Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Dickdarm Spiegelung - 22 Monate altes Kind

Frage: Dickdarm Spiegelung - 22 Monate altes Kind

Kat82

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Guten Tag, ich bin im Moment sehr versunsichert. Unsere Tochter (Frühchen, jetzt 22 Monate alt, ASD II) hat seit Breieinführung das Problem, dass der Stuhl fest, zum Teil hart ist. Dadruch meiner Meinung nach bedingt, hatte sie immer mal wieder (d.h. alle paar Wochen bei 1-2 Stuhlgängen) minimale Blutungen, die ich nur beim Abputzen bemerkt hatte. Ich denke, dass durch den harten Stuhl leiche Risse am Afer entstanden sind. Diese waren zuletzt auch mal deutlich sichtbar.... Daraufhin hat die Kleine jetzt vor 2 Monaten Laxbene bekommen. Davon bekommt sie 1/2 Beutel am Tag. Mit der Gabe gibt es auch keine Probleme. Der Stuhl ist weich wie Brei. Zusätzlich gab es Hametum und Neo Balistol zum Eincremen in Akutzeiten sowie Tannolact Sitzbäder. Sobald ich Laxbene jedoch nur jeden zweiten Tag gebe, wird der Stuhl wieder geformt, und das Problem des Einreißens kommt wieder :( Jetzt wurden wir zu einem Chirurgen geschickt, der sich das Ganze einmal ansehen sollte: Er möchte jetzt eine Spiegelung des Dickdarms machen. Er konnte jedoch keine Fissuren erkennen .... (vielleicht auch schon wieder aktuell abgeheilt?) Blutauflagerungen auf dem Stuhl gab es nur 1x ... aber da konnte man meiner Meinung nach auch ganz klar eine Fissur sehen.... die anderen male ist es mir nur beim Abputzen aufgefallen... Jetzt frage ich mich: - ist eine solche Spiegelung wirklich notwendig? Möchte der Kleinen dies eigentlich nicht zumuten. Zumal die möglichen Komplikationen auch nicht nett sind... - könnte man nicht erst einmal den Stuhl untersuchen? Könnte es da Anzeichen geben, die "ja" oder "nein" zu einer Spiegelung sagen? - benötigen Kinder mit einem ASDII mehr Flüssigkeit als Kinder ohne diesen Herzfehler? Wenn ja, könnte ja da das Problem liegen? Dass die Kleine "einfach" nicht genug trinkt? Die Art des Eingriffes lautet genau: "Spiegelung des Dickdarms und Enddarms in Narkose und Entnahme von Gewebeproben, Weitung des Schließmuskels ggf. Spaltung einer Fistel - offene Wundheilung" Was ist unter weitung des Schließmuskels zu verstehen? Eigentlich soll der Schließmuskel bei ihr weit genug sein.... Ich finde das alles komisch.... Ich fände es super, wenn Sie mir auch nur in irgendeiner Weise Ihre Meinung hierzu schildern könnten. Herzlichen Dank vorab. Kat


Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

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Ihre Skepsis ist vollkommen berechtigt. Meine Empfehlung: Stellen Sie Ihr Kind bei einem Kindergastroenterologen in Ihrer Nähe vor. Lassen Sie einen Stuhltest auf Calprotectin und auch eine Zöliakiediagnostik (Antikörperbestimmung im Blut) beim Kinderarzt durchführen. Eine Darmspiegelung ist nach Ihrer Schilderung nicht indiziert, eine Dehnung des Schließmuskels ist zu hinterfragen, ich würde sie nicht durchführen lassen. Den harten Stuhl kann man leicht mit Laxbene oder Movicol weichmachen (keine Nebenwirkungen, Dauertherapie möglich --> Dosis 2 x 1/2 bis 2 x 1 Beutel pro Tag). Invasive und operative Maßnahmen halte ich bei Ihrem Kind nicht für nötig. Das Laxbene können Sie nach eigenem Ermessen über längere Zeit geben.


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