tine811
Hallo Herr Dr. Posth, ich beginne bald meine Therapie. Die Ungeduld kam ca. 5mal vor. Ich liebe meinen Sohn sehr. Er hat nach der Notsectio 2-3 Wo. ca. 3 Std./Tag geschrien. Mit ca. 6Wo. hat er fast gar nicht mehr geschrien. Nach der ersten Impfung 3 Schreiabende, ließ dann wieder nach. Mit ca. 3Mon. wieder ein paar Schreiabende. Jetzt weint er nur noch, wenn er zahnt, Schmerzen hat, müde ist, schläft oft durch, neben mir. Ich habe von Anfang an viel Körperkontakt hergestellt usw. Wenn ich weine, schaue ich ihn an, erkläre es. Versuche, schnell auf seine Bedürfnisse einzugehen. Schreien gelassen habe ich ihn leider einmal in der Klinik. Sonst nicht, nur kurz wg. Müdigkeit o.ä. Quengeln wurde leider nicht immer sofort beendet. Er hat mit 5Mon. 2mal stark gefremdelt (geweint), sonst z. T. skeptische Blicke, bei einem Baby heute kurz geweint. Dreht sich zum Einschlafen zur Beruhigung auf die Seite. Kann man jetzt schon, ggf. vor Ort, die Bindung einschätzen? Danke!
Hallo, das Schreipensum Ihres Sohnes liegt rein zeitlich betrachtet schon in einem bedenklichen Bereich. Wenn es Ihnen aber gelungen ist, durch Ihre Zuwendung, ihr Tragen und Stillen oder Füttern zwischendrin Beruhigung zu erzielen, wiegt das Schreien nicht so schwer, als wenn Sie Ihr Kind in dieser Not allein gelassen hätten. Dass Ihnen das gelungen ist zeigt sich jetzt daran, dass es nur noch sehr selten zu einem heftigen Schreien kommt. Aber Ihr Weinen können Sie Ihrem Sohn nicht erklären, damit können Sie ihn leider nur irritieren, denn der Säugling reagiert stark auf den Gesichtsausdruck seiner Bezugsperson. Das Fremdeln wiederum hat auch viel mit der eigenen Veranlagung des Säuglings zu tun. Und das Quengeln müssen Sie zunächst einmal gar nicht unbedingt abstellen. Ich vermute einmal, dass die Bindung, die Ihr Sohn bis jetzt eingegangen ist, weitgehend noch zur sicheren Bindung zählt. Mehr kann ich Ihnen aber aus der Ferne nicht dazu sagen. Viele Grüße
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