Christiane Schuster

Mutter Vater Konflikt

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo Frau Schuster,
ich (28)habe ein Problem Problem mit meiner Freundin (25) die leider nicht mehr meine Freundin ist da ich mich von Ihr getrennt habe da wir sehr unterschiedlicher Meinung sind was unseren gemeinsamen 5 Wochen alten Sohn angeht.Meine Freundin (Miriam) hat bereits ein 6 jährigen Sohn(nicht von mir)und Sie hat bestimmt mehr erfahrung als ich ,in Sachen Kinder,ist aber ein bißchen Altmodisch eingestellt.Ich z.b. wollte unserm Sohn(Till)einen Schnuller kaufen,da er sehr oft nach dem Stillen einschläft und dann eine halbe bis eine Stunde später wieder aufwacht und weint und ich denke wenn Till keinen Hunger mehr hat und es schon spät ist hilft ihm der Schnuller evtl.Bauchschmerzen zu vergessen und weiter zu schlafen aber sie möchte halt keinen Schnuller.Und letztens habe ich Nuckelflaschen gekauft damit Miriam mal abpumpen kann und ich Till auch mal essen geben kann wenn Miriam nicht da ist oder nur zur Entlastung,habe ich auch einen Baby-Tee gegen Bauchweh und so gekauft da hat sie auch gleich gemeckert und gesagt das bekommt Till durch Ihre Muttermilch wenn Sie z.b. Fencheltee getrunken hat!Was ist denn nun das beste für Till???Ich als Vater möchte doch auch einen Teil dazu beitragen weil immer alles die Mutter macht und ich mich halt ausgeschlossen fühle,besonders in der ersten Zeit ist das doch wohl so?Sie hat kein verständnis dafür das ich mich Integrieren möchte und auch mal eine Idee zur Erziehung oder zum Wohlbefinden von Till in die Tat umsetzten möchte.Bitte helfen Sie mir ich möchte Miriam und somit auch Till gerne zurück

von Martin Schl. am 12.10.2000, 23:09 Uhr

 

Antwort auf:

Mutter Vater Konflikt

Hallo Martin
Gerade so kurz nach der Geburt ist es eigentlich verständlich, wenn Ihre Freundin meint, besser auf die Bedürfnisse des Babys eingehen zu können als Sie. Sie hat den kleinen Wicht schon 9Mon. unter ihrem Herzen getragen und die Bewegungen mit Allem, was dazu gehört, sicherlich mehr gespürt als Sie.-
Den grössten Beitrag zum Wohlbefinden von Till und Miriam können Sie leisten, indem Sie Verständnis für Beide aufbringen. Vereinbaren Sie doch miteinander, dass Sie sich in den nächsten Wochen verstärkt um den 6Jährigen kümmern möchten (sofern er bei Ihnen lebt). Für alle Vier bleibt so am meisten Zeit, gemeinsam zu kuscheln, spazieren zu gehen, gemütliche Stunden zu verleben. Versuchen Sie möglichst auch so viel wie möglich bei den tägl. Hausarbeiten zu helfen. So kann Miriam sich zwischen Füttern, Wickeln, Baden, usw. auch einmal entspannen. Diese Ruhe wird sich auf Till genauso wie auf alle anderen Familienmitglieder auswirken und wieder zur inneren Harmonie führen.
Über Ernährung während der Stillzeit könnten Sie doch mal gemeinsam auf dieser Site bei Biggi Welter, der Stillberaterin ´reinschauen. Die Erfahrungen anderer Mütter (und Väter) sind hier nicht zu unterschätzen und häufig besser als jede Fachliteratur. Die praktische Umsetzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse können wir nur von "Betroffenen" erfahren.-
Dass Miriam Probleme mit dem Schnuller hat, kann ich persönlich gut nachvollziehen. Doch auch dort gibt es enorme wissenschaftliche Erkenntnisse:
Eine alters- und kiefergerechte Form schadet nicht mehr dem Kiefer; im Gegenteil: er unterstützt das Training der Mundmuskulatur und trägt so zur Entwicklung der Zähne bei, wie er auch das Sprechen-Lernen fördert. Es gibt sie für die erste Zeit aus Silikon um Allergien zu vermeiden. Die später einzusetzenden Sauger sind aus bissfestem Latex. Unhygienisch müssen sie auch nicht mehr sein, da man sie mit einem eigens dafür entwickelten Kettchen am Bett, an der Kleidung befestigen kann, sodass sie nicht mehr in den Schmutz fallen und ständig verloren sind.
Das Nuckeln vertieft den angeborenen Saugreflex und wirkt beruhigend und entspannend.-
Seid der Geburt des ersten Kindes gibt es auch für Miriam sicherlich viele Neuerungen. Informieren Sie sich gemeinsam und finden Sie gemeinsam den für Sie besten Weg. Unternehmen Sie nichts im Alleingang. Es würde Ihrer Beziehung nur Schaden zufügen -auch wenn Sie es eigentlich gut meinen-.
Zeigen Sie Ihrer Freundin diesen Ratschlag und stöbern Sie gemeinsam auch mal bei der Stillberatung, dem Kinderarzt oder in den Foren ohne "Experten". Hiermit möchte ich keineswegs Reklame machen sondern Ihnen Beiden helfen, einen gemeinsamen Weg zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu finden.
Es würde mich freuen, bald von Ihnen und/oder von Miriam etwas zu hören und ich stehe natürlich weiterhin gerne mit meinen theoretischen und praktischen Erfahrungen als Ratgeber zur Verfügung.

Toi,Toi,Toi und: bis bald?

von Christiane Schuster am 13.10.2000

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Mutter Vater Konflikt

Hallo Martin,

du hast ziemlich schräge Ansichten bezüglich der Trennung von einer Frau und dem gemeinsamen Kind. Wenn man sich wegen solch kleiner Lappalien trennt, dann stimmt vielleicht grundsätzlich etwas nicht in der Beziehung.
Außerdem habe ich als Vater einer nicht-gestillten und einer gestillten Tochter die Erfahrung gemacht, daß die väterliche Einflußnahme bei einem Stillkind am Anfang NIE stark ist, da man dem Kind auch mit Flasche nicht annähernd das Gefühl geben kann, was die Brust der Frau hervorruft. Fazit: Du mußt abwarten und dem Kind die Zeit geben, die es braucht, sich von der Mutter zu lösen und sich Dir zuwendet.
Bei den täglichen Dingen, wie z.B. Wickeln, Baden, Beschäftigen etc. ist Deine Präsenz doch sicher gewünscht.
Ich denke, Du hast Dich auf Deinen Sohn so sehr gefreut, daß Du jetzt unendlich enttäuscht bist, daß Du kein gleichwertiger Elternteil bist. Steck´ Deine Enttäuschung weg und freu Dich auf den Zeitpunkt, wo Dein Till bereit ist. Das ist auch nicht so egoistisch, denn Du willst doch im Sinne und Wohle Deines Sohnes handeln...
Beherzige den Ratschlag von Frau Schuster, überdenk alles nochmal und triff eine endgültige Entscheidung, die alle Konsequenzen mit einbezieht und halte Dich daran.

Gruß
@notherPapa

von @notherPapa am 13.10.2000

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Mutter Vater Konflikt

Lieber Martin,

ich bin zwar auch eine Frau und habe iene Tochter von jezt einem Jahr, aber ich habe das Bedürfnis, Dir ein wenig Mut zuzusprechen.

Ich weiß noch recht gut, wie es bei uns in der Anfangszeit gewesen ist. Auch ich habe unsre Tochter voll gestillt und mein Mann war außen vor. Auch ich hatte das Gefühl, daß besser weiß, was gut für unsre Baby ist. Die erste Zeit mit einem Neugeborenen ist wohl die stressigste im Leben eines Paares. Wir haben uns oft heftig gestritten, obwohl wir vorher nie richtig Streit hatten. Was ich von anderen gehört habe, geht es wohl fast jeder Familie so. Geburt und die neue Mutterschaft sind für eine Frau SUPER-Anstrengend. Zudem spielen in den ersten Wochen nach der Geburt bei der Frau auch die Hormone verrückt, was diese Probleme noch verstärkt.

Von meinem Mann weiß ich, daß er sich am Anfang auch hilflos gefühlt hat, weil nur ich meinem Kind zu essen geben konnte. Dass Deine Frau keinen SChnuller und keine Flasche für euer Kind will, hat sicherlich den Grund, daß es bei gestillten Kindern oft eine sogenannte Saugverwirrung gibt. Soll heißen, wenn sie Flasche und Schnuller bekommen, wollen sie nicht mehr richtig an der Brust trinken. Meine Kleine hat das gehabt und wir hatten echte Probleme sie satt zu bekommen.

Aber Füttern ist ja nicht das einzige, was so ein Baby braucht. Da ich einen Kaiserschnitt hatte und zu Anfang nicht so fit war, hat sich von Anfang an mein Mann auch um die Kleine gekümmert: Wickeln, Baden, Schmusen. er ist abends nach der Arbeit mit ihr nochmal spazieren gegangen, damit ich ein paar Minuten für mich hatte. Das hat uns allen sehr geholfen.

Auch wenn es blöd klingt: Diese erste schwierige Zeit geht vorbei. Bei uns hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich wieder "die alte" war.

Ich wünsche Euch alles Gute, wenn Du willst, kannst Du mir auch mal eine Mail schicken
kirsten.robert.kunz@t-online.de

Kirsten

von kirsten am 16.10.2000

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