Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Was kann man noch gegen die Verstopfung tun?

Frage: Was kann man noch gegen die Verstopfung tun?

chiva

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Liebes Experten-Team, wir kämpfen gerade mit 2 Problemen. Mein Sohn ist gerade 1 Jahr alt geworden. 1. Seit Januar plagt er sich mit Verstopfung/hartem Stuhl. Ungefähr zu dem Zeitpunkt hatten wir alle Breie eingführt, die Essmengen wurden größer, nachdem er anfangs sehr schlecht geggessen hat. Die ersten Maßnahmen (Brei weiter verdünnen, Öl in jeden Brei, kein stopfendes Obst, anfangs Lactulose-Sirup, Einläufe, Nene-Lax-Zäpfchen) hatten keinen Erfolg. Schließlich hat mir meine Ärztin als "letztes Mittel" Movicol empfohlen. Damit klappt es (wir sind gerade bei einem Beutel alle 2 Tage), allerdings finde ich es suboptimal ihm das bis....wann auch immer...zu geben. Das ist also ein Problem, zu dem ich Ihren Rat erbitten will. Sein Essensplan aktuell: - morgens: Baby-Müsli mit PRE-Milch angerührt - mittags: Gemüse-Getreide-Fleischbrei (er würde am liebsten 4-monats-Gläschen essen, ich versuche ihn aber an stückigeres Essen zu gewöhnen (er hat noch einen sehr ausgeprägten Würgereiz und er zeigt noch kaum Interesse am Familientisch). Leider isst er den Brei oft nur halb (vor allem eben beim 8-monats-Brei ist oft schnell am Ende. Selbstkochen ging bisher auch nicht, da zu stückig). Danach gibt´s noch Obstgläschen. - nachmittags: GOB (Hirse) - abends: Milchbrei (verschiedene Getreidesorten: Hafer, Reis, Gries, 4-Korn) - falls er schlecht gegessen hat bekommt er dann zum Einschlafen noch eine PRE-Milch (die trinkt er erst seit ca. 4 Wochen, nach dem endgültigen Abstillen - davor mochte er sie nur im Brei) 2. Nachdem ich letzte Woche noch einmal bei der Ärztin war, hat sie eine Blutprobe ins Labor geschickt. Heute habe ich Bescheid bekommen, dass alles soweit OK ist, nur die Eisenwerte niedrig sind. Eisentropfen will sie ihm lieber nicht geben wegen der Verstopfung, sondern empfiehlt "Rotkäppchen klassik", weil das wohl besser verträglich sei in seinem Fall. Jetzt, wo ich die Flasche in Händen halte weiß ich, dass das so nicht klappt. Mein Sohn trinkt so schon nicht gut. 100 ml bekomme ich nie in ihn rein - zudem will ich ihn an sich nicht an dauerhaftes Süß-Saft-Trinken gewöhnen. Jetzt wollte ich ihm das Zeug an sich unter seine Milchbreie (als zusätzliche Verdünnung) mischen, aber Milchprodukte hemmen ja die Eisenaufnahme. Ich könnte jetzt natürlich versuchen den Nachmittagsbrei komplett mit dem Saft anzurühren....aber ist das echt eine Option? Wird das bei dem Zeitraum von 3-4 Monaten, die ich den Saft geben soll, nicht auch sehr süß und einseitig? Ich hoffe jetzt mal, dass Sie ggf. noch eine Idee haben, wie wir die Probleme in den Griff bekommen könnten. Ich bedanke mich schon mal im vorhinein für Ihre Bemühungen. Vielen Dank und viele Grüße, chiva


Prof. Dr. med. Michael Radke

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Lassen Sie auf jeden Fall eine Zöliakie ausschließen (Antikörper-Bestimmung gegen Transglutaminase). Verstopfung und Eisenmangel deuten auf Zöliakie hin.- Zur Verstopfung: Jeden 2. Tag ist sicher nicht ausreichend. Mein Tip: Geben Sie Ihrem Kind am besten täglich Movicol junior (finden Sie die optimale Dosis für Ihr Kind heraus, manchmal reicht 1/2 Beutel täglich). Es handelt sich um einen Stuhlweichmacher, der keine Nebenwirkungen hat. Geben Sie Movicol so lange, wie Ihr Kind es braucht. Die Dosis können Sie nach der Stuhlbeschaffenheit selbst variieren. Ist der Stuhl zu weich - weniger, ist er noch zu hart - mehr. Ihr Kind sollte auf jeden Fall schmerzlose Stuhlentleerungen haben. Wenn ein Eisenmangel vorliegt, muß er mit Eisenpräparaten behandelt werden, der genannte Saft reicht sicher nicht aus. Achten Sie auf Fleisch in der Nahrung (Fleisch-haltige Breie).


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