Frage im Expertenforum Beziehungsprobleme an Leonie Traub:

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Soda123!

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Ich bin seit vielen Jahren mit meinem Mann verheiratet. Genörgelt hat er immer schon aber als das 2. Kind unterwegs-war begann ich anzuwerten (mit Schimpfwörtern weit unter der Gürtellinie). Das bekam auch meine ältestete Tochter mit (13). Sie beleidigt mich nun auch schon verbal. Als vor 4 Jahren ihr Bruder auf die Welt kam verändert sich unser inniges Mama Tochter Verhältnis. Sie schimpft mich mit den Worten ihres Vaters. Redet kaum mit mir. Zieht sich immer weiter zurück. Gemeinsame Unternehmungen mit mir als Mama gibt es nicht mehr. Sie möchte das nicht. Sie möchte mur mit Papa-was unternehmen. Das Verhältnis zu ihrem Bruder (4 Jahre) ist sehr abgespannt. Sie beachtet ihn kaum- redet fast nichts mit ihm- obwohl er das so nötig hötte weil er Sprachverzögert ist und HG trägt. Er hängt sehr an seiner Schwester und sucht stäbdig ihre Nähe. Sie zeigt ihm dann resch das er nicht in ihr Zimmer darf bzw sie geht rauf wenn wir im Wohnzimmer sind und umgekehrt. Ich hab ich angeboten einen Exclusiv Mami Tochter Tag aber das lehnt sie leider ab. Bevor mein Sohn geboren wurden hatten wir ein herzliches inniges Verhältnis. Seit der Geburt ihres Bruder lehnt sie ihn und mich ab. Ich liebe sie sehr und würde mir wünschen dass sie zu mir und zu ihrem Bruder ein luebevolles Verhältnis hat. Mein Mann behandelt mich oft respektlos und beleitigt und beschimpft mich vor den Kindern. Nichts ist ihm gut genug und alles mache ich falsch. Ich bin an allem schuld. Ich vermute dass er eine Narzistische Persönlichkeitsstörung hat. Ich habe schon oft überlegt mich zu trennen. Was raten Sie mir. Eine Paarthetapie machen wir aber die Beleidu gen sind zwar besser geworden aber nicht ganz verschwunden. Ständug sind alle angespannt. Keine Atmosphäre für eine unbeschwertes Aufwachsen meiner Kinder. 


