Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Spielen

Frage: Spielen

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Hallo, unser Kleiner hat vor 2 Wochen seinen 1. Geburtstag gefeiert. Ich habe mal eine Frage zum Spielverhalten. Er spielt sehr schön allein und auch längere Zeit im Laufgitter - mit Bauklötzen oder Eimerchen. Je nachdem, was ich ihm hinlege. Ich mag nicht, wenn er zuviele Spielsachen liegen hat. Ich glaube, das überfordert ihn. Wenn ich mit im Wohnzimmer bin und bleibe, nehme ich ihn aus dem Laufgitter und spiele mit ihm oder er spielt auch da gern allein. Seit einiger Zeit ist er aber nur darauf aus, die Spielsachen herumzuwerfen bzw. Bauklötze etc. aus dem Laufgitter zu werfen. Das macht ihm anscheinend großen Spaß. Nach einer gewissen Zeit sammle ich alles ein und lege es ihm wieder hin, dann geht das Spiel von vorn los. Auch wenn ich Türme mit ihm baue, will er einfach nur kaputt machen und alles herumwerfen. Muss ich mir da jetzt schon Sorgen machen - wegen "Zerstörungswut" oder so oder ist das ein normales Spielverhalten? Danke für die Antwort, Emily


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Emily, Sie schreiben ganz richtig: "dann geht das Spiel von vorne los". Das Herumschmeißen von Gegenständen ist für den 1jährigen ein sinnvolles Spiel. Für uns Erwachsene ist das schwer einzusehen. Aber was das Kind dabei erfährt, sind entscheidend wichtige Dinge. Erstens erfährt es seine Fähigkeit und Kraft, diese Tätigkeit auszuüben. Das führt zum dem, was man frühe Authentizität nennt. Zweitens erfährt es, daß es einen Raum gibt, durch den die Dinge fliegen können. Der Raum ist mehr oder weniger weit. Drittens erfährt es, daß alle Dinge fallen. Das ist die Wirkung der Schwerkraft. Auf der Erde, wo er sich befindet, herrschat also Schwerkraft. Auch er stürzt, wenn er das Gleichgewicht verliert. Viertens gibt es Dinge, die bleiben heil und Dinge, die gehen kaputt. Es gibt also verschiedene Materialien. Fünftes bekommt es -bei lieben Eltern- alles wieder zurück, d.h. der Sozialkontakt fängt an beim Geben und Nehmen, beim Fortwerfen und Zurückbekommen. Dies sind vielleicht die fünf wichtigsten Erfahrungen, die das Kind in diesem "Spiel" macht. Wenn man möchte, daß sein Kind intelligent wird, dann spielt man dieses Spielchen geduldig mit, auch wenn´s mal langweilig wird... Viele Grüße


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