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Geschrieben von Cathi am 24.05.2005, 9:04 Uhr

Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Hallo, ihr Lieben.

Worab gleich eine Warnung, dass dies ein Jammerposting wird. Ich bin gefühlsmäßig total fertig und habe niemanden mit dem ich drüber sprechen kann, also müsst ihr mal wieder herhalten.

Ich bekomme ihn einfach nicht aus meinem Kopf. Ich denke den ganzen Tag dass ich ihn liebe und zurückmöchte, aber ich kann ihn ja leider nicht zwingen mich zu lieben.

Mir fehlt er so sehr, unser Familienleben fehlt mir und unser Haus. Ich bin zur Zeit ziemlich einsam, habe eigentlich nur zwei Freundinnen und bin auch kein Typ der jetzt plötzlich auf Discos rennt und Leute kennenlernt. Ich war immer ein ruhiger zurückgezogener Typ, bei dem die Familie immer an erster Stelle stand.
Auch für meine Kleine finde ich die Situation schlimm. Ich hatte keine schöne Kindheit und wollte eigentlich immer, dass mein Kind in einer liebevollen Familie mit Häuschen und Garten aufwächst. Und jetzt sitzen wir einer kleinen Dachgeschossbude und müssen jeden Nachmittag überlegen, was wir machen, damit wir nicht drinsitzen. Ich mache schon immer Überstunden, weil sie ja im Kindergarten viel besser aufgehoben ist.
Jeden Abend bekomme ich Streit mit ihr, weil ich nervlich am Ende bin, sie nicht schlafen will, nicht in ihr Bett geht und ich einfach nur mal abends ne Stunde vom Fernseher abschalten möchte. Gestern ging es wieder bis 22.30 bis sie endlich eingeschlafen ist (bei mir). Ich merke an ihren Reaktionen und dem Weinen, dass die SItuation sie auch belastet.
Aber ihr Vater und seine FAmilie machen weiterhin ein auf alles ok und heile Familie.
Kein Mensch fragt, wie es mir dabei geht und dass ich alles verloren habe, was 9 Jahre lang mein Lebensinhalt war.
Ich denke immer noch, vielleicht haben wir noch eine Chance, wenn die 20-jährige ihn erstmal abserviert hat.

Ich weiß dass ihr mir nicht helfen könnt, aber wie kann ich mein Gefühlschaos in den Griff bekommen? Wie lange hat es bei euch (denen es ähnlich erging wie mir) gedauert, bis ihr nicht mehr den ganzen Tag daran gedacht habt.

Ich stehe morgens mit dem Gedanken an ihn auf (bzw. kämpfe mich hoch, weil mich eigentlich nichts aus dem Bett zieht) und abends schlafe ich mit dem Gedanken an ihn ein. Nachts träume ich dann auch noch von ihm. Letztens haben wir uns das erstemal im Traum angenähert und geküsst. Das tat so weh, als ich dann aufgewacht bin.

Man solle eigentlich meinen mit 33 Jahren wäre ich eine Frau, die über solchen Dingen steht, aber ich bin Skorpion und wenn die lieben dann mit ganzem Herzen.
Meine erste Beziehung hat auch 9 Jahre gedauert (ich war damals 15) und obwohl es eigentlich 9 chaotische Jahre waren habe ich letztendlich lange gebraucht um mich zu trennen und auch erst, als ich meinen jetztigen Freund kennenlernte.
Ich kann mir daher auch nicht vorstellen mich nochmal so intensiv auf einen Mann einzulassen und meine Ziele Familie und Häuschen mit einem anderen zu verwirklichen.

Sorry, dass ich euch jetzt mal wieder zugemüllt habe, aber meine Gesprächspartner sind zur zeit rah und ich hatte das Gefühl, dass ich an meinen Gedanken ersticke, wenn ich sie nicht rauslasse.

Liebe Grüße Cathi

 
7 Antworten:

Re: Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Antwort von Avatar am 24.05.2005, 9:45 Uhr

Hallo,

ich muss sagen mir ging es nach der Trennung ähnlich wie dir.
Er fehlte mir sehr, ich war auch ziemlich einsam und die erste Zeit war für und mit den Kindern sehr schwierig.

