Frage im Expertenforum Beziehungsprobleme an Xenia Bukowsky:

Mobbing auf Arbeit nach Operation und Reha

Frage: Mobbing auf Arbeit nach Operation und Reha

Anonymus39

Beitrag melden

Hallo, es ist nicht direkt mein Problem, aber meine Cousine mit der ich ein sehr gutes Verhältnis habe und wir viel zusammen unterwegs sind hat mir folgendes Problem geschildert bzw. ich habe es auch miterlebt.  Sie hat eine OP gehabt und ist dann in die Reha gekommen. Nun fangen die Probleme an. Der Arbeitgeber drängelt ständig zu wissen, wann sie wieder auf Arbeit kommt. Dann wollte der Arbeitgerber sogar zu Hause bei ihr schauen kommen, wie es ihr geht. Und nun fängt ihrer Vertretung an zu mobben. Wie sie alles aufgearbeitet hat und wie toll sie ist, und was meine Cousine doch angeblich nicht geschafft oder hinbekommen hat. Letzteres hat meine Cousine von einer ihrer Kolleginnen gesteckt bekommen.  Nun geht es nach der Reha bald wieder los und sie hat totale Befürchtungen, wie das weitergehen soll und vermutet Schikane aufgrund ihrem krankheitsbedingten Ausfall.  Die Arbeit hat sie schon jahrelang. Einen Betriebsrat oder ähnliches gibt es nicht.  Soll sie nach der Reha erstmal schauen, wie sich das weiterentwickelt? Oder gleich noch Bewerbungen schreiben und was neues suchen? Meine Cousine ist total aus dem Häuschen, aber vielleicht lässt sie sich jetzt zu doll aufziehen von der Vertretung. Was kann man ihr da raten?


Xenia Bukowsky

Xenia Bukowsky

Beitrag melden

Hallo Du,  schön, dass du so eine enge Verbindung zu deiner Cousine hast. Es ist wertvoll, jemanden an der Seite zu haben, der einen nicht nur zuhört, sondern auch nach Lösungen schaut.  Was du beschreibst, klingt nach einer arbeitsrechtlich relevanten Situation. Der Arbeitgeber, der während der Krankheit nach Hause kommen möchte, ist bereits eine Grenzüberschreitung und das ist nicht zulässig. Arbeitnehmer*innen sind nicht verpflichtet, ihren Arbeitgeber in die Wohnung zu lassen oder detaillierte Auskünfte über ihre Erkrankung zu geben. Dazu kommt das Verhalten der Vertretung, das du als Mobbing beschreibst.   Bevor deine Cousine entscheidet, ob sie sich direkt nach einer langen Erkrankung bewirbt, wäre es sinnvoll, dass sie sich rechtlich beraten lässt. Das kann sie am besten bei einer Gewerkschaft oder einer Rechtsberatungsstelle. Einige Sozialberatungsstellen, die es deutschlandweit gibt, bieten auch teilweise Rechtsberatungen an. Dort kann sie einschätzen lassen, was arbeitsrechtlich passiert ist und welche Möglichkeiten sie hat. Das kostet nichts und gibt ihr eine fundierte Grundlage für ihre Entscheidung. Auf der Seite des Deutschen Gewerkschaftsbunds gibt es viele gut aufbereitete Informationen rund um Arbeitsthemen: https://www.dgb.de/service/ratgeber/. Gleichzeitig muss sie das nicht alles auf einmal angehen. Ein erster Schritt kann sein, die Rückkehr abzuwarten und dann zu schauen, wie sich die Situation konkret entwickelt.  Leider ist es keine Seltenheit, dass Frauen nach krankheitsbedingten Ausfällen unter Druck gesetzt werden. Das Muster, das du beschreibst, kennen viele. Das macht es nicht weniger schwer, aber deine Cousine ist damit nicht allein.  Ob sie bleibt oder geht, ist letztlich ihre Entscheidung und beide Optionen sind legitim. Wichtig ist, dass sie sie nicht aus Angst trifft, sondern aus einer informierten Position heraus.  Wir wünschen euch beiden alles Gute!  Leonie und Xenia


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.