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Mein Kind will alles bestimmen

Mein Kind will alles bestimmen

Maja (30 Monate) will heute den roten Becher, nicht den blauen. Papa soll sich neben sie setzen, nicht gegenüber. Mama muss die Zähne putzen, Papa aber den Schlafanzug anziehen. Aber nicht den rosafarbenen, sondern den mit den Bärchen. "Der ist aber in der Wäsche", ruft Mama. Maja ist das egal, der Bärchen-Schlafanzug muss her. Ziehen wir da einen kleinen Tyrannen heran, fragen sich Majas Eltern, nachdem sie ihre Tochter endlich ins Bett gebracht haben. Müssen wir ihr mehr Grenzen aufzeigen?

Warum Kleinkinder alles bestimmen wollen

Keine Sorge - so schnell wird aus Maja keine Tyrannin. Denn sie befindet sich gerade in einer für ihr Alter ganz normalen Entwicklungsphase. Einfach ausgedrückt: Indem sie alles bestimmen will, versucht sie ihr Selbstbewusstsein aufstocken. Sie ist in einem Alter, in dem sie ja bereits ein Selbstwertgefühl hat, aber gleichzeitig hoch verunsichert ist über ihre Position und ihre Möglichkeiten. Mit dem Versuch, alles zu bestimmen, versucht sie, sich besser zu positionieren. Gleichzeitig ist das, was Eltern als "Herumdirigieren" auf die Nerven geht, auch der Versuch des Kindes, sich die Welt zu ordnen, damit es die Welt versteht. In diesem vereinfachten Weltbild des Kindes müssen dann Handlungen immer wieder nach den gleichen Regeln ablaufen. In dem Alter, in dem es sich in die Perspektive eines anderen Menschen hineinversetzen kann, also frühestens mit vier Jahren, wird das Bedürfnis, alles bestimmen zu wollen, zurückgehen. Denn nun erst können Kinder verstehen, dass nicht immer alles nach ihren Vorstellungen laufen kann.

Wie Eltern auf das Bestimmungsbedürfnis reagieren sollten

Mitmachen, wenn es möglich ist. Den in den Augen ihres Kindes bestehenden "Fehler" korrigieren: Papa setzt sich neben Maja, Mama holt schnell noch den blauen Becher. Wenn Eltern erst einmal bewusst wird, dass diese Phase eine natürliche und vorübergehende ist, werden sie die Sonderwünsche ihrer Kleinen besser ertragen können. Ja, noch mehr - sie fördern die Entwicklung ihres Kindes, indem sie ihm helfen, ein positives Selbstgefühl zu entwickeln: Durch das Eingehen auf seine Bedürfnisse spürt das Kind, dass es geachtet und respektiert wird. Damit hat es bessere Chancen, sich zu einem ausgeglichen Menschen zu entwickeln. Ein ständiges Aufzeigen der Grenzen wirkt sich hingegen negativ auf die Entwicklung des Selbstbewusstseins aus. Gleichzeitig sollten sich Eltern überlegen, welche Regeln sie aufstellen: In welchen Situationen können wir auf das Bestimmungsbedürfnis unseres Kindes eingehen und in welchen Situationen auf keinen Fall? Denn wenn es gefährlich oder schikanös wird, muss Schluss sein - auch im Interesse des Kindes. Ideal ist es, wenn das Kind beim Aufstellen der Regeln eingebunden ist, wenn es sie verstehen kann und sie auch vorgelebt bekommt.

Und wann ist die Grenze überschritten?

Damit Maja nicht in die Gefahr gerät, doch ein übersteigertes Selbstbewusstsein zu entwickeln, weil Mama und Papa immer nach ihrer Pfeife tanzen, ist es wichtig, dass ihre Eltern nicht aus Prinzip in allem nachgeben. Mama und Papa behalten die Entscheidungsmacht in bestimmten Situationen. Und sind dann auch konsequent.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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