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Zerstörungswut: Mein Kind macht alles kaputt

Zerstörungswut: Mein Kind macht alles kaputt

Was ist nur los mit meinem Kind? Der Obstsalat landet auf dem Teppich, die Puppe hat keinen Kopf mehr und jetzt noch eine Scheibe Käse im CD-Fach! Mein Kind macht alles kaputt! Drei Beispiele, die sehr unterschiedliche Hintergründe haben.

Ich kann das schon

Warum landet der Obstsalat auf dem Boden? Wahrscheinlich, weil das Kind mithelfen und zeigen wollte, was es schon alles kann. Ärgerlich wegen des Teppichs. Aber bitte nicht schimpfen - das Kind ist schon beschämt genug, weil das Experiment nicht geklappt hat. Ein Kleinkind kann nicht erkennen, ob es die Schüssel tragen kann oder nicht. Wenn es sie dennoch in die Hände bekommt, haben die Großen wahrscheinlich gerade nicht aufgepasst. Oder die Eltern haben ihm die Schüssel gegeben, wohl wissend, dass das Experiment daneben gehen kann. Dann ist aber nicht das Kind schuld, wenn es nicht klappt.

Was tun? Teppich in die Reinigung geben und das Kind weiter ermutigen, mitzuhelfen. Das nächste Mal aber etwas Leichteres zum Tragen aussuchen.

Ich will das wissen

Die Barbiepuppe hat tolle Haare und einen beweglichen Kopf. Vielleicht kann man den sogar abmachen, denkt Julius. Was wohl darunter steckt? Kinder haben das, was uns Erwachsenen häufig abgeht: eine gehörige Portion Neugier und Forschergeist. Was ihnen in die Hände fällt, muss auch erkundet werden. Der zweijährige Julius zerlegt die Barbiepuppe seiner Schwester, weil er die Puppe gerade unglaublich interessant findet. Sie gehört aber doch seiner Schwester? Zweijährige ahnen noch nichts von diesen komplizierten Rechtsfragen.

Was tun? Der Kopf ist ab - vielleicht bekommt die Schwester eine neue Puppe? Die Eltern sollten in Zukunft ein Auge darauf haben, dass Lisas Besitztümer vor Julius` Zugriff geschützt werden. Mit seinem eigenen Spielzeug sollte er hingegen tun können, was er will.

Ich mach's dir nach

Stereoanlagen, Fernbedienungen, Telefone und Computer üben eine unglaubliche Anziehungskraft auf Kinder aus. Schließlich umtanzen die Erwachsenen diese Dinge ja auch wie einen heiligen Gral. Hier kommt zu dem oben genannten Forscherdrang noch das Streben hinzu, Mama und Papa nachzuahmen. Wenn gerade keine CD zur Hand ist, passt vielleicht auch die Käsescheibe in das CD-Fach? Auch immer wieder überraschend: In 30 Sekunden finden Kinder-Finger auf der Computertastatur mehr Befehlskombinationen als ein Erwachsener in 30 Tagen.

Was tun? Haben Sie vielleicht noch eine alte, ausrangierte Stereoanlage? Sie können versuchen, mit Ihrem Kind einen Abmachung zu treffen: Es bekommt die "Kinder"-Stereoanlage, Mamas und Papas ist hingegen tabu. Vielleicht übt die alte, neue Anlage genauso viel Faszination aus. Vielleicht aber auch nicht. Dann gilt es, weiterhin wachsam zu sein und das Kind von den Dingen, die tatsächlich kaputt gehen können, sanft abzuhalten.

Ich will beachtet werden

Mama telefoniert schon seit einer Ewigkeit. Ella (4) versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Sie ruft nach ihr, setzt sich neben sie. Aber Mama reagiert nicht richtig. Ella hat schon gelernt, dass es einen ultimativen Trick gibt, um Mama schnell vom Telefon zu holen: Wäsche mischen, könnte man das Spiel nennen. Ella geht zum Trockner, holt dort die saubere Wäsche heraus, nimmt einen Haufen davon in den Arm und geht damit zum Wäschekorb. Jetzt mischt sie saubere und dreckige Wäsche sorgsam miteinander. Kurze Zeit später steht Mama in der Tür und schreit schrill auf: "Ella, was machst du denn da?"

Was tun? Nicht mehr telefonieren? Geht natürlich nicht. Aber es gibt Momente, in denen das Telefonieren besser passt als in anderen. Oder man versucht, sich eine möglichst konkrete Beschäftigung für das Kind in dieser Zeit zu überlegen. Bei älteren Kindern, die sich schon in andere hineinversetzen können, hilft es auch zu sagen: "Ich muss jetzt einmal fünf Minuten telefonieren und ich möchte, dass du mich dabei nicht störst."

Aktionen wie das "Wäsche mischen" von Ella wird man aber nicht komplett verhindern können. Kinder möchten mehr Aufmerksamkeit, als wir manchmal geben können. Was Ellas Mama jetzt nicht machen sollte: schimpfend die Wäsche wieder aufräumen. Stattdessen sollte sie Ella ruhig dazu auffordern, ihr dabei zu helfen.

Ich bin wütend

Kaputtmachen heißt auch: Ich bin wütend. Ich will jetzt weiterspielen und nicht zum Bäcker. Ich will weiter mit meinem Spielzeug Krach machen, auch wenn Mama sagt, das stört. Ich will, dass mein Spielzeug das macht, was ich will. Kinder im Trotzalter haben mit ihren eigenen Grenzen und mit den von außen gesetzten Grenzen zu kämpfen, dass ihnen manchmal einfach der Kragen platzt und die Gegenstände nur so durch die Luft fliegen.

Was tun? Möglichst ruhig und gelassen bleiben, sich neben das Kind setzen, die Aufmerksamkeit auf ein anderes Spielzeug richten. Das Spiel, das nicht funktioniert hat, gemeinsam mit dem Kind noch einmal versuchen. Das ist die beste Reaktion. Gleichzeitig sollten Eltern aber immer überlegen, ob sie ihr Kind zu sehr mit Regeln und "Nicht"-Sätzen wie "Das geht jetzt nicht, weil..." einengen.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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