Frage im Expertenforum Beziehungsprobleme an Leonie Traub:

Kind ist auffällig

Frage: Kind ist auffällig

sumsum

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Ichcwriss einfach nicht mehr weiter . Irgendwie helfen alle Hilfestellungen bisher nicht. Mein Sohn (6j)istseit geraumer Zeit auffällig. Grenzen waren schon immer schwierig,seine Wutanfälle als Kleinkind haben mich wirklich auch geprägt,weil sie wirklich heftig waren und ich völlig verzweifelt bin. Naja, irgendwie habe ich es hinbekommen auch Grenzen zu setzten. Seit einigerzeit ärgert und verletzt andere Kinder. Kita meinte mal,dass es mit dem Auszug des Vater so richtig brginnrn hatte. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Der Vater hat eine neue Freundin,sagt aber nicht klar und deutlich,was die ist und der kleine fragt häufig nach unserer Beziehung bzw. das wir wieder zusammenkommen,ich bin diesbezüglich klar und habe auch immer kommuniziert,dass wir nicht mehr zusakommmen. Kürzlich habe ich den Kindern auch gesagt,dass die "Freundin" auch die neue Partnerin ist.weil es immer wieder diesbezüglich zu unangenehmen Situationen kam. Neu hinzukommt und verstörend wird, ist die Krebs Erkrankung des Vater. Auch hier hat er wochenlang nur wage Aussagen gemacht,obwohl es mittlerweile auch sichtlich ist,dass er krank ist. Also musste ich wieder die Kinder informieren. Da ich selbst kürzend Krankenhaus musste ,habe ich gute Erfahrungen mit Ehrlichkeit und Offenheit gemacht. Führt aber auch zu mehr Angst,obwohl ich versuche ihn und seine Schwester aufzufangen. Sein Verhalten wird immer schlimmer. Er schlägt sich jetzt mich. Ich habe ihn dann festegehalten,hatte ich irgendwo gelesen. Da er immer wieder esksliertvisz dies nicht fsonderluch sanft möglich. Er läuft mir aber hinterher und hört nicht auf,beißt dann auch beim Festhalten. Er schubst oft aus dem nichts von hinten . Ich weiß echt nicht mehr weiter. Was muss ich tun um ihm die ganze leichter zu machen bzw. was fehlt ihm? Evtl. auch wichtig, ist,dass ich mehrfach bzgl adhs angesprochen wurde von andern Eltern hauptsächlich. Kita meinte,dass er Schwierigkeiten habe mit konzentration und stillsitzen etc,aber er auch Kompetenzen hat,die nicht so passen(kann bspw als einziges Kind eine Geschichte komplett wieder) ich persönlich finde ihn recht pfiffig, er hat aber auch sprachlich Probleme (R, und Grammatik teilweise,gleichzeitig hat er einen großen Wortschatz trotz late talker und bei der schulsnmrldung wurde uns gesagt,dass sie das kaum glauben können,sie haben eher den Eindruck mit einem 8 j. Zu reden.  Haben sie Tipps,wie ich mit den aggressiven Verhalten umgehen soll ohne ihm zu schaden bzw was ich tun kann um ihm bei der ganzen emotionalen Situation zu helfen?bzw. wie reagiere ich beim schubsen von hinten ?Beratungsstelle hatte ich jetzt auch schon kontaktiert,aber due Termine dauern ewig


Leonie Traub

Leonie Traub

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Hallo Sumsum,  schön, dass du uns schreibst. Du bist schon viele wichtige Schritte gegangen und hast viel erreicht. Auch wenn Termine bei Beratungsstellen oft erst spät wahrgenommen werden können, ist es großartig, dass du externe Hilfe suchst und in Anspruch nehmen möchtest.   Du übernimmst viel in eurer Familienkonstellation. Themen wie die Krankheit oder neue Beziehung deines Ex-Mannes, die eigentlich in seiner Verantwortung liegen, besprichst du mit euren Kindern. Es ist wichtig, klar und offen zu kommunizieren und mit Kindern möglichst ehrlich zu sein. Es ist gut, dass du für die Kinder einspringst, wenn dein Mann sich aus der Verantwortung zieht. Es ist schön zu lesen, dass du dir Zeit für deine Kinder nimmst und ihnen auf Augenhöhe erklärst, was sie belastet. Du machst das gut!   Langfristig kann dies aber eine starke Belastung für dich sein. Denn ihr seid beide die Elternteile und beide für das Wohl eurer Kinder zuständig. Leider ist es aber ein häufiges Muster, dass Mütter die Erziehungs- und Fürsorgearbeit allein leisten. Bei ungeklärte Sorgerechtsfragen oder einem gemeinsamen Sorgerecht kann es auch die Hilfeprozesse erheblich erschweren, weil immer eine Absprache notwendig ist. Ein nicht kooperierendes Elternteil stellt sich dann als eine große Bremse heraus. Habt ihr eine Regelung bereits getroffen? Kannst du Termine bei Ärzt*innen und Psycholog*innen für dein Kind vereinbaren? Wenn Absprachen zwischen euch schwierig sind, kann eine Familienberatungsstelle hilfreich sein. Die Angebote sind meistens kostenlos und anonym. Hier könnt ihr nach Anlaufstellen in eurer Nähe suchen: https://www.dajeb.de/beratungsfuehrer-online/beratung-in-ihrer-naehe/.   In Phasen, in denen Kinder Sicherheit durch ihre Eltern benötigen, ist das intransparente Verhalten deines Mannes keine Unterstützung für euren Sohn. Das Kind weiß so nicht, woran es sich orientieren kann. Zudem ist es auch sehr unfair, dass du dann dafür verantwortlich bist, diese “schlechten” Neuigkeiten einer neuen Freundin des Vaters zu übermitteln. Das ist seine Aufgabe und er entzieht sich seiner Verantwortung und bedeutet für dich zusätzliche emotionale Fürsorgearbeit. Auch dann ist es verständlich, dass dein Sohn den Frust über die Situation bei dir ablässt, obwohl du nicht dafür verantwortlich bist. Auch dein Ex muss erkennen, dass das Kind nun Stabilität benötigt und dann auch so handeln. Wenn ihr zusammenarbeitet, gibt das für euer Kind am meisten Sicherheit. Das ist aber vor allem eine Aufgabe, die dein Ex ernst nehmen muss, denn du tust bereits vieles für das Wohlergehen deines Kindes.  Leider hört Gewalt oftmals nicht mit der Trennung auf, sondern wird dann über Sorgerechtsstreits, finanzielle Machtausübung und Kontrolle oder über Manipulation der Kinder fortgeführt. Wenn du Anzeichen davon erkennst, dann wende dich an eine spezialisierte Frauenberatungsstelle. Hier kannst du kostenfreie und anonyme Adressen finden: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/hilfe-vor-ort.html  Du schreibst sehr besorgt und liebevoll über deine Kinder. Dein Sohn gerät häufiger in diese Situationen, in denen sein Verhalten als unangepasst bewertet wird und du bemerkst, dass es deinem Sohn nicht gut geht. Trennungen und vor allem auch das gewaltvolle Verhalten deines Expartners, das du 2024 beschrieben hast, kann für Kinder Folgen haben, auch wenn sie dieses miterleben und nicht direkt gegen sie gerichtet wird. Dazu können psychische Folgen wie Ängste oder Depressionen gehören. Manche Kinder zeigen ihre Belastung auch durch Übererregbarkeit, entwickeln Schuldgefühle oder fühlen sich für die Gewalt (mit-)verantwortlich. Manchmal zeigen Kinder auch aggressives Verhalten wie Wutausbrüche und Anspannung. Auch Auswirkungen auf Konzentration und Lernleistungen können dazugehören. Alle diese Folgen sind keine Seltenheit und stellen eine häufige Reaktion auf Belastung dar, die in diesem Moment nicht anders ausgedrückt werden kann.   So wie du die Situation mit deinem Sohn beschreibst, ist sie schon ziemlich weit eskaliert. Es wäre wichtig, dass er bald Hilfe bekommt. In Familien, in denen Gewalt vorkommt oder vorkam, ist es wichtig, dass auch Kinder eigene Ansprechpersonen und Raum für ihre Gefühle haben. Gibt es jemanden im Umfeld deines Sohns, dem er vertraut? Ein*e Betreuer*in in der Kita? Eine Person aus der Familie? Jemand aus einem Sportverein? Vielleicht kannst du andere Vertrauenspersonen deines Sohns miteinbeziehen. Es ist wichtig, dass dein Sohn andere Ansprechpersonen als euch beide hat. Manchmal fühlen sich Kinder mitverantwortlich für gewalttätiges Verhalten oder die Trennung. Daher kann es sehr hilfreich sein, eine externe Person miteinzubeziehen. Es kann auch gut sein, mit Mitarbeiter*innen der Kita sehr transparent über die Lage zwischen deinem Ex-Mann und dir zu sprechen.  Wichtig wäre auch, dass dein Sohn so bald wie möglich professionelle Unterstützung bekommt. Du kannst dich über den Terminservice von 116117 an Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen in deiner Nähe wenden, die eine zeitnahe Sprechstunde anbieten: https://www.eterminservice.de/terminservice Nach allem, was du beschrieben hast, gibt es genug Gründe, dass eine Psychotherapie für deinen Sohn passend sein kann. Psychotherapie für Kinder beinhaltet auch immer eine enge Beratung der Eltern und kann somit für euch als Eltern auch wichtige Tipps für den Umgang mit schwierigen Situationen beinhalten.   Du hast beschrieben, dass ein Verdacht auf ADHS im Raum steht. Bei den Sozialpädiatrischen Zentren kannst du einen Termin für eine Diagnostik ausmachen und dich bezüglich eines weiteren Vorgehens beraten lassen. Hier findest du eine Übersicht mit Adressen in deiner Nähe: https://www.dgspj.de/institution/sozialpaediatrische-zentren/ Du schreibst, dass du schon länger auf einen Termin bei einer Beratungsstelle wartest. Es gibt auch professionelle online Beratungsangebote. Bei der bke-Elternberatung kannst du dich beispielsweise per Mail, Chat oder in einem Forum beraten lassen: https://www.bke-beratung.de/elternberatung/onlineberatung  Wenn sich die Kita und andere Elternteile bereits eingeschalten haben, kann es ratsam sein, das Jugendamt miteinzubeziehen. Du könntest dort mal anrufen und dich beraten lassen. Deinem Kind steht Hilfe und Unterstützung zu und das Jugendamt verfügt über verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise Einzelfallhilfe, die euch unterstützen können. Auch eine sozialpädagogische Begleitung kann deinem Sohn etwas Sicherheit und Raum für seine Gefühle geben – auch für dich kann es eine Entlastung bedeuten.   Gibt es konkrete Situationen, die du beobachtet hast, in denen dein Sohn wütend wird? Falls du ein Muster oder Auslöser erkennen kannst, kann das hilfreich sein, um frühzeitiger zu reagieren. Wenn du beispielsweise bemerkst, dass die Anspannung steigt, könnt ihr zusammen mit deinem Sohn überlegen, was für ihn in dem Moment hilfreich sein kann. Vielleicht eine Runde um das Haus rennen? Oder einen Ball an die Wand schmeißen? Oder eine liebevolle Umarmung anbieten? Vielleicht findet ihr gemeinsam einen anderen Reiz oder eine Tätigkeit, die ein paar dieser Situationen abmildern oder verhindern kann.  Du klingst nach einer starken Person, die ihre Kinder gut unterstützt! Manche Situationen können wir aber nicht allein lösen. Es ist gut, wenn du und dein Sohn Unterstützung bekommen! Ihr schafft das!   Xenia und Leonie     


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