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Mein Kind nimmt anderen das Spielzeug weg

Mein Kind nimmt anderen das Spielzeug weg

Kleinkinder gehen schon mal auf Spielzeug-Eroberung: Tränen und Streit sind meist die Folge, wenn Puppe, Bagger und Co. unfreiwillig den Besitzer wechseln. Eltern, die wissen was hinter dem Phänomen steckt, können gelassener damit umgehen.

Gründe für die Sammelwut

Was ist Eigentum?

Meins, deins, unser? Für Kleinkinder sind Eigentumsverhältnisse noch völlig nichtssagend. Wenn sie etwas sehen, von dem sie denken, dass sie es brauchen können, nehmen sie es sich. Schon allein das Gefühl "Das brauche ich jetzt" löst bei ihnen den Besitzanspruch aus. Dass andere Kinder darüber anders denken, kommt ihnen noch nicht in den Sinn. Sie haben noch keine Vorstellung davon, dass andere Menschen Bedürfnisse und Wünsche haben, die von ihren abweichen.

Der Aufwertungs-Effekt

Mein Bagger, mein Hochstuhl, mein Schuhanzieher! Gerade, wenn Kinder zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr daheim Besuch "empfangen", kann aus dem geplanten Spieltag ein wahrer Horrortrip für die Eltern werden. Das besuchte Kind versucht verzweifelt, alle seine Spielsachen zu verteidigen. Je nach Temperament und Entwicklung kann es sich in einen richtigen Wahn hineinsteigern, in dem dann plötzlich alles - vom Toilettenpapier bis zum Schuhanzieher - vor fremden Händen gesichert werden muss.

Warum ist das so? Weil das Kind in diesem Entwicklungsstadium nach einer positiven Bestätigung seines Selbst sucht und diese in den begehrten Gegenständen findet. Das ist in den meisten Fällen Spielzeug. Neigt sich die Aufmerksamkeit der anderen hingegen "uninteressanten" Gegenständen wie einem Hochstuhl oder dem Toilettenpapier zu, werden auch diese als positive Attribute eingestuft, die beschlagnahmt werden müssen. Rund um den zweiten Geburtstag wird dann auch das Thema Hierarchie aktuell: Der teilweise erbitterte Kampf um Gegenstände dient dann auch dazu, seine Position in der Rangordnung zu definieren.

Was können Eltern tun?

Zunächst einmal tief durchatmen und sich innerlich darauf einstellen, dass diese Situationen immer wieder entstehen werden. Einfach, weil sie entwicklungsgerecht sind. Bei Auseinandersetzungen, die aggressiv und verletzend werden, müssen die Eltern natürlich eingreifen. Etwas schwieriger ist es hingegen, sich richtig in einen normalen Konflikt einzumischen - oder besser: sich richtig rauszuhalten. Verständlicherweise möchten wir ungern, dass unser Kind andere Kinder zum Weinen bringt. Und auf der anderen Seite möchte auch niemand sein Kind ständig als Verlierer sehen. Aber wenn Erwachsene in dieses Spiel eingreifen, können sie durch ihre Handlungen und Aussagen auch zusätzlich verletzen.

Sichere Bindungsperson

Ein Beispiel: Nimmt Paul seiner Freundin Anna ein Spielzeug weg und legt es seiner Mutter zur Aufbewahrung in die Hand, sollte Pauls Mama es nicht einfach Anna zurückgeben. Auch wenn das in diesem Moment natürlich gegen den Gerechtigkeitssinn geht. Anna muss nun selbst den Rückeroberungsweg gehen. Tut sie es nicht, behält Pauls Mama das Spielzeug in der Hand. So erfährt Paul seine Mutter als den sicheren Stützpunkt, den er braucht. Und Anna wird dazu angeregt, sich als selbstaktiv zu erleben. Ist sie eher defensiv eingestellt, wird sie ihre Aufmerksamkeit einem anderen Gegenstand zuwenden.

Richtig einmischen: Ablenken und Tauschen

Eltern entschärfen vergleichbare Situationen, in dem sie beiden ein Tauschgeschäft anbieten. Falls das nicht klappt, helfen auch Überraschungen, durch die die Kinder abgelenkt werden können.

Um Streitereien um Spielzeug im Kinderzimmer zu verhindern, lohnt es sich auch bei Zwei- bis Dreijährigen, vor dem Besuch eine Kiste mit Spielzeug zusammenzustellen, in die dann alle reingreifen dürfen. Und Liebelingsdinge, die das Kind auf keinen Fall abgeben will, werden in Sicherheit gebracht.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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