Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Letrozol zyklus

Frage: Letrozol zyklus

Catsara

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Sehr geehrter Herr Dr Gagsteiger,  Eigentlich war ein kryozyklus geplant mit Letrozol Stimulation. Dummerweise hatte ich die einnahmeanweisung falsch erinnert und anstatt 2,5 mg morgens und abends zweimal 2,5 mg morgens und abends eingenommen, das heißt die doppelte Dosis. Beim Ultraschall am 7 zyklustag war die Gebärmutterschleimhaut 5,7 mm aufgebaut und rechts zeigte sich ein Follikel mit 13 mm. Links nur ganz kleine follikel.  Diese wurden nicht extra gezählt. Wir hatten zuletzt zweimal hintereinander wegen schlechter Spermienqualität eine ICSI machen müssen.  Nun überlege ich weil nur ein Follikel da ist und dieser auch auf meiner durchgängigen Seite ist, umzuschwenken auf eine iui.  Was meinen Sie? Sollte ich lieber auslösen und den kryo-zyklus machen oder doch die Iui? Die befruchtete Eizelle wurde am zweiten Tag mit vier Zellen und AA bewertet eingefroren. Kann man davon ausgehen dass bei der zu hohen letrozoldosis die Eizellqualität bei diesem zyklus leidet? Heute war ich wandern und leider habe ich die Strecke falsch eingeschätzt und schließlich waren wir heute anstatt 5 km 13 km wandern, teils auch mit hoher Steigung. Kann so etwas schaden bzw das Follikelwachstum stören? Sie sehen, ich bin total verunsichert.  Beim letzten kryozyklus ist leider die fünf Tage alte Blastozyste nicht aufgewacht(aa. Quali). Ich bedanke mich schon mal im Voraus für Ihre Einschätzung und ihre Mühe und Zeit Liebe Grüße 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Catsara, zunächst einmal: Sie haben mit der versehentlich höheren Letrozol-Dosis sehr wahrscheinlich nichts „kaputt gemacht“. Solche höheren Dosierungen werden in der Reproduktionsmedizin durchaus eingesetzt. Es gibt keinen guten Hinweis darauf, dass dadurch die Qualität der heranreifenden Eizelle schlechter wird. (⁠PubMed) Der bisherige Ultraschallbefund klingt sogar recht ordentlich: An Zyklustag 7 ein Leitfollikel von 13 mm und eine Schleimhaut von 5,7 mm – da ist ja noch einige Zeit für weiteres Follikelwachstum und auch für den Aufbau der Schleimhaut. Ob ich aus diesem Zyklus nun eine IUI oder den ursprünglich geplanten Kryotransfer machen würde, würde ich vor allem von zwei Dingen abhängig machen: vom weiteren Follikel- und Schleimhautverlauf und – ganz entscheidend – von der aktuellen Spermienqualität. Grundsätzlich kann man mit einem einzelnen gut entwickelten Follikel sehr schön eine IUI durchführen; Letrozol plus IUI ist ein etabliertes Vorgehen. (⁠ASRM) Wenn allerdings die Spermienqualität zuletzt so eingeschränkt war, dass zweimal eine ICSI notwendig wurde, würde ich nicht allein wegen des schönen Follikels automatisch auf IUI umschwenken. Hier wäre für mich das aktuelle Spermiogramm bzw. insbesondere die Zahl gut beweglicher Spermien nach Aufbereitung entscheidend. Andererseits haben Sie einen bereits befruchteten, an Tag 2 sehr schön entwickelten Vier-Zeller eingefroren. Den würde ich keineswegs gering schätzen. Dass die letzte sehr schöne Blastozyste das Auftauen leider nicht überstanden hat, war großes Pech, sagt aber nichts darüber aus, wie sich dieser Embryo beim Auftauen verhalten wird. Und schließlich Ihre Wanderung: Die 13 km haben Ihrem Follikel ganz sicher nicht das Wachstum „verdorben“. Ein Follikel lässt sich durch eine längere Wanderung nicht beeindrucken. 🙂 Bei deutlich vergrößerten Eierstöcken nach stärkerer Stimulation würde ich von sehr intensivem Sport, Springen und starken Drehbewegungen abraten – bei einem einzelnen 13-mm-Follikel sehe ich in Ihrer Wanderung aber keinen Grund zur Sorge. Mein Vorschlag wäre deshalb: erst einmal den nächsten Ultraschall abwarten. Wenn sich weiterhin nur dieser eine schöne dominante Follikel entwickelt, die Schleimhaut gut nachzieht und die Spermien für eine IUI ausreichend sind, kann man die IUI durchaus diskutieren. Sind die Spermien dagegen weiterhin deutlich eingeschränkt, würde ich eher beim geplanten Kryotransfer bleiben. Also bitte machen Sie sich weder wegen des Letrozols noch wegen Ihrer etwas länger geratenen Wanderung Vorwürfe. Bis hierher ist noch überhaupt nichts verloren. 😊 Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


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