sie sich nicht regelmäßig meldet geht das wieder los mit Bildern wie sie schläft zu fordern da sie hat so süß aussieht im schlaf oder gefragt wird wo sie ist und ihn ignoriert.  Meine tochter hat auch 2 gute Klassenkameraden mit denen sie sich trifft zum lernen oder zum sport und alles rein freundschaftlich,  sagt sie. Teilweise kann ich es ehrlich gesagt nicht ganz einschätzen ob einer der beiden Gefühle aufgebaut hat da sie zu dritt oft telefonieren und sie oft eingeladen wird zum Essen oder begleitet wird zu Terminen. Aber mir ist aufgefallen,  dass sie mehr Zeit mit den anderen verbringt als mit ihrem Freund.  Er kommt 1 mal die Woche zu uns, plant keine Dates auswärts,  kein Kino ect weil er ja das alles nicht mag und zu valentinstag gab es um.ehrlich zu sein einen mini ,,Strauß" mit paar Blüten dran und einem deko Herz. Es geht meiner Tochter und uns ehrlich nicht um den Wert eines Geschenkes aber das war wirklich ohne Mühe für den valentinstag im Vergleich zu dem was ihre Freundinnen bekommen haben  und er ist auch finanziell zu den anderen sehr wohlhabend also hätte er tatsächlich etwas planen können was auch mit mühe zu tun hat bsp im Blumenladen vorbestellen....Mittlerweile kommt es sowieso so rüber als würde er groß reden was er meiner Tochter alles holen möchte aber seine Taten zeigen was ganz anderes denn ein persönlicher Brief aus tiefstem herzen wäre mehr wert. Außerdem hat sie immernoch nicht die Eltern kennengelernt und der Vater weiß es auch weiterhin nicht.  Wir haben am Samstag ein Gespräch mit ihr geführt und sie ist tatsächlich enttäuscht von ihm. Sie meinte zumal,  dass es ihr unangenehm ist wenn wir mit ihr reden da sie sich nicht öffnen kann aufgrund ihres Wesens. Sie sei anscheinend nicht dafür gemacht alles zu sagen bsp ob er schon ich liebe dich gesagt hat usw. Daraufhin machte ich mir Sorgen und dachte automatisch an unserer erzieherisches versagen. Haben wir ihr wenig zugehört? Zu wenig Liebe gegeben? Waren wir nicht genug da emotional als auch physisch usw.....Daraufhin dachte ich mal mit ihr in eine Therapie zu gehen,  denn wenn sie sich nicht öffnen kann, dann wird ihr Freund auch weiterhin so mies handeln. Wäre das vielleicht ein Ansatz? Hinzu kommt,  dass sie auch nach unserem fragen welche Absicht der freund mit ihr hat meinte , dass es ihr zu kitschig sei es zu äußern und sie nicht darüber reden will, aber sagen kann es ist ihm.sehr sehr ernst und  er redet immernoch übers heiraten auch bevor beide zusammen kamen meinte er zu meiner jüngsten Tochter dass er die große heiraten will.  Neulich wollte er sogar von meiner nichte und jüngsten Tochter wissen wo seine Frau ( meine Tochter) sei.... Und am Wochenende an Fasching wurde sie wieder gefilmt wie sie und eine Freundin mit einem Klassenkameraden spricht.  Ich bin wortwörtlich verärgert über die Aktionen und Verhaltensmuster vom freund und auch in ihrem Umfeld, das geht definitiv zu weit.  Er unternimmt nix aus Bequemlichkeit mit ihr, verheimlicht sie weiter hor dem Vater weil er mit ihm nicht zurecht kommt und anstrengend ist möchte sie aber nur für sich und immer wissen lassen wo sie sich aufhält egal mit welchen Mitteln.  Meine tochter muss langsam aufwachen und mit ihrem Freund sprechen. Oder sollten wir evtl mit ihm sprechen und sie auch für Ihre Entwicklung für die Zukunft in Therapie schicken? Liebe Grüße und danke nochmal 


Xenia Bukowsky

Xenia Bukowsky

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Hallo Ausa,  vielen Dank für deine Rückmeldung. Es freut uns, dass das erste Gespräch mit eurer Tochter etwas bewegt hat und sie ihre Enttäuschung äußern konnte. Das ist ein wichtiger erster Schritt.  Es klingt so, als würde eure Tochter zunehmend mehr äußern, dass ihr trotz der Verbundenheit etwas fehle. Das ist gut. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sie das Tempo selbst bestimmt. Dass sie sich euch gegenüber nicht vollständig öffnen kann, ist bei Jugendlichen sehr häufig und kein Zeichen eures erzieherischen Versagens. Viele Jugendliche trennen bewusst zwischen dem, was sie mit Eltern, und dem, was sie mit Gleichaltrigen teilen. Das ist eine normale Entwicklungsphase. Ihr seid offensichtlich präsent, aufmerksam und offen, das ist das Wichtigste.  Eine Therapie sollte die Person, die die Therapie macht, wollen. Kinder in eine Therapie zu schicken, weil Eltern ein Problem sehen, auf das aufmerksam gemacht werden soll, kann zur Zunahme der Distanz führen. In den ersten Beziehungen müssen junge Menschen auch viel über sich und ihre eigenen Bedürfnisse lernen. Dafür kann auch eine Therapie sehr hilfreich sein, aber nur, wenn hinter der Therapie steht, dass sie sich besser kennenlernt und gestärkt wird und nicht, um sie in Richtung Trennung zu lenken – das würde vermutlich eher das Gegenteil bewirken.  Die Verhaltensweisen des Freundes können weiter kritisch betrachtet werden. Besonders wichtig: Jemanden heimlich zu filmen, ist in Deutschland rechtlich nicht erlaubt. Das Anfertigen von Bildaufnahmen ohne Einwilligung der gefilmten Person kann eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild darstellen (§ 201a StGB). Das ist eine klare Grenzüberschreitung.  Es könnte hilfreich sein, mit eurer Tochter konkret über einzelne Verhaltensweisen zu sprechen. Sprecht nicht über den Freund als Person, sondern über das, was er tut:  > Heimliches Filmen ist nicht erlaubt und kein Liebesbeweis  > Ständige Kontrolle des Aufenthaltsortes ist kein Ausdruck von Fürsorge  > Andere Familienmitglieder auszufragen ist eine Grenzüberschreitung  > Sie als "seine Frau" zu bezeichnen, kann auf einen Besitzanspruch hindeuten    Ob ihr direkt mit ihm sprechen solltet, hängt davon ab, wie eure Tochter das einschätzt. Tut das nur mit ihrer Zustimmung, sonst könnte sie das Gefühl bekommen, dass ihr über sie hinweg entscheidet. Es könnte sie weiter in die Defensive treiben. Ihr Vertrauen in euch ist das Wichtigste, das ihr gerade habt.  Wir wünschen euch viel Kraft  Xenia und Leonie


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