Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Einnässen

Frage: Einnässen

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Hallo! Mein Sohn (bald 4 - siehe Posting unten) ist sprachverzögert. Dennoch war er seit er 2,5 Jahre alt war sauber/trocken. Seit einigen Wochen - konkret seit er viel mehr spricht scheint mir - nässt er dafür wieder ein, d.h. er nässt nicht ganz ein, sondern vielmehr läßt er etwas urin in die Unterhose und bemerkt es erst dann, daß die Hose nass wird und läuft zum Klo... Beim Urologen waren wir schon, das ist alles unfauffällig, er meinte, es wäre rein psychisch zu erklären. Er hat jetzt immer eine Slip-Einlage drinnen, so klappt es einigermaßen, weil er ja nicht wirklich einnässt, nur etwas eben wie beschrieben... Dennoch ist das keine Lösung. Ich schimpfe ihn nicht, ich ziehe ihn einfach um. Er sagt mir einfach nicht mehr, wenn er aufs Klo muß... Er kann hingegen aber problemlos auf 'Aufforderung' Pipi machen, das ist überhaupt kein problem. ER kann es also steuern... Ich weiß nicht was ich tun kann und vor allem WARUM? Lg


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, für diese Form des Wiedereinnässens kommen in der Regel keine organischen Ursachen infrage. Das muss schon psychosoziale Gründe haben. Das klinische Bild wird beschrieben als Miktionsaufschub mit Überlaufen der Blase. Miktion ist der Fachausdruck für das Wasserlassen resp. Pinkeln. Die Kinder verzögern aus irgendwelchen Gründen den Gang zur Toilette, bis erste Urintröpfchen aus der Harnröhre herauslaufen (sog. Dranginkontinenz). Manchmal kommt es auch zum plötzlichen Totaleinässen. Die Kinder rechnen nicht mit der Entleerungskraft ihrer Blase. Der Grund für das Zurückhalten ist ein "Trotzen mit der Blase" (mit dem Darm geht es auch als habituelle Obstipation). Zu lösen ist das psychosoziale Problem. Da sind Sie zunächst wieder gefragt. Was macht Ihrem Sohn derzeit Druck, was ruft Probleme hervor? Viele Grüße


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