Tamilia
Hallo, vieviel Milch bzw. Milchprodukte sollte ein vierjährigere Junge täglich ungefähr zu sich nehmen? Zählt Butter dazu? Käse mag er leider nicht. Was könnte ich ihm allgemein in den Kindergarten zum Frühstücken und später Vespern mitgeben? Uns gehen die Ideen aus, da er leider das meiste Obst und Gemüse sowie Käse und viele Wurstsorten ablehnt. Oder macht das gar nichts, dass es immer nur die gleichen Sorten (z.B. von Obst) gibt? Viele Dinge probiert er zuhause gar nicht, höchstens im Kindergarten mal beim Mittagessen. Ist es besser, ihn damit nicht zu bedrängen?
Hallo Tamilia ca 350ml Milch, bzw Milchprodukte sind täglich etwa angemessen. Butter zählt nicht dazu. Denn Butter liefert kein Calcium in nennenswerten Mengen. Alternativ zu 100 ml Trinkmilch eignen sich bspw Joghurt (100g Joghurt = 100 ml Trinkmilch) oder ca 15g Schnittkäse bzw 30g Weichkäse. In die Gesamtrechnung fliessen auch Mengen mit ein, die du in Gerichte verarbeitest. Der Käse auf Pizza, der Käse auf dem Auflauf, die Milch im Kartoffelpüree - all das zählt dazu. Und auch wenn einige Kinder Käse zwar als Brotbelag nicht akzeptieren, essen sie den Käse auf Pizza ganz selbstverständlich mit. Auch Eis oder Pudding - auch wenn nicht unbedingt die gesündesten Speisen - können einen Beitrag zur Milchversorgung leisten - wenn es nicht anders geht :) Oder hast du schon einmal versucht, deinem Kleinen einen Kakao mit aufgeschäumter Milch zum Löffeln zu geben? Für das erste Kennen lernen könntet ihr zusammen in einen Coffee-Shop gehen. In dieser Atmosphäre wird dein Sohn seine Milch trinken. Und zu Hause kanst du das wiederholen. Solche und ähnliche, aber doch einfache Maßnahmen führen häufig ans Ziel - das funktioniert meist viel besser statt großer Worte. Als Brotbelag eignet sich bspw auch Frischkäse, der sehr unaufdringlich schmeckt und bspw mit selbstgemachter Marmelade wunderbar schmeckt. Mit einer selbstgmachten Marmelade, die wenig süß schmeckt, kannst du den Obstanteil gleich mit abdecken. Es gibt im Handel Produkte für Marmeladen zum Selberkochen, die du nicht kochen musst und bei manchen Produkte wird nur ein minimaler Zucker (oder Honig-)zusatz benötigt. Viele Kinder im Alter deines Sohnes sind skeptisch, wenn sie etwas essen sollen, was ihnen fremd ist. Babies, Kleinkinder und Kinder, auch Erwachsene, haben eine mehr oder weniger stark ausgeprägte sog. Neophobie. Das ist eine Art Angst vor dem "neuen" Essen. Ursprünglich eine gute Schutzfunktion, denn gegessen wird nur das, was man kennt, denn Unbekanntes könnte giftig sein. Dieses Phänomen ist sogar in der Tierwelt vorzufinden - neue Dinge werden auch hier nur zögerlich von Jung und Alt gekostet. Und am besten wird das gegessen, was immer und immer wieder von allen nebenstehenden Personen auch verzehrt wird. Darum ist der gedeckte Familientisch so wichtig. Je jünger die Kleinen sind, desto aufgeschlossener sind sie diesen neuen Angeboten. Mit etwa 18 Lm schränkt sich der Erfahrungshorizont in Essensfragen immer weiter ein, die Auswahl der gemochten Speisen wird meist kleiner. Erst mit 6-8 Jahren und später ab etwa 12 Jahren werden wieder gerne neue Essabenteuer angegangen. Um Essen zu lernen, d.h. Essbares von nicht Essbarem zu unterscheiden, hilft das sog. soziale Lernen. So kann die Neophobie am besten überwunden werden. Kinder lernen durch Nachahmung und Wiederholung. Darum uinktioniert das Probieren neuer Speisen im Kindergarten auch viel besser als zu Hause. Die anderen mit Genuss essenden Kinder inspirieren zum Nachahmen viel mehr als Mama oder Papa. Du kannst dein Kind zu Hause trotzdem hin und wieder dazu bringen, Neues zu probieren. Denn nur über das Probieren erhält dein Kleiner die Chance etwas kennen zu lernen, was ihm schmeckt. Besonders gut funktioniert das in einem anderen Umfeld. Bspw könntest du deinen Sohn nicht erst am Esstisch probieren lassen, sondern schon direkt am Herd aus dem Kochtopf. So kann er das Neue zunächst ganz zwanglos "bewerten". Das tut viel weniger sein Kopf, als vielmehr sein Körper. Wenn ihm der Probierhappen mundet - wird er bei Tisch ggf schon etwas mehr davon essen. Sei mit Minimengen auch schon völlig