Leonie Traub

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Hallo Soda,     Danke, dass du uns schreibst und deine Sorgen hier teilst.     Ständige Abwertungen und Beschimpfungen deines Mannes sind nicht okay und niemand darf eine andere Person so behandeln. Ständiges Nörgeln und Kleinmachen können auch Anzeichen von psychischer Gewaltausübung sein. Durch diese Abwertungen stellt sich eine Person über die andere und in der Beziehung wird ein Machtgefälle geschaffen.   Du beschreibst auch, dass ihm nichts gut genug sei und du alles falsch machen würdest. Das sind auch alarmierende Aussagen, die darauf hindeuten, dass du wirklich viel aushalten musst. Du schreibst, dass du eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bei ihm vermutest. Das Muster, das du beschreibst, ist eines, mit dem sich das Hilfetelefon gut auskennt. Wende dich an das kostenlose und anonyme Hilfetelefon 116 016 (https://www.hilfetelefon.de/). Die Beraterinnen können dir helfen einzuschätzen, welche Schritte für dich möglich und sinnvoll sind. Sie kennen sich gut mit verschiedenen Formen von Gewalt (auch emotionale) aus und stehen hinter dir. Du musst nichts entschieden haben, um dort anzurufen, sondern kannst dich einfach erstmal informieren. Wenn dir eine persönliche Beratung lieber ist, kannst du hier nach Anlaufstellen in der Nähe suchen: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/hilfe-vor-ort.html Du bist nicht allein mit dieser Erfahrung, vielen Personen geht es ähnlich. Es kann sehr entlastend sein, sich mit anderen auszutauschen, die diese Situation kennen. So könnt ihr euch gegenseitig stärken und Handlungstipps austauschen. An einigen Standorten gibt es Selbsthilfegruppen: https://narzissmus-selbsthilfe.de/selbsthilfegruppe-narzissmus/    Die Situation mit deiner Tochter klingt auch sehr belastend und angespannt. Es ist sicher herzzerbrechend zu sehen, dass dein Kind den Kontakt sucht und deine Tochter es zurückweist. Wenn eine Person in der Familie abwertet und beschimpft, kann dies starke Auswirkungen auf alle in der Familie haben. Du beschreibst, dass die Stimmung angespannt ist und Einfluss auf euer Familienleben hat. Das klingt sehr anstrengend und Kräfte raubend. Kinder sind von gewaltvollen Dynamiken zwischen den Eltern immer mitbetroffen. Wenn sich das Verhalten deiner Tochter stark verändert hat, kann dies eine Auswirkung des Verhaltens deines Mannes sein. Deine Tochter ist in der Pubertät, auch das kann sich stark auf eure Mutter-Tochter-Dynamik auswirken. Da du das Verhalten deiner Tochter aber mit den Abwertungen deines Mannes dir gegenüber in Beziehung setzt, kann Unterstützung ratsam sein. Auch das kannst du mit einer Frauenberatungsstelle besprechen. Sie können dir helfen, das Verhalten einzuordnen und gegebenenfalls auch gemeinsame Gespräche zur Aussprache mit deiner Tochter führen.    Du hast den Gedanken an eine Trennung bereits. Es zeigt, wie sehr sich deine Situation zuspitzt und wie schwer es aushaltbar ist. Für viele Frauen ist eine Trennung ein großer Einschnitt und mit vielen Unsicherheiten verbunden. Fragen rund um deine finanzielle Situation, den Lebensort und Sorgerechtsfragen müssen geklärt werden. Und leider scheint es häufig der einzige Ausweg zu sein, auch wenn du dich eigentlich nicht trennen möchtest. Wenn die Person, die dich abwertet, nicht die Verantwortung übernimmt und dieses Verhalten unterlässt, scheint es manchmal keinen anderen Ausweg zu geben, als sich Gedanken über eine Trennung zu machen und Informationen dazu einzuholen, wie diese gestaltet werden könnte. Da es bei euch Hinweise auf psychische Gewaltausübung gibt, kann es sein, dass dein Mann einer Trennung ablehnend gegenübersteht und sich als Reaktion darauf bedrohlich verhält. In den Frauenberatungsstellen kannst du eine Trennung vorbereiten und mit den Beraterinnen dort überlegen, wie du dich und die Kinder im Falle einer Trennung gut schützen kannst.     Das sind nun sehr viele Informationen und es kann auch überfordernd sein. Du musst nicht alles auf einmal machen. Es ist gut, dass ihr eine Paartherapie begonnen habt und die Beschimpfungen sich dadurch auch gebessert haben. Es ist aber auch wichtig, dass du einen Raum hast, in dem du offen und ehrlich über das Verhalten deines Mannes sprechen kannst und mit Unterstützung überlegen kannst, ob du weiter in der Beziehung bleiben möchtest oder ob es andere Optionen gibt. Wir würden dir empfehlen, dass du dich an eine Frauenberatungsstelle wendest, denn die kennen sich mit Themen rund um emotionale Gewalt, Trennung und Sorgerecht gut aus. Dort ist ein guter Ansatzpunkt für Unterstützung in deiner Situation. Danach kannst du dich Schritt für Schritt um weiteres kümmern.     Hör auf dein Bauchgefühl und bleib nicht allein damit. Vielleicht hast du Freundinnen oder eine Nachbarin, die gemeinsam mit dir zu einer Frauenberatungsstelle gehen kann. Das macht den ersten Schritt leichter.     Alles Gute    Xenia und Leonie 


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