Ich habe und hatte auch nur wenig gute Freunde, bin auch kein Typ, der viel ausgeht und Kontakte sucht.
Wir hatten sowieso überwiegend gemeinsame Freunde, die sich dann nach der Trennung zurückgezogen haben, weil sie nicht damit umzugehen wussten.
Diese Zeit des "Einsam und Verlassen Fühlens" hat bei mir ehrlich gesagt ca.1-2 Jahre gedauert.
Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es nicht die Liebe ist, die mich ihn wieder zurückwünschen lässt (die war schon jahrelang weg), sondern die Sehnsucht nach dem Familienleben, der Geborgenheit, der Gewohnheit. Mein ganzes Weltbild war irgendwie zerstört.
Nichts war mehr wie es sein sollte.
Gut ich bin in unserem Haus geblieben, damit wenigstens die gewohnte Umgebung als Halt da ist...
Dazu muss ich aber sagen, dass mein Ex-Mann immer alles erledigt hat und ich plötzlich für mich und die Kinder alleine klarkommen musste, auch finanziell und das hat bei mir große Ängste ausgelöst.
Fast ein 3/4 Jahr habe ich fast lethargisch vor mich hingelebt ehe ich überhaupt in der Lage war etwas zu unternehmen.
Zum Zeitpunkt der Trennung war ich fast 31 und man hätte meinen können kein Problem für eine erwachsene Frau, aber irgendwie kam ich mir alleine gar nicht lebensfähig vor...
Irgendwann habe ich mich dann zusammengerissen, bin einen Schritt vor den nächsten gegangen und habe mit jedem weiteren Schritt an Selbstvertrauen gewonnen!
Auslöser war unter anderem der, dass mein Ex Mann in dieser Zeit eines Abends auf der matte stand und wieder zurückkommen wollte, weil er Streit mit seiner Freundin hatte.
Und da hat es bei mir "Klick" gemacht:
In dem Moment wusste ich, dass es zu nichts führen würde ihn wieder zurückzuholen und ich habe nein gesagt.
Niemals hätte ich gedacht, dass ich die Kraft und Stärke dazu hätte, aber DAS und seine bewundernde(!?) Reaktion darauf hat mir gezeigt, dass ich es schaffen kann!

Ich dachte auch immer: niemals mehr kann ich eine Beziehung führen oder ein Familienleben mit einem anderen Mann aufbauen....
Aber wie das Leben so spielt:
ich lebe mit einem lieben Partner seit fast 2 Jahren zusammen (ja ich habe einen gefunden! :-)) ), das Familienleben funktioniert sogar so gut, dass wir ans heiraten und Nachwuchs denken....

Aber das alles braucht halt so seine Zeit und bei dir scheint es noch ganz frisch zu sein.
Also: kommt Zeit, kommt Rat und vielleicht auch die Verwirklichung deiner Wünsche.

Ich drück dich mal dolle und lass den Kopf nicht hängen!

lG avatar

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Ohje, hab ja einen Roman geschrieben! Achtung lang! :-)) o.T. aber lG

Antwort von Avatar am 24.05.2005, 9:53 Uhr

.

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Re: Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Antwort von Cathi am 24.05.2005, 9:56 Uhr

1-2 Jahre, na klasse da habe ich ja noch einen langen Weg vor mir.

Bei uns war es so, das ich die letzten Jahre immer alles geregelt habe, auch mit dem Hauskauf, Kredite, Post etc. Ich stehe auch jetzt ganz gut finanziell da.

Aber ich glaube es würde mir ein bißchen besser gehen, wenn es ihm auch etwas schlecht gehen würde. Aber ich bin damals in einer kurzschlussreaktion ausgezogen und er steht jetzt fein da. Sein Leben hat sich nicht wesentlich geändert, außer dass er auf mich verzichten muss und wohl will. Er hat das Haus (ich nur kleine Butze), er hat seine Familie (ich bin alleine habe keine eigene Familie), sieht alle paar Tage seine Tochter und eine kleine Gespielin für einsame Stunden hat er auch.
Vielleicht macht es mich auch so fertig, dass ich alles verloren habe was mir wichtig war und bei ihm alles schön beim alten geblieben ist.
Aber ich hätte das Haus leider finanziell und arbeitsmäßig nicht alleine schaffen können.

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Re: Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Antwort von Avatar am 24.05.2005, 10:10 Uhr

Naja, das muß ja nicht bei jedem solange dauern :-)

Hauskauf, Kredite etc. hat er immer alles erledigt, aber mittlerweile kann ich das auch *g*

Familie hatte ich auch keine: mit meiner Mutter hatte ich damals schon 3 Jahre keinen Kontakt mehr....

Ach und Gespielen findet man doch überall *fg*, nur bei den ernsteren Sachen wirds halt schwer...

Ich HABE das haus behalten:
das war das einzigste worauf ich nach der Trennung sitzen geblieben bin :-))
Ich hatte damals weder Job, noch Auto, noch Geld...
Hab dann in die Hände gespuckt und siehe da: ich konnte es halten!
Ok, zugegebenermassen teilweise mit einem fast unmenschlichen Arbeitsaufwand, der mich an den Rand meiner Kräfte gebracht hatte.

