Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Angst vor Untersuchungen

Frage: Angst vor Untersuchungen

Mutter2011

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S.g.H.Dr. Posth, unsere To. (Anf. 20. Mo) weint mittlerw. bei jedem Arztbesuchen,egal, ob geimpft/abgehört/in den Rachen geschaut wird. Solange sie auf meinem Arm bleiben darf während der Unters., geht es noch, aber sobald sie sich hinsetzen od. hinlegen soll, schreit sie los :( Wir haben unser Kindchen nie weinen lassen. Umso schlechter geht es mir, wenn ich mithelfen soll, dh das Kind mit festhalten soll, zB wenn der KiA in den Rachen schaut und ähnliches. Andererseits will ich dem KiA auch nicht in den Rücken fallen, die Unters. dient ja dem Wohle des Kindes. Kann das o.a. eine sichere Bindung schädigen, zumal mich meine To. jedes Mal mit 3 Fragezeichen anschaut, warum ich ihr nicht helfe? Bin verzweifelt, es tut mir so leid für mein Kind, aber nicht zum Arzt gehen ist ja auch keine Lösung... danke für Ihre Einschätzung und dass sie immer für uns da sind.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, Sie sprechen da ein großes Problem an, über das im Grunde viel zu wenig gesprochen wird. Es betrifft nicht nur den Arzt, sondern auch die Eltern selbst, die ja auch immer wieder unliebsame Verrichtungen an ihren Kindern aus gesundheitlichen Gründen vornehmen müssen, z.B. Fieber messen im Po, Augen- oder Nasentropfen verabreichen, wenig schmackhafte Medikamente einflößen, Salben auftragen, die vielleicht ein bisschen brennen, oder Blutzucker messen und etliches mehr. Da das Kind nicht einsichtig ist und sich die Notwendigkeit dieser Maßnahmen nicht erklären kann, läuft das ganze auf eine Art Machtkampf hinaus. Und genauso verhalten sich auch die Kinder, wie auch die Eltern. In der Arztpraxis zählt einerseits das Klima, andererseits muss sich der Arzt/die Ärztin sehr viel Mühe geben, mittels Ablenkung, Überredung, sanftem Druck und der einen oder anderen kleinen Belohnung das Kind zur Mitarbeit zu bewegen. Was auch hilft ist, Untersuchungsvorgänge erst einmal an sich selbst oder bei der Mutter vorzumachen. Sehr kleine, ängstliche und trotzige Kinder brauchen auch manchmal ein bestimmendes Durchgreifen, weil sonst keine Untersuchung möglich ist und keine Diagnose gestellt werden kann. Der Arzt ist aber haftbar für das, was er tut oder unterlässt. Und es ist wichtig für das Wohlergehen des Kindes. An dieser Stelle ist die Mitarbeit der Mutter oder des Vaters sehr wichtig. Die Eltern müssen überzeugt von dem wirken, was der Arzt tut, müssen beim Halten des Kindes, bei der Ablenkung und Überredung geschickt mitmachen und eben manchmal auch kleine Versprechungen machen. Die Bindung von Mutter, Vater und Kind wird durch solche Manöver nicht beeinträchtigt, vor allem dann nicht, wenn hinterher dem Kind in einfachen Worten erklärt wird, warum die Untersuchung oder z.B. Blutabnahme notwendig gewesen ist. Das Kind muss nur spüren, dass es ernst genommen wird und seine Angst verstanden wird. KiÄ, die ihren Beruf sehr ernst nehmen und sich dessen bewusst sind, was Sie mit den Kindern tun und wie sie es tun, haben praktisch keine Schwierigkeiten mit ihren kleinen Patienten. Das Vertrauen bleibt oder baut sich sehr schnell wieder auf. Es gibt wie immer leider auch "schwarze Schafe" unter ihnen und Erwachseneärzte bringen das nötige Verständnis meist nicht auf. Viele Grüße .


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