Mitglied inaktiv
Guten Tag! Mein Sohn ist 7 Jahre alt, geht zur Schule, ist sehr clever. Eins verblüfft mich aber immer wieder: Er hat bis heute noch (wenn auch in letzter Zeit weniger) Angst, wir könnten ihn nicht wieder erkennen(?!), wenn er sich z.B. stark verkleidet. Auch habe ich einmal (da war er 5 Jahre alt) seine Kleidung wie einen Menschen auf dem Boden ausgelegt und das Gebilde mit seinem Vornamen angesprochen, da brach er in Tränen aus und rief "nein, das bin ich nicht, hier bin ich". Er liess sich auch nie schminken o.ä. Rollenspiele macht er allerdings gerne, er beschreibt dann genau, wer er sein will und ich soll ihn dann auch so ansprechen (z.B. als Hund etc.) Haben Sie eine Vermutung, was hinter dieser Angst stecken könnte? Danke und Gruß, PÖondus
Hallo, es ist gar nicht so selten, daß Kleinkinder Verkleidungsspiele oder "Mummenschanz" stark ablehnen. Viele Säuglinge fangen an zu weinen, wenn sich ihre Mütter die Haare anders machen oder für den Ausgang stark schminken. Das liegt daran, daß das Kind die Identität eines Menschen noch ganz stark mit seinem Aussehen und seiner Physiognomie in Verbindung bringt. Andere Kriterien und die abstrakte Vorstellung einer personellen Einheit trotz äußerer Veränderung haben für das Kind noch nicht die Bedeutung wie für den Erwachsenen. Z.B. erschrecken die Kinder sehr vor dem Nikolaus, der ganz offensichtlich vom Opa oder dem Onkel gespielt wird. Wenn er dann auch noch streng oder bedrohlich auftritt, ist die Angst groß. Also: das Kind braucht beständige, äußerliche Merkmale, um die Identität einer Person erhalten zu wissen. Das ist beim Erwachsnen anders. Er hat sogar Spaß, in einer fremden Rolle seine Identität zu variieren. Das Rollenspiel des Kindes hat einen anderen Hintergrund. Viele Grüße
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