Ich glaube auch, dass du den vorschnellen Auszug bereust, der dich um das gebracht hat was dir wichtig war. Ehrlich gesagt war das eine falsche Entscheidung...
Mein Anwalt hatte mi damals geraten in dem Haus sitzenzubleiben, egal was passiert, weil es das einzige wäre was ich habe.
Das hab ich auch gemacht, wie ein Fels in der Brandung *g* und das war gut so!

Es nutzt dir aber nun nichts dem nachzutrauern was war, schau nach vorn auf das was noch kommt!
Versuche das beste für dich rauszuholen und bau dir was neues auf.

lG avatar

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Re: Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 24.05.2005, 12:03 Uhr

Hallo Cathi,

Du vermißt nicht Deinen Ex, Du vermißt das Drumherum.

Mach Deine Träume und Sehnsüchte nicht an ihm fest. Er KANN und WILL sie Dir nicht erfüllen. Selbst ist die Frau! Für Deine Träume bist Du selber zuständig, und das ist auch gut so.

Es ist schwer, wenn man sich praktisch selber aus dem Sumpf rausziehen muß. Aber Du wirst es schaffen. Und wenn Du es erst geschafft hast, kannst Du auch superstolz auf Dich sein.

Ich wünsche Dir noch viel Kraft. Diese Durchhänger kommen immer mal. Aber sie gehen auch wieder. Du wirst lernen, damit umzugehen.

Lieben Gruß,
Elisabeth.

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Re: Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Antwort von hase67 am 24.05.2005, 18:01 Uhr

Hallo Nicole,

ich denke, Elisabeth hat Recht. Du trauerst nicht seiner Person hinterher, sondern dem Wunschtraum, den du um ihn herum aufgebaut hast und der dich 9 Jahre lang in dieser Beziehung gehalten hat, weil das "Drumherum" stimmte: nette Familie, Haus, feste Beziehung... Mit Liebe zu ihm hat das nichts zu tun.

Du fühlst dich um deinen Lebenstraum betrogen, den du an ihm festgemacht hast. Umso ärgerlicher ist es natürlich, wenn du jetzt siehst, dass es dir mit der von dir initiierten Trennung schlecht geht und ihm nicht. Solche Konkurrenzgedanken sind nach dem Scheitern einer Beziehung aber ganz normal, es braucht auch eine Weile, bis man das los wird (und man muss es auch selbst wollen).

Was mir noch immer nicht ganz klar ist, ist was mit dem Haus passieren soll. Du hattest in einem früheren Posting geschrieben, dass du mit im Grundbuch stehst, das Haus also faktisch euch beiden gehört. Kann ER das Haus denn allein halten, wenn er dich auszahlen muss? Über diesen praktischen Aspekt hast du bisher nie geschrieben. Solche Dinge für alle gerecht und endgültig zu regeln, könnte auch noch mal ein Befreiungsschlag für dich sein, und vielleicht fühlst du dich dann auch nicht mehr so ungerecht vom Schicksal behandelt.

Dass deine Tochter so schwierig ist, hängt sicher mit deiner eigenen momentanen Verfassung zusammen. Sprichst du manchmal mit ihr darüber, dass du traurig bist? Kinder können mit Ehrlichkeit meist besser umgehen als mit einer diffusen "komischen" Stimmung, die sie nicht verstehen und die ihnen deshalb Angst macht. Sie merken dann, dass man nur mit halber Aufmerksamkeit bei ihnen ist und fordern diese Aufmerksamkeit durch aufmüpfiges oder besonders weinerliches Verhalten ein. Du solltest dir deshalb aber keine Schuldgefühle machen, sondern einfach versuchen, aufrichtig mit ihr zu sein. Kinder wachsen daran, wenn ihre Elten Krisen erleben und konstruktiv damit umgehen, indem sie ihre Probleme offen benennen und daran arbeiten.

LG

Nicole

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Re: Ich krieg ihn nicht aus meinem Kopf

Antwort von nispi am 24.05.2005, 21:39 Uhr

So ging es mir auch und ich kann mich auch meinen vorrednerinnen anschliessen.

nach einiger zeit wird das besser, aber das dauert halt.

gehst du zu einem psychologen in eine therapie? sowas kann manchmal gut helfen.

und deine tochter braucht bestimmt jetzt vermehrt deine nähe, lass sie doch bei dir schlafen, so hat sie in der nacht dich ganz friedlich neben sich und bestimmt bessert sich auch euer alltag!

alles gute!

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