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Mein Kind will nicht teilen

Mein Kind will nicht teilen

Eine Szene, wie sie jeder kennt: Zwei Kleinkinder spielen nebeneinander im Sand, um sie herum jede Menge Sandspielzeug. Aber irgendwann kommt der Moment, in dem das eine Kind nach den Förmchen des anderen greift.

Das "bestohlene" Kind weint oder holt sich das Förmchen sofort zurück, woraufhin das andere Kind auch heult. Wegen des Konflikts schalten sich nun die Eltern ein und versuchen entweder zwischen den beiden Kindern zu vermitteln oder ihre eigenen Kinder zu belehren, dass man das aber nicht tut: "Ihr sollt doch teilen!"

Bestätigung für das Selbstbewusstsein

Dabei ist der Konflikt ganz natürlich und absolut altersgerecht. Denn das Spielzeug ist in diesem Augenblick für die Kinder ein so wichtiges Gut, dass sie es unbedingt haben bzw. keinesfalls abgeben wollen. Woher kommt diese vermeintliche Raffgier der Kleinen, die den Eltern manchmal furchtbar auf die Nerven geht? Sie dient der Bestätigung ihres gerade erst entdeckten Ichs. Die Schaufel, die drei Förmchen, der rot gepunktete Eimer sind in dieser Entwicklungsstufe des Kindes alles Dinge, die es sich selber zurechnet und die es aus seiner Sicht aufwerten.

Was können Eltern tun?

Zunächst einmal tief durchatmen und sich innerlich darauf einstellen, dass diese Situationen immer wieder entstehen werden. Einfach, weil sie entwicklungsgerecht sind. Bei Auseinandersetzungen, die aggressiv und verletzend werden, müssen die Eltern natürlich eingreifen. Etwas schwieriger ist es hingegen, sich richtig in einen normalen Konflikt einzumischen - oder besser: sich richtig rauszuhalten. Verständlicherweise möchten wir ungern, dass unser Kind andere Kinder zum Weinen bringt. Und auf der anderen Seite möchte auch niemand sein Kind ständig als Verlierer sehen. Aber wenn Erwachsene in dieses Spiel eingreifen, können sie durch ihre Handlungen und Aussagen auch zusätzlich verletzen.

Aus der Sicht des Kindes denken

Aus dem Blickwinkel eines Erwachsenen mag es rätselhaft sein, warum ein Kind drei Förmchen braucht und keines abgeben will, obwohl es gerade noch nicht einmal damit spielt. Wenn man die Spielzeuge aber als Attribute ansieht, die die eigene Person aufwerten, ist es verständlich. Und natürlich erhöht das Interesse des anderen Kindes die Bedeutung der Förmchen noch zusätzlich.

Besser Tauschen als Teilen

Wenn man seinem Kind das Prinzip des Teilens im zweiten, dritten Lebensjahr schon näher bringen will, dann kann man ihm erklären, welche Vorteile das Teilen hat: dass man damit jemand anderen glücklich machen kann. Wenn es dann tatsächlich etwas abgibt, sollte es dafür gelobt werden. Aber die Fähigkeit, sich in die Perspektive des anderen hinein zu versetzen, entwickeln Kinder erst ab etwa vier Jahren. Und erst dann werden sie das Teilen als etwas erkennen, was ihnen - im ideellen Sinne - auch zugute kommt.

Teilen wird erst später interessant

Wie reagiert man als Eltern in diesen Situationen also richtig? Sollte man das Kind zum Teilen der Förmchen zwingen, indem man dem anderen Kind eines abgibt? Nein, denn damit wird das Kind aus seiner Sicht entwertet - und das auch noch von einer der wichtigsten Bezugspersonen. Das beste Mittel ist in diesem Alter ist das Tauschen. Für das eine Förmchen bekommt das Kind dann die Gießkanne oder den Bagger des anderen Kindes.

Nicht zu viel Harmonie erwarten

Am besten kommen Eltern durch diese Phase des konfliktreichen Spielens, wenn sie einfach nicht zu viel von den Treffen mit anderen Kindern erwarten. Wir verstehen "schönes Spielen" ja als ein friedliches Spiel in einem sozialen Rahmen. Dazu sind Kleinkinder in den ersten drei Lebensjahren aber noch nicht oder nur bedingt in der Lage. Sie spielen nebeneinander her, sie beobachten sich gegenseitig, aber sie spielen noch nicht miteinander. Wer dabei möglichst viel "Frieden" herstellen will, muss ständig eingreifen und viel lenken. Wer die Kinder lieber selber machen lässt, muss wissen, wann und wie er richtig eingreift. Nämlich dann, wenn es zu handgreiflich wird. Und man  sollte beim Spielzeug darauf achten, dass von allem genug da ist.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: Mai 2017

   

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