Frage: Blasenentleerungsstörung durch Verstopfung

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Radke, unsere Tochter (6) hatte nach Antibiotikagabe + Lactobac eine starke mehrtägige Verstopfung, die wir mit Movicol an Tag 5 (und 8 Beuteln!) endlich gelöst bekommen haben. Seitdem geben wir 1 Beutel (der ist seit 2 Jahren in Absprache Dauergabe, da sie immer wieder Probleme hat). Nun haben wir seit 3 Tagen das Problem, dass der Stuhl zwar zum Glück 1x täglich und sehr flüssig ist, aber leider scheint die Blase blockiert, so dass sie vorgestern ganze 19 Stunden nicht pullern konnte. "Es geht einfach nicht" sagt sie dann. (Wir waren mit der Rettungsstelle telefonisch schon in Kontakt, als es endlich im Zuge des Stuhlgangs klappte).  Seitdem ist jeder Tag ein Krimi: Solange der Darm frei ist, kann sie pullern, sobald er sich füllt, klappt nichts mehr bis zum Stuhlgang und das kann künftig bedeuten, dass sie vielleicht auch mal 24-48h nicht pullern kann. Heute hat sie das letzte Mal um 10:30 Uhr vormittags gepullert und wir haben es jetzt 20:45 Uhr und hoffen dass heute noch Stuhlgang kommt.  Eine genauere Untersuchung seitens Kinderchirurgie und Gastroenterologie steht erst in 4 Wochen an. Die Kinderärztin meinte nur "der Bauch sei weich" (allerdings auch zuvor entleert). •1)  Wie lange darf ein Kind nicht pullern bzw. ab wann wird es in unserer Situation gefährlich? •2) Sollen wir viel zu trinken geben oder in dem Fall, dass die Darmentleerung (immer abends!) noch 12h dauert, eher wenig?  •3) Mit Movicol den Stuhl flüssig halten oder besser fester bekommen in der Hoffnung, dass die Blase dadurch nicht beeinträchtigt wird?  •4) Gibt es irgendwas, wie wir den Harndrang anschieben können oder ist das vergeblich, solange der Stuhl flüssig ist? (Warmes Bad.. etc.?) Vielen Dank und freundliche Grüße JenKla    

von Jenkla am 12.02.2024, 20:46



Antwort auf: Blasenentleerungsstörung durch Verstopfung

Zunächst ist es gut, daß es in absehbarer Zeit eine Diagnostik gibt, wenngleich das auch etwas schneller gehen könnte.  Zu Ihren Fragen:  1: Das ist allgemein nicht zu sagen. Es hängt von der Flüssigkeitszufuhr ab und vor allem von evtl. Schmerzäußerungen Ihres Kindes. Wenn diese stark sind, sollte eine Rettungsstelle aufgesucht und ggf. ein Katheter gelegt werden. 2: Mehr Flüssigkeit ist besser als zu wenig. Darüber hinaus versuchen Sie mal, die Movicol-Dosis zu erhöhen, so daß zweimal täglich dünne oder breiige Stühle abgesetzt werden. Achten Sie auf eine kindgerechte WC-Position (Beine müssen Kontakt zum Boden haben). 3: Siehe 2. Auf jeden Fall den Stuhl flüssig/dünn halten und das über längere Zeit. Ggf. löst sich damit auch das Blasenproblem. 4:Das geht zwar medikamentös, sollte bei Kindern aber unterlassen werden. Bieten Sie viel Flüssigkeit an und animieren Sie Ihr Kind über den Tag Wasser zu trinken.

von Prof. Dr. med. Michael Radke am 13.02.2024



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