Cyclist85
Hallo Herr Dr. Gagsteiger, meine Frau nimmt nach mild stimulierter IVF mit 2 Follikeln 400 mg Progesteron (200 mg morgens und abends). Sie hat mittelstarke Unterleibskrämpfe seit Transfer /einem Tag nach Transfer. Kann das vom Progesteron kommen? Sie hatte in der gleichen Situation vor einem Jahr bei 200 mg täglich, also der halben Dosis, einen Progesteronwert von 22. Wäre es dann möglich, jetzt noch nach dem Transfer die Dosis zu verringern? Wir möchten gerne das machen, was für den Erfolg am Besten ist. Vielen Dank und viele Grüße!
1. Progesteronwert Ein Progesteronwert von 24,8 ng/ml (vermutlich ng/ml) zum Zeitpunkt eines frühen positiven Schwangerschaftstests (hCG ~25) ist völlig ausreichend – auch bei einem Tag-3-Transfer. Das ist kein niedriger Wert und erklärt keinesfalls ein Ausbleiben der weiteren Entwicklung. 👉 Zur Einordnung: 10 ng/ml: grundsätzlich lutealphasen-ausreichend 15–20 ng/ml: gut > 20 ng/ml: sehr gut Mit 24,8 ng/ml lag sie also klar im sicheren Bereich. 2. Progesterondosis (400 mg) Eine Gesamtdosis von 400 mg Progesteron vaginal/rekal ist bei Tag-3-Transfers absolut Standard. Eine weitere Dosissteigerung hätte in dieser Situation keinen nachgewiesenen Vorteil, solange: keine nachgewiesene Resorptionsstörung besteht keine relevanten Blutungen vorliegen der Wert stabil > 15–20 ng/ml bleibt Mehr Progesteron ist nicht automatisch besser. 3. Magnesium Gut, dass sie Magnesium bereits einnimmt. Das kann uterine Reizbarkeit reduzieren, hat aber keinen Einfluss auf die Progesteronwirkung oder die Implantation selbst. 4. Wichtig für die jetzige Situation Bei einem Tag-3-Transfer entscheidet sich vieles zwischen Tag 4–6 nach Transfer: embryonale Weiterentwicklung zur Blastozyste Synchronisation mit dem Endometrium genetische Ausstattung des Embryos Ein früher niedriger oder grenzwertiger hCG-Anstieg oder eine biochemische Schwangerschaft ist sehr häufig embryonal bedingt – nicht hormonell. 5. Fazit Progesteronwert war gut Progesterondosis war ausreichend Magnesium ok Ein Scheitern in dieser Konstellation ist nicht auf die Lutealphase zurückzuführen Viel Glück!
Cyclist85
Noch ein Nachtrag: Es ein Tag 3 Transfer. Vor 2 Monaten in der gleichen Situation war der Progesteronwert dann unter 400 mg (beim Schwangerschaftstest mit HCG von 25) bei 24,8. Magnesium nimmt sie schon. Vielen Dank!
Gerne, dann kurz, klar und ohne Fokus auf Progesteron: Die Unterleibskrämpfe kurz nach dem Transfer sind sehr häufig und entstehen meist durch: die Manipulation beim Transfer eine reaktive Gebärmutteraktivität lokale Reizungen (auch Darm/Blase) Das ist kein Hinweis auf ein Problem und kein negatives Zeichen. Die Progesterondosis von 400 mg ist Standard und gut verträglich. Auch wenn Ihre Frau früher mit 200 mg gute Werte hatte, gilt: Nach dem Transfer sollte man die Dosis nicht mehr verändern, da es keinen Vorteil bringt und eher unnötig verunsichert. 👉 Empfehlung: Progesteron unverändert weiternehmen, die Beschwerden beobachten – sie klingen meist nach wenigen Tagen von selbst ab. Alles Gute für die kommenden Tage.
Cyclist85
Vielen Dank, Ihre Einschätzung hilft uns sehr.
Gerne geschehen
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