Frage im Expertenforum Beziehungsprobleme an Xenia Bukowsky:

Arbeitssuche mit chronischer Krankheit

Frage: Arbeitssuche mit chronischer Krankheit

Anonymus39

Beitrag melden

Hallo,  ich habe eine seltene Erkrankung des Immunsystems und eine Schwerbehinderung. Ich bin seit Herbst letzten Jahres auf der Suche nach einer Arbeit und finde einfach nicht die passende Stelle. Weil das alles nicht schon genug ist, sind Familie und Schwiegerfamilie sehr ausfallend mir gegenüber, weshalb ich schon  wirklich schlaflose Nächte hatte. Vom medizinischen her, sollte die Stelle auch noch so geringe Ansteckungsmöglichkeiten für Krankheiten haben, wie möglich, was das alles nochmal zusätzlich erschwert. Also Verkauf mit vielen Kunden, wie Supermarkt wäre vermutlich falsch, aber auch Toiletten reinigen, wäre nicht so angebracht. Gleichzeitig ist es so, dass man ja nirgends beim Arbeitgeber was sagen darf, weil man sofort aussortiert wird.  Meine Familie ärgert mich, indem man mir ständig die Überlegenheit präsentieren will und was ich nun von meinen hochwertigen Ausbildungen hätte. Die Schwiegerfamilie meidet mich und stellt mich als stinkend faul, faulkrank dar und lässt auch keine Erklärungen zu. Mein Mann wird mitbestraft, in dem man auch ihn neuerdings in seiner Arbeit als minderwertig ansieht und ständig wird sich in unseren Finanzangelegenheiten eingemischt, wie, wir dies und jenes bezahlen. Helfen tut uns keiner. Es ist eher so, dass man uns beide abstempelt und er jetzt noch für mich mitbüßen muss.  Mittlerweile habe ich schon eine richtige Panik entwickelt, dass ich nichts mehr finde, ich gebe mir selbst die Schuld an meiner Erkrankung und der Druck ist enorm, dieser tut mir aber eben gesundheitlich dann auf Dauer auch nicht gut und das Hamsterrad dreht sich weiter.  Ich bin total verunsichert, was nun die richtige Stelle ist, habe Angst, dass ich es nicht durchstehe oder gemobbt werde. Das hat sich aus dem "Familien-Mobbing" ergeben und stützt ja nicht mein Ziel, wieder auf die Beine zu kommen beruflich, ich habe schon eine richtige Angst entwickelt, dass Leute wieder urteilen könnten, wenn sie was erfahren und ich überlege jeden Tag, wie man seine Krankheit vertuschen könnte.  Wie kann ich mich selbst wieder besser und sicherer fühlen und wie können wir diese familiäre ganz blöde Situation bestehen? Ich sehe es so, dass es sehr böse ist und respektlos, wie da mit uns umgegangen wird. 


Xenia Bukowsky

Xenia Bukowsky

Beitrag melden

Hallo Du,     es tut uns sehr leid, dass es dir mit der Situation noch nicht besser geht.   Bei dir kommen einige Themen zusammen wie Umgang mit einer chronischen Krankheit, Familiendynamiken und Zukunftsängste.   Du fragst, wie du dich wieder besser und sicherer fühlen kannst: Da die Ängste empfindest, was deine berufliche Zukunft, die Familie und auch deine Gesundheit angeht, kann dir eventuell eine Psychotherapie helfen. Dort hast du Raum, alles zu besprechen, was dich besorgt und auch Strategien für einen geeigneten Umgang zu entwickeln. Sprich mit deiner*m Hausärzt*in über die Möglichkeit, eine Psychotherapie zu beginnen. Manchmal können sie auch ortsansässige Psychotherapeut*innen empfehlen oder dir Informationen über einen Kuraufenthalt geben. Eine professionelle psychotherapeutische Begleitung kann dich auf deinem Weg unterstützen und in akuten Situationen entlasten.   Die Themen kommen bei dir immer wieder auf und greifen auch mit anderen Belastungen ineinander. Eine Beratung vor Ort kann dich gegebenenfalls auch unterstützen, wenn du unmittelbar keinen Therapieplatz findest. In einer unabhängigen Sozialberatung werden unter anderem auch Themen wie Familie, Arbeit, Gesundheit oder Alltag besprochen. In dieser Suchmaske kannst du für deinen Standort nach diversen Angeboten suchen: www.dajeb.de/beratungsfuehrer-online/beratung-in-ihrer-naehe  Wir bemerken, dass du dich nun schon mehrmals bei uns gemeldet hast und die Situation sich nicht verändert hat. Das zeigt uns, wie sehr du leidest. Gleichzeitig möchten wir dich ermutigen, den Schritt zu wagen, eine der empfohlenen Beratungsstellen tatsächlich aufzusuchen. Ein Forum kann zuhören, aber keine professionelle Begleitung ersetzen, die du verdienst. Der Austausch mit anderen Personen, die Strategien zum Umgang mit der chronischen Krankheit entwickelt haben, kann unterstützend sein. Hier kannst du nach verschiedenen Gruppen oder spezifischen Angeboten suchen: https://www.rehadat-adressen.de/adressen/behinderung-erkrankung/  Auch für deine Arbeitssituation kannst du mal bei deinem zuständigen Integrationsamt nachfragen: https://www.rehadat-adressen.de/adressen/arbeit-beschaeftigung/integrations-inklusionsaemter/ Integrationsämter fördern die berufliche Eingliederung schwerbehinderter Menschen beispielsweise durch Bildungs- und Informationsangebote.  Wir wünschen dir, dass du bald die Unterstützung findest, die du brauchst.  Leonie und Xenia    


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.