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Mein Kind spielt immer alleine

Mein Kind spielt immer alleine

Kinder brauchen andere Kinder - doch wie reagiert man richtig, wenn das eigene Kind lieber für sich ist? Doch ist es wirklich ein Grund zur Sorge, wenn Kinder alleine spielen wollen?

Wenn sich kleine Freunde treffen wird es lustig: Emma und Paul laufen kichernd und schreiend von einem Raum in den nächsten, sie haben ganz offensichtlich Spaß zusammen. Leo sitzt alleine auf dem Boden und spielt mit Bauklötzen. Hin und wieder beobachtet er die anderen beiden, will sich an ihrer wilden Jagd aber nicht beteiligen. Auch im Kindergarten spielt der Dreijährige lieber allein oder sucht die Nähe der Erzieherinnen. "Warum ist mein Kind so?" fragt sich Leos Mutter.

Das Temperament macht viel aus

Leos Eltern sollten wissen: Ihr Sohn ist vollkommen in Ordnung. Er hat sein eigenes Temperament und ist eher der beobachtende, stille Typ. Nicht alle Menschen lieben den Trubel und suchen ständig Kontakt zu anderen. Häufig sind allein spielende Kinder ihren Altersgenossen beim Wortschatz etwas voraus. Oder sie können sich schon sehr gut auf ein Spiel konzentrieren und sind frustriert, wenn ihre Spielpartner schnell das Interesse an dem aktuellen "Projekt" verlieren.

In vertrauter Umgebung geht vieles besser

Wäre die Situation anders, wenn der Spielnachmittag bei Leo daheim stattfinden würde? Und nur ein Kind zu Besuch käme? Das ist wahrscheinlich. Denn in ihrer vertrauten Umgebung fällt es zurückhaltenden Kindern häufig leichter, sich auf einen Spielpartner einzulassen. Von der unübersichtlichen Situation im Kindergarten sind sie hingegen überfordert und ziehen sich dann in ihr Schneckenhaus zurück. Sie brauchen länger, manchmal sogar ein Jahr, bis sie richtig im Kindergarten angekommen sind. Dann werden aber auch sie bereit sein, Kontakte zu knüpfen und sich auf ein gemeinsames Spielen einzulassen.

Unterstützen, aber nicht drängen

Aber Eltern können ihrem Kind auch dabei helfen, das gemeinsame Spiel zu lernen. Oberste Regel dabei: Unterstützen, ermutigen - aber nicht drängen. Zurückhaltende Kinder sollten nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie sich falsch verhalten. Oder, dass Mama und Papa sie nicht so mögen, wie sie sind. Leos Mutter sollte ihren Sohn also nicht mit der ständigen Aufforderung, mit Emma und Paul zu spielen, verunsichern. Der richtige Weg ist vielmehr, das Interesse am Spiel der anderen zu wecken: Leos Mutter kann sich zu ihm setzen und mit ihm gemeinsam die beiden beobachten. Sie kann Leo fragen, ob er mit ihr auch "Fangen" spielen will und dann geschickt versuchen, ihn in das Spiel der beiden einzubinden. Wenn Leo hingegen nicht will, dann bleibt seine Mutter noch etwas bei ihm sitzen und lässt sich erklären, was er gerade baut.

Erzieherinnen einbinden

Im Kindergarten sind die Eltern außen vor. Hier sind die Kompetenzen der Erzieherinnen gefragt. Wenn sie sehen, dass ein Kind immer allein spielt, sollten sie es in gemeinsame Aktivitäten einbinden. Haben die Eltern den Eindruck, dass das nicht geschieht, sollten sie das Gespräch mit den Erzieherinnen suchen, auf Probleme im Kindergarten hinweisen und um Unterstützung bitten. Der Blick einer pädagogisch geschulten Person bringt manchmal auch neue Erkenntnisse: Vielleicht spricht das vermeintlich zurückhaltende Kind einfach undeutlich, weswegen die anderen Kinder es nicht richtig verstehen und das Interesse an einem gemeinsamen Spiel verlieren. Wenn das Phänomen des Alleinspielens hingegen ausschließlich im Kindergarten auftritt und das Kind dort auch generell ungern hingeht, dann sollten Eltern die Situation vor Ort unter die Lupe nehmen.

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von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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