zufrieden. Es ist eine erste Annäherung an neuen Esseindruck, an einen neuen Geschmack, und die Essmenge kann sich langfristig noch steigern. Es ist auch gut, auf Wiederholungen im Speisenangebot zu achten. Denn Kinder lieben Wiederholungen, das gibt ihnen Sicherheit und sie fühlen sich geborgen. Es reicht sogar, wenn sie häufig das gleiche "Ding" auf dem Tisch, im Kühlschrank, auf deinem Teller sehen oder riechen. Diese Erfahrung prägt ebenfalls sehr nachhaltig. Irgendwann werden die Kinder nämlich doch neugierig auf das "Ding" - möglicherweise zwar erst in vielen Jahren - doch schon dieser einfache Beitrag ist im Rahmen der Ernährungserziehung gut und zum Ziel führend. Wenn euer Sohn das nächste Mal einen Freund zu Hause hat, kannst du für die Spielpause einen Obstteller richten, den du mit einer neuen Sorte Obst bestücken könntest. Richte das Ganze bspw als Gesicht auf dem Teller. Dein Kind wird probieren :) Jetzt im Sommer ist die Vielfalt ohnehin riesig: Wassermelone, Erdbeeren, Pfirsiche - richte alles klein und handlich für den schnellen Essgenuss. Auch beliebt sind Obstspieße: für Kinder in diesem Alter kannst du Zahnstocher benutzen - sind sind kleiner und das Obst lässt sich gut und schnell abmachen. Siehe Foto im Anhang - hier auf Schaschlikspießen - hier noch ein Vorschlag Himbeer-Joghurt-Eis 125 g gekochte, passierte Himbeeren ca 50g Zucker feingemahlen einrühren und schmelzen lassen (oder alternatives Süßungsmittel) Vanillezucker zugeben, ½ Msp Bourbonvanille 150g Joghurt 75 ml Sahne alle Zutaten vermixen und im Kühlschrank kühlen. Eismaschine an und los geht's. Wenn du keine Eismaschine hast, macht das überhaupt nichts. Das Eis schmeckt auch ohne Lufteinschlag super. Es eignen sich zum Einfrieren Eisförmchen mit Stiel, Silikonformen, u.v.m. Pfannkuchen: In einen hohen Rührbecher schlägst du ein Ei und verquirlst es. Eine Prise Salz dazu, ein Schuss Öl, etwas Milch, damit die Masse flüssig wird. Verquirlen und schliesslich esslöffelweise so viel Mehl dazu geben und jeweils verrühren, bis der Teig zähflüssig - nicht zu fest und nicht zu flüssig- wird. Den Teig kurz quellen lassen (geht auch ohne) und ca 2-3 Pfannkuchen in heissem Öl oder Butterschmalz ausbacken. Kartoffelbrei: Salzkartoffeln in wenig Wasser (wenig Salz) kochen. Einen Stich Butter zugeben, verrühren, Milch dazu und mit einer Gabel alles zusammen zerdrücken. Pizzateig: 1/8 Würfel frische Hefe 1/8l Wasser 250 g Mehl 2 EL Öl (Olive) 1 Pr Zucker Salz Alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Teig ruhen und aufgehen lassen, mind 1/2h. Dann den Teig auswellen und auf ein Backblech legen. Die Sosse* darauf verteilen und mit Käse bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 200° ca 20-25 min backen. *Dazu zwei mittelgroße rohe Tomaten (gewaschen und ohne Butzen) pürieren, frisches oder getrocknetes Oregano/Basilikum dazu, Salz und Zucker, abschmecken. Die ausgewellten Pizzastücke mit Olivenöl bepinseln, Tomatenmasse dünn darauf verteilen, Mozzarellastückchen draufgeben, Salamistückchen oder Paprikastreifchen, Champignons, Schinken und noch Käse (geriebener Edamer) nach Gusto draufgeben. Im vorgeheizten Ofen bei mind. 200° (besser 220°) ca 10-15 min backen. Schokoladenpudding: Puddingmischung wie gewohnt in 500 ml Milch kochen 40g Speisestärke 2 EL Zucker (Mengen nach Geschmack, oder alternatives Süßungsmittel) Bourbon-Vanillepulverzucker 25g Kakaopulver auch das wird dein Sohn essen: Erdbeersosse zu Vanillepudding: Koche Erdbeeren (TK) mit einem Süßungsmittel (Zucker?) und etwas Wasser auf. Lass das Ganze so ca 3 min kochen und gebe die Masse in ein Sieb. Hier streichst du die Masse mit einem Löffel durch. Die Kernchen bleiben zurück und in einer Schüssel fängst du den Saft auf, der etwas dickflüssig ist. Ggf Zucker zufügen bis es gut schmeckt. Die Erdbeersosse ergänzt wunderbar einen Vanillepudding. So, das war nun sehr viel Text. Gerne würde ich noch ein wenig mehr schreiben. Brauchst du noch ein paar Ideen für die Gemüse- oder Milch? Also dann viel Spaß für deinen Sohn, beim Betreten von kulinarischem Neuland Grüße B.Neumann
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