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Mein Kind ist schüchtern

Mein Kind ist schüchtern

Viele Eltern sorgen sich, wenn ihre Kinder in Anwesenheit Gleichaltriger oder Erwachsener scheu und unsicher reagieren. Wie kann man seinem Kind helfen? Und: Wodurch entsteht Schüchternheit eigentlich?

Schüchternheit - ein uralter Instinkt

Man könnte sagen: Schüchternheit hat unseren Vorfahren das Leben gerettet. In Zeiten, in denen es noch ein sicheres Todesurteil sein konnte, einem Fremden zu nahe zu kommen, war die "Sozialangst" ein wichtiger Instinkt. Beim Anblick eines Fremden, das zeigen Aufnahmen aus dem Kernspintomografen, wird in unserem Gehirn vor allem der Mandelkern, also unser sprichwörtliches Angstzentrum, aktiviert. Bei schüchternen Menschen reagiert es vergleichsweise stark, kann sogar aktiviert werden, wenn sie nur über eine beängstigende Situation nachdenken. Und dem rationalen Teil ihres Gehirns gelingt es nicht, hierauf regulierend zu wirken. Forscher in den USA haben herausgefunden, dass das Gehirn von schüchternen Menschen zu wenig von dem Glückshormon Serotonin produziert.

Schüchternheit: Angeboren oder anerzogen?

Wodurch kommt es, dass manche Menschen schüchterner sind als andere? Die oben genannten Kernspinaufnahmen wurden bei vier Monate alten Babys gemacht und bereits hier zeigten sich sehr unterschiedliche Angstreaktionen. Dies deutet daraufhin, dass Schüchternheit vererbbar ist. Wahrscheinlich aber haben sowohl Veranlagung als auch das Verhalten, das ihnen die Eltern vorleben, sowie eigene Erfahrungen einen Einfluss darauf, wie stark sich die Schüchternheit ausbildet. Kinder mit einer defensiven, introvertierten Veranlagung sind häufig schüchtern. Experten schätzen, dass bei rund 70 Prozent der schüchternen Kinder einer der Elternteile ebenfalls schüchtern ist.

Positive Erfahrungen sind wichtig

Die falsche Strategie ist es, schüchterne Kinder immer wieder ins sprichwörtliche kalte Wasser springen zu lassen, damit sie ihre Kontaktscheue ablegen. Noch im Erwachsenenalter erinnern sich viele schüchterne Menschen daran, wie demütigend und schrecklich es für sie gewesen ist, als Kind in eine Situation hinein geschubst zu werden.

Richtig handeln Eltern, wenn sie ihre schüchternen Kinder in ihrem Selbstvertrauen stärken, sie loben und ihnen beistehen. Das soll nicht heißen, dass sie sie vor allem bewahren. Problematische Situationen wie die Kontaktaufnahme zu einem anderen Kind können sie aber besser gemeinsam bewältigen. Schöne Erlebnisse sollten positiv hervorgehoben werden. Eltern sollten immer überlegen, in welchen Situationen sich ihre Kinder als selbstwirksam und stark erleben können und diese herbeiführen. Auch helfen Geschichten und Märchen, in denen sich ängstliche Wesen zu Helden entwickeln.

Keinesfalls sollten die Kinder erleben, dass die Eltern enttäuscht von ihnen sind. Dazu gibt es auch keinen Grund. Denn auch wenn sich schüchterne Kinder am Anfang etwas schwerer tun - viele von ihnen entwickeln nach einiger Zeit ihre eigenen Techniken, Kontakt zu anderen Kindern aufzunehmen.

Nicht immer ist Abwarten die richtige Haltung

Wenn ein Kind die ersten Wochen im Kindergarten dauerhaft nur daneben steht, nicht mit anderen Kindern redet oder spielt, beruhigen die Erzieherinnen meistens: "Das kennen wir von vielen Kindern, wir lassen ihnen ihre Zeit." Was aber, wenn das Abwarten über Monate hinweg andauert? Eltern sollten dann das Gespräch mit den Erzieherinnen suchen und sie bitten, stärker auf das Kind einzugehen und ihm bei der Kontaktaufnahme zur Seite zu stehen.

Schüchtern im Umgang mit Erwachsenen

Viele Eltern sehen auch mit Sorge, wenn ihre Kinder sich gegenüber Erwachsenen scheu bis ablehnend zeigen. Kinder wenden sich dann bewusst ab, wenn mit ihnen gesprochen wird, verstecken sich hinter Mama oder Papa oder tun so, als ob sie nichts gehört hätten. Aber: Wenn ein Kind vor seinem vierten Geburtstag so reagiert, ist das völlig normal. Wir neigen dazu, die sozialen Umgangsformen der Kinder zu überschätzen, und ärgern uns dann insgeheim über ihre Art. Besser ist es, spielerisch mit den Kontakt zu fremden Erwachsenen zu üben: an der Supermarktkasse, beim Arzt oder im Restaurant.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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