Mandarin
Guten Morgen, meine Tochter wird im Oktober 6 Jahre alt. Seit etwa einem Jahr haben wir Probleme mit ihr. Sie ist plötzlich nicht mehr das liebe kleine Mädchen, sie ist zornig und oft aufbrausend wenn sie wütend ist. Auch haut oder kneift sie uns. Oder spuckt uns an. Wir sind deswegen ziemlich bestürzt, ich dachte die ganze Zeit, dass es nur eine Phase ist und von alleine weg geht.Aber nun geht das ganze Drama schon ein Jahr. Das Verhalten änderte sich Zeitgleich mit der Geburt meines 2 ten Kindes. Liegt es vielleicht daran? Sie beteuert allerdings immer, wie sehr sie ihr Geschwisterchen liebt und knuddelt es die ganze Zeit...Eine Freundin erzählte mir das dieses Alter bei Kindern manchmal schlimmer sei als die Pupertät. Stimmt das? Was können wir machen wenn sie sich so verhält? Ignorieren? Wann geht das vorbei? Vielen Danke und Liebe Grüße
Hallo, was so alles erzählt wird... Es gibt immer jemanden, der sagt, gerade diese Phase in der Entwicklung des Kindes sei besonders schlimm (vermutlich nur, weil er sie so empfunden hat). Nein, eigentlich ist die Vorschulphase eine relativ ruhige, in der sich die Kinder immer interessierter mit "konkreten Operationen" (J. Piaget) befassen, sprich die Welt untersuchen und erkunden wollen, und zugleich immer mehr von den sog. Kulturfertigkeiten verstehen, die sie dann in sich aufnehmen. Das Gewissen steuert jetzt die Handlungen immer klarer, und erste Schritt in Richtung wahrer Vernunft machen sich bemerkbar. Ihre Tochter nun reagiert gegenteilig und damit regressiv. Sie hängt offensichtlich mit ihrer psychoszialen Entwicklung durch. Sie reaktiviert alte Trotzmuster, die jetzt oppositionelles Verhalten durchscheinen lassen und Provokationen hervorrufen (Anspucken u.a.). Sie ist vermutlich ganz gegen den Strich gebürstet, wie man so sagt. Also gibt es eine innere Not bei ihr. Die müssen Sie durch Beobachtungen und mit liebevollen und kindgerechten Gesprächen bei ihr herausfinden. Sie selbst kann das noch nicht erkennen. Ob dem Geschwisterrivalität zugrunde liegt, kann ich so ohne Weiteres nicht sagen, wäre aber eine Möglichkeit. Vielleicht brauchen Sie ja professionelle Hilfe vor Ort. Dazu wenden Sie sich am besten an eine Beratungsstelle für Erziehungsfragen, die es in jeder Stadt und Kommune als kostenloses Angebot gibt. Viele Grüße
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