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Keine Lust auf Kindergarten

Keine Lust auf Kindergarten

Die meisten Kinder haben ab und zu keine Lust auf Kindergarten und Co. doch wenn die Unlust zum Dauerzustand wird, sollte man nach den Ursachen suchen.

"Ich will heute nicht!" Diesen Satz kennen alle Eltern, wenn es um Kindergarten, Krippe oder Tagesmutter geht. Es gibt viele Gründe, warum ein Kind kurzfristig oder auf Dauer nicht gerne in die Betreuung geht. Wir haben die wichtigsten Ursachen zusammengestellt und erklären, wie man am besten damit umgeht:

1. Trennungsangst

Die Eingewöhnung hat mehr oder weniger reibungslos funktioniert aber beim Abschied kullern manchmal noch die Tränen? Ihr Kind empfindet wahrscheinlich Trennungsschmerz. Auch wenn Ihr Kind sich nach Ihrem Weggang schnell beruhigt - die Trennung tut einfach weh. Dass seine Tränen schnell versiegen und es mitspielt, kann der Erkenntnis geschuldet sein, dass "Gegenwehr" sowieso sinnlos ist. Übrigens: Schon Einjährige können ihre Gefühle äußerlich recht gut überspielen - die Ausschüttung an Stresshormonen in ihrem Körper ist jedoch genauso stark wie bei Kindern, die weinen und schreien.

Lernen, mit der Trennung umzugehen
Trennungsschmerz ist eine ganz natürliche Reaktion. Trennung kommt bei kleinen Kindern einem echten körperlichen Schmerz gleich. Trotzdem ist es wichtig, dass Kinder lernen, mit diesem Stress umzugehen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die mit diesem Gefühl in ihrer frühen Kindheit "allein gelassen" wurden, auch später schlechter mit Trennungs- und Verlassenheitsgefühlen umgehen können. Mit etwas umgehen zu lernen heißt aber nicht, immer wieder damit konfrontiert zu werden, bis man es erträgt. Die Situation sollte vielmehr so eingerichtet sein, dass das Kind sich wohl und geborgen fühlt. Dann wird es die Trennung noch wahrnehmen, aber sie ist nicht mehr so schmerzlich. Das gelingt aber nur, wenn das Kind wirklich in der Einrichtung "angekommen" ist.

Kindergarten und Krippe: Wie verläuft der Abschied?
Überprüfen Sie also noch einmal die Situation im Kindergarten:

  • Hat Ihr Kind eine enge Beziehung zu einer der Erzieherinnen aufgenommen, fühlt es sich bei dieser emotional aufgefangen? Verlief die Eingewöhnung vielleicht zu überhastet? Hatte Ihr Kind ausreichend Zeit, eine Ersatzbezugsperson zu finden? Sind die Erzieherinnen achtsam, wenn die Kinder gebracht werden? Nehmen sie die Kinder in Empfang?
  • Wie verabschieden Sie sich von Ihrem Kind? Ist der Abschied zu hastig? Müssen Sie sich auf dem Weg zur Einrichtung häufig beeilen? Dann kann das schon Stress bei Ihrem Kind auslösen. Vielleicht hilft Ihrem Kind eine innige Umarmung zum Abschied: Körperliche Zärtlichkeiten aktivieren die Ausschüttung von Oxytocin und Opioiden - beides Gegenspieler des Stresshormons Kortisol.

2. Lieblingserzieherin nicht da

Manchmal ist der Grund für die Unlust des Kindes aber auch ganz offensichtlich und oft schnell wieder vorbei: Die Lieblings-Erzieherin, die das Kind emotional auffängt, ist krank oder für eine Zeit nicht in der Einrichtung anwesend. Nach ein paar Tagen hat sich das Problem von selbst wieder erledigt. Aber: Gerade in den Krippen gibt es häufige Personalwechsel - für Kinder unter drei Jahren empfehlen daher viele Experten eher eine Tagesmutter als Betreuungsperson. Mit ihr können die Eltern sicherstellen, dass das Kind eine feste Bezugsperson hat.

3. Probleme mit anderen Kindern

In Kindergarten, Kita und Krippe lernen Kinder soziale Fähigkeiten - doch dieser Lernprozess kann auch schmerzhaft sein: Letzte Woche waren Marlene und Jule noch beste Freundinnen, jetzt spielt Jule plötzlich nur noch mit Pia. Marlene hat jetzt keine Lust mehr auf die Kita. "Ist doch nicht so schlimm, da sind doch noch ganz viele andere Kinder" - dieser Satz bringt kein Kind weiter. Auch wenn es uns manchmal eher amüsiert, wie schnell Kinder sich als beste Freunde bezeichnen - für die Kleinen ist das bitterer Ernst. Das Gefühl des "Abgeschrieben"-Seins kann sie in tief verletzten. Besser: Finden Sie heraus, welche anderen Spielkameraden Ihr Kind nett findet und organisieren sie ein Treffen für den Nachmittag.

4. Geschwisterkind

Die Ankunft eines Geschwisterkindes macht den "Großen" in vielerlei Hinsicht das Leben schwer. Auch die Einstellung gegenüber dem Kindergarten, in den es bisher gerne gegangen ist, kann davon in Mitleidenschaft gezogen werden. "Warum muss ich in den Kindergarten und das Baby darf bei Mama bleiben?", fragt sich das ältere Geschwisterkind. Hilfreich kann es sein, wenn der Papa das Kind morgens in den Kindergarten bringt. Und: Wenn Mama sich nachmittags viel Zeit für das Kindergartenkind nimmt.

5. Probleme zu Hause

Kleine Kinder haben feine Antennen. Läuft es zwischen Mama und Papa nicht rund, gibt es finanzielle oder gesundheitliche Sorