Mitglied inaktiv
Lieber Prof. Jorch, ich bin schon lange ein großer Fan Ihres Forums. Ich habe selber einen fast 4jährigen Pflegesohn, der als Frühchen zur Welt kam. Als ich Mutter wurde, war ich in Bezug auf den Umgang mit Kinderärzten noch völlig unbedarft. Durch das viele Lesen und Informieren habe ich mittlerweile schon einen kleinen Einblick in die ganze "Sache". Ich habe natürlich einige Bekannte mit Pflegekindern, die alle aus schwierigen sozialen Situationen kommen mit mehr oder weniger schweren Entwicklungsverzögerungen. Mein Kinderarzt sagt mir einfach zu schnell: "Der holt das alles wieder auf. Passen Sie auf, bis er in die Schule geht, ist alles in Ordnung". Ich habe früher selber die Einstellung gehabt, dass ein stabiles, liebevolles Umfeld fast alles "ausbügeln" kann. Aber mein KiArzt hat das schon bei fast allen Pflegekindern gesagt, die bei ihm waren und deren Eltern ich kenne. Ich frage mich einfach, welche Chancen haben Kinder, Entwicklungslücken wieder aufzuholen? Die Aussage, "das wird schon" ist mir einfach zu schwammig. Denn damit ein Kind auf einen normalen Entwicklungslevel kommt, müsste es sich ja im Eiltempo entwickeln, um sich a: weiter zu entwickeln und b: Versäumtes wieder aufzuholen. Gruß, Andi
Ihre allgemein formulierten Fragen geben mir die Gelegenheit, allgemein zu antworten. 1. Es ist in der Tat kinderärztliche Erfahrung (und auch meine persönliche als 7facher Vater), dass vieles die Natur, die Familie und (bei entsprechender Weltanschauung der liebe Gott) regelt. Man hilft einem Kind häufig mehr, wenn man von ihm unnötige, risikobehaftete und zeit- bzw. geldintensive Therapien fernhält als diese anwendet (Hippokratisches Prinzip des "nihil nocere" = lateinisch, heißt übersetzt "nicht schaden"). 2. Selbstverständlich ist eine Entwicklungsretardierung generell mit einem erhöhten Risiko verbunden, dass auch später keine Spitzenleistungen erzielt werden. Es beruhigt das elterliche Gewissen vielleicht besser, wenn diese "trotz" vielfältiger Bemühungen nicht erreicht werden. 3. Man darf nicht vergessen, dass 6 Monate Retardierung mit 12 Monaten viel sind, mit 10 Jahren aber nicht meßbar. Bereits mit 2 Jahren beträgt die normale Schwankungsbreite +/- 6 Monate. 4. Wir müssen uns vor allen Dingen darüber im Klaren sein, was wir für unsere Kinder wollen: Erfolg im Beruf? Hohe Leistungsfähigkeit? Glück? Meine persönliche Meinung ist, dass Selbstvertrauen, Optimismus und die Fähigkeit, das Schöne zu sehen die wichtigsten Ziele für unsere Kinder sind. 5. Deshalb gehöre ich auch eher zu den Kinderärzten, die therapeutische Maßnahmen nur gezielt empfehlen. Die kinderärztliche Kunst besteht darin, die wenigen Situationen zu erkennen, wo rasches Handeln sinnvoll und nötig ist.
Ähnliche Fragen
Sehr geehrter Herr Prof. Jorch, meine Tochter kam 8 Wo zu früh auf die Welt. Sie ist jetzt 18 Monate bzw. 16 Monate korriegiert. In unserer Frühchensprechstunde hat man schon eine motorische Entwicklungsverzögerung festgestellt (ca. 3 Monate, läuft noch gar nicht, krabbelt und klettert aber und zieht sich in Stand, allerdings starke Sink-Knick-F ...
Lieber Dr. Jorch, bei uns steht demnächst die 2. Jahresuntersuchung an. Mich würde interessieren ab wann man von - keiner, - leichter und - deutlicher Entwicklungsverzögerung spricht. Es wird letztlich ja ein "Gesamturteil" gefällt und nicht jeder Teilbereich seperat bewertet. Wie viele Monate muss ein Kleinkind verzögert sein, ...
