Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Schreien

Frage: Schreien

Else2011

Beitrag melden

Mein Sohn ist 17 Wochen alt und ein sog. Schreibaby. Man merkt, dass ihm manchmal alles, also die Welt um ihn herum zu viel ist. Einkaufen mit ihm vermeide ich, auch alle sonstigen Aktivitäten, soweit es geht. Allerdings hat er eine große Schwester, 23 Monate, deren Spiel oder Geplapper ihn auch manchmal überfordert. Er schreit dann eine halbe Stunde am Stück oder länger. Da ich mit den Kindern alleine bin, ist es mir dann nicht möglich, mich mit ihm in ein ruhiges Zimmer zurück zu ziehen, da ich ja meine Tochter nicht alleine lassen kann. Ich trag ihn bei Schreiattacken und versuche ihn zu beruhigen, er ist also nicht allein! Er ist sonst gesund, keine Blockaden oä. Schaden diese Schreiattacken unserer Bindung? Er beruhigt sich trotz Körperkontakt nur sehr schwer, schreit auch auf dem Arm eine ganze Zeit lang weiter! Was kann ich tun, um ihm zu helfen? Schreiambulanz war erfolglos.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Hallo, zunächst einmal würde mich interessieren, wo Sie in der Schreiambulanz gewesen sind und was man Ihnen dort geraten hat. Es gibt nämlich bisher keine tragfähige Auswertung eines Nutzens solcher Schreiambulanzen. Eine Mutter allein zu Hause mit einem Kleinkind und einem unruhigen und wahrscheinlich temperamentvollen Säugling ist stark belastet. Sie braucht unbedingt Hilfe und Entlastung. Wenn die Familie nicht einspringen kann, sollte sie sich auch an Hilfsangebote aus der Gesellschaft wenden, die sie über das Jugendamt erfragen kann. Das Problem ist nämlich, dass irgendwann ihre ruhige und ausgleichende Wirkung erschöpft ist und sie dann zu dem Zustand beiträgt, den sie beseitigen möchte. Dieser unglückliche Kreisschluss kann dann nur durch einen Außenstehenden beendet werden, der aber viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl mitbringen muss. Versuchen Sie, Ihren Tag erst einmal zu strukturieren und geschickt zu organisieren. Ihre ältere Tochter könnte - zunächst zusammen mit ihnen - in eine Spielgruppe gehen, wo Sie sich dann tatsächlich immer wieder in eine Nebenzimmer zurückziehen können, um den Kleinen von zuviel Außenreizen etwas abzuschirmen. Ihre Tochter wird sich bei Ihrer Anwesenheit in der zunächst fremden Gruppe sicher fühlen. Spaziergänge, Einkäufe und andere Aktivitäten könnten beiden Kinder Beschäftigung geben, wobei Sie den Kleinen am besten mit einer Tragehilfe am Körper tragen. Solange er Ihnen zugewandt ist, ist er dabei gut abgeschirmt. Wenn Sie selbst ruhig wirken, überträgt sich das auch auf Ihre Kinder. Schreiben Sie mir wieder. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hi,mein Sohn, 9 1/2 Monate alt, hat leider schon immer "schlecht" geschlafen.Er wacht alle 1 1/2-2h auf, selten schafft er 3-4h. Er wollte dann immer gestillt werden, z.T. 6x/Nacht, aber eigentlich va z.Nuckeln.Schnuller verweigert er. Jetzt habe ich abgestillt u. mein Mann kann mir nachts helfen. Es klappt gut. Allerdings schläft mein Sohn NUR in ...

Unsere Tochter ist 8 Monate alt. Sie schläft bei mir im Bett. Einen Nuckel nimmt sie nicht. Tagsüber ist sie ein auffallend ausgeglichenes Baby. Das Problem ist der Nachtschlaf: Zum Einschlafen stille ich sie und lege sie dann in ihr eigenes Bettchen. Nach 1,5 Stunden wacht sie wieder auf, dann nehme ich sie zu mir ins Bett und stille sie erneut ...

unser Sohn (16Wochen) ist eigentlich ein ausgeglichenes, sehr aktives und wenig weinendes Kind.Seit mehreren Wochen allerdings bekommt er Abends (meist zwischen 18 umd 20 Uhr) richtige Anfälle.Er spielt fröhlich, lacht mit uns und es scheint alles ok zu sein. Wie auf Knopfdruck fängt er dann erst an zu meckern und dann heftig zu weinen teilw. schre ...

Sehr geehrter Dr. Posth, unser Sohn (6 Monate / gestillt/ Familienbett) ist ein sehr schlechter Schläfer/Einschläfer. Er schreit vor jedem Einschlafen- tagsüber oder abends. Wir können nichts machen. Wenn er müde wird, wird er sehr unruhig , wirft sich hin und her, windet sich- bis er schließlich schreit. Das Ganze hat sich mittlerweile auf höch ...

Hallo Herr Dr. Posth Sie beschreiben in Ihren Antworten sehr gut die Folgen von "schreien lassen" bei den Kindern. Diese Erziehungsmethode ist ja nun schon über mehrere Generationen üblich und müßte demzufolge in den vorherigen Generationen Störungen verursacht haben. Gibt es Studien oder sonstige Literatur zu dem Thema? Wenn ich in meiner Fa ...

Guten Tag sehr geehrte Frau D. Ingrid Henkes,  Kurze Vorinformation:  mein Sohn ist gerade 7 Monate alt. Das stillen hat am Anfang aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes nicht funktioniert.  Zuhause wurde es dann besser.  Ich bin oft dabei mit ihm eingeschlafen, weswegen ich das unerfahrener Weise so beibehalten habe.  Er schläft auch ...

Hallo Frau Henkes, mein Baby/Kind 1 Jahr ist von Anfang an sehr schwierig. Es schreit sehr viel und benötigt viel Aufmerksamkeit. Wir haben uns Hilfe bei einer Osteopatin, Schreiberater und Kinderärztin geholt. Doch leider konnte mir noch keiner von den drei Organisationen helfen.  Mein Junge weint sobald ich mich wenige cm im Raum von ih ...

Liebe Frau Henkes, meine Tochter ist 3,5 Monate alt und spuckt seit der Geburt sehr viel (Rekord siebzehnmal in der Stunde). Da die Gewichtsentwicklung immer gepasst hat, hat der Kinderarzt stets gesagt, dass alles ok ist und die Kleine hat es anfangs ja auch nicht gestört, dass sie spuckt, sie war ein sehr ausgeglichenes und zufriedenes Baby. ...

Sehr geehrte Frau Henkes,   unsere Tochter ist 12 Monate alt und hängt sehr an mir als Mama. Aktuell ist ihr Schlafverhalten verändert und sie schläft tagsüber nur noch einmal. Gestern hatte sie eine schlechte Nacht und wurde zudem auch noch bei ihrem Mittagsschlaf von lauten Nachbarn geweckt. Daher wollten wir es an diesem Tag noch einmal m ...

Liebe Frau Dr  unsere beiden Söhne 5 und 7 Jahre alt sind ständig am streiten. Es fängt schon in der Früh an. Ich merke dass ich dann immer mit Drohungen reagiere ... zb wenn ihr nicht aufhört dann gibt es z. B. Kein Fernsehen. Anders geht es nicht. Sie hören mir auch gar nicht zu. Wenn ich sage bitte zieht euch an- das wird nicht gehört . Erst ...