Mitglied inaktiv
Hallo ihr Lieben! Tja, nun bin ich schon 2,5 Jahre alleinerziehend, wahnsinn wie die Zeit vergeht. Eigentlich habe ich alles gut im Griff die Zwillis (auch wenn sie mich manchmal in den Wahnsinn treiben wollen *g*), meinen Beruf, den Haushalt (na ja, ab und an siehts hier nach Bombeneinschlag aus, aber ich kriegs halt immer wieder auf einen normalen Level beseitigt). Ich bin mächtig stolz drauf, wieder einen fahrbaren Untersatz zu haben, das hab ich ja ein gutes halbes Jahr entbehren müssen. In der Freizeit fahren wir viel rum, besichtigen Museen, Burgen, Innenstädte.Also alles Bestens will man meinen. Dann hatte ich ein Gespräch mit einem guten Bekannten. Dazu muss ich sagen, ich ärgere und provoziere auch manchmal gerne bis aufs Blut, aber alles hat bei mir dann doch eine Grenze. Es ging also um unseren 30. Geburtstag, den wir beide dieses Jahr noch überstehen müssen. Ich sagte also, dass es langsam an der Zeit für ihn wäre an zumindest Freundin und Kinder mal zu denken. Bekam zur Antwort, dass es in Akademiker-Kreisen durchaus üblich ist erst mit Mitte 35 an sowas zu denken. Das war der erste Tiefschlag, ja ich habe mein Psychologie-Studium damals abgebrochen, einfach weil mein Ex und ich das Geld brauchten, welches ich mit meiner Berufstätigkeit und schon abgeschlossenen Ausbildung verdienen konnte. Es wurde mir zuviel, seine Kinder, mein Beruf, das Studium, der Haushalt, ich habs nicht geschafft. Und ich definiere mein Selbstbewusstsein eigentlich auch nicht über ein Studium, aber es tat halt weh, es in dieser Form unter die Nase gerieben zu bekommen. Na ja, dem nicht genug, er musste noch einen draufpacken und sagte: "Vielleicht machst du dir mal Gedanken drum, warum und wieso du deinen Kindern derzeit keinen Vater bieten kannst oder willst!" Das war der Punkt, da musste ich wirklich schlucken, ich merkte ehrlich wie mir die Tränen in die Augen schossen, das tat sowas von verdammt weh. Den ganzen nächsten Tag war ich eigentlich für niemanden ansprechbar, mir stand ständig das Wasser in den Augen. Ich hatte diesen Satz auch einfach so stehen gelassen ohne drauf zu antworten. Als er dann gestern anrief, konnte ich nicht anders und hab gesagt, dass ich nicht möchte, dass er jemals wieder irgendwie sowas blödes von sich gibt. Er soll das Wort "Vater" einfach mir gegenüber bzw. meinen Kindern gegenüber völligst aus seinem Wortschatz streichen. Der Hammer war dann, dass er mit dieser provokanten Aussage eigentlich nur eine Antwort von mir hören wollte und ich wohl ein Problem hätte da drüber zu reden! Okay, hät ich mir fast denken, dass der Ursprungsgedanke nicht so böse gemeint war, wie ich ihn auffasste, aber ich musste dann doch drauf hinweisen, dass wenn man etwas wissen möchte, dann möge man es vielleicht einfach mit einer normal formulierten Frage versuchen. Ich weis auch gar nicht, warum mir dieser "Vater"-Ausspruch so weh tat. Ich habe in der letzten Zeit 2 gescheiterte "Beziehungsversuche" hinter mir und bin ehrlich gesagt bedient. Ich will zur Zeit keine richtig feste Beziehung mehr, zumal ich auch festgestellt habe, dass ich dann in arge "Zeitnot" gerate, wenn ich noch jemandem "gerecht" werden soll. So, ich wollte das nur mal los werden, weils mir so schrecklich weh getan hat. LG Nina
Hallo Nina, war das der pure Neid weil Du so viel alleine packst? Ausserdem soll Dir Dein Bekannter doch erst einmal vormachen wie gut ER das auf die Reihe bekommt mit Frau/Freundin und Kindern. Ich denke das waren eher seine Ängste davor sich zu binden - eben weil es so oft schief geht Und wie hoch ist eigentlich der Prozentsatz der Väter die sich wirklich um Ihre Familie/Kinder kümmern? Es liegt nicht in Deiner Verantwortung einen *Vater zu bieten* wie sich Dein Bekannter ausdrückt, es liegt auch sehr viel daran dass hier eine ganze Menge gar nicht Vater sein wollen!!!! Die Erfahrung mache ich tagtäglich. take it easy ;-) liebe Grüsse und die besten Wünsche für Dich
Hallo Nina, gerade habe ich gaaanz viel geschrieben dazu, aber dann habe ich es gelöscht, weil ich heute irgendwie neben der Spur bin und meine Gedanken nicht verständlich ausdrücken konnte. Deswegen nur kurz und unmißverständlich: Ich drücke Dich und kann Dich gut verstehen. Alles Liebe, Elisabeth.
Hallo Nina, hm, ich könnte mir vorstellen, daß du deinen Bekannten mit deiner Bemerkung, er solle doch auch langsam mal an Kinder denken selbst sehr verletzt hast. Ich werde von meinen Freundnnen im selben Alter (bin auch 30), die bereits Kinder haben auch bei fast JEDEM Gespräch darauf angesprochen, daß ich ja noch keine eigenen Kinder habe, und wanns denn bei mir "endlich" so weit ist. Zugleich bin ich in der Uni dem entgegengesetzten Druck ausgesetzt, da wird dann mit Unverständnis reagiert, wenn eine Kollegin schwanger wird während einer wichtigen Karrierephase. Man ist aber, solange man nicht gerade eine Professur hat ja immer gerade in einer wichtigen Phase, und so verschiebt man den (bisweilen brennenden) Kinderwunsch Jahr um Jahr um Jahr. Und tatsächlich sind die meisten erst mit Ende 30 halbwegs abgesichert und gehens dann erst an, wobei es dann natürlich auch oft nicht mehr klappt. viele Akademikerinnen und sicher auch inzwischen viele Männer, die sich dann eben nicht in eine Krankenschwester oder Grundschullehrerin verlieben (beides offenbar bei Männern sehr beliebte Berufe), sondern eben in eine Kollegin leiden darunter sehr. Ich könnte mir schon vorstellen, daß dann, wenn man eben sieht, wie niedlich deine Kleinen sind und wie gut du klarkommst, sich dann schon eine Trauer um den eigenen Lebensentwurf einstellt, den man dann erst mal vor sich selbst, dann aber eben auch gegen dich, verteidigen möchte.
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