Sehr geehrter Herr Professor Jorch, Mein Sohn wurde 34+2 SSW nach bis dahin komplikationsloser Schwangerschaft per Not-Sectio (aus BEL) wegen vorzeitiger Wehen und Blasensprungs geboren. Apgar war 6/8/9, Nabel-pH 7,17, Gewicht 2270g, 45cm, KU 34 cm. Er benötigte für 10h wegen respiratorischer Anpassungsstörung eine cPAP-Beatmung, weiterhin besta ...
Sehr geehrter Prof. Jorch, zunächst vielen Dank für ihre hilfreiche Arbeit und die Zeit, die sie dafür aufwenden. Unser Sohn (geb. 33/4, 2000g, 46cm, nur in den ersten Tagen Wärmebett und Bz Schwierigkeiten) ist nun unkorrigiert 11 Monate alt. Er hat sich bis jetzt sehr schön entwickelt (9,6kg und 81cm). Er brabbelt 2silbig, ist neugierig und dr ...
Hallo Herr Prof. Jorch, mein Sohn ist am 24.03.14 2 Jahre alt geworden. Geboren in der 26+0 mit 540 Gramm allerdings lt.der Neo Ärzte wurde mir gesagt, dass ein Rechenfehler vorliegen muss, Wahrscheinlich die 23-24 SSW. So, nun hat mien Sohn große Probleme zuzunehmen, er wiegt jetzt 8,5 KG bei einer Größe von ca. 82-84 CM. Er bekommt seit ein Paar ...
Mein Sohn, der 19 Monate alt ist, ist 4 Wochen zu früh geboren (Spontangeburt). Er war anfangs sehr schläfrig, was ich auf seine frühe Geburt und den Nabelschnurprolaps (eine Schlinge hat sich mit seinem Kopf zusammen rausgeschoben) während der Geburt zurückgeführt habe. Nun ist er insgesamt ziemlich hinterher in der Entwicklung. Er hat mit ca. 14 ...
Sehr geehrter Herr Dr. Jorch, Meine Zwillinge kamen bei SSW 26+6 aufgrund einer Bindegewebsschwäche meinerseits, zur Welt. (beide exakt gleich mit 890g und 35cm) Mein Sohn verstarb plötzlich an seinem dritten Lebenstag, meine Tochter machte es so super, dass ich sie bei 36+0 mit heim nehmen durfte. Wir haben letzte Woche ihren ersten Geburtstag ...
Hallo liebe Experten, unsere Tochter kam in der 32. SSW zur Welt. Sie ist jetzt 15 Monate und es gibt noch keine Hinweise das Sie anfängt zu laufen. Sie kann selbstständig sitzen und rutscht so auch durch die Wohnung. Aber mehr passiert nicht. Jetzt mache ich mir schon Gedanken, dass es eventuell mit der frühen Geburt zu tun hat. Meinen Sie es g ...
Hallo! Bis wann würde sich eine Entwicklungsverzögerung zeigen? Ab welchem Alter sind wir wirklich auf der sicheren Seite, dass alles ok ist? Mein Sohn ist bei 34+1 SSW gekommen. Danke!
Hallo, meine Tochter wurde am 5.5.21 an 30+3 eutroph ohne vorherige intrauterine Komplikationen geboren. Der Verlauf nach der Geburt war bis auf ein Atemnotsyndron und eine kurzzeitige Hyperbilirubinämie unauffällig. Auch wenn man von ihrem berechneten Geburtstermin am 11.7. ausgeht entwickelt sie sich nur langsam. Bezüglich der Motorik arbeitet ...
Die letzten 10 Beiträge
- Aufholwachstum "schnell"?
- Hartnäckige Gelbsucht
- Muskelhyptonie Frühchen
- Periventrikulär leichte Echogenitatserhöhung, Periventrikulär rechts kleine Zysten,
- Entlassung mit Monitor und Koffein oder Krankenhausaufenthalt verlängern?
- Wachstumsretardierung und Oligohydramniom
- Langzeitfolgen
- Lungenreife ab SSW 25+0 und niedrigem Gewicht
- Behandlungsfehler Frühgeburt 35+4
- Frühchen 27+1 mit offenem Duktus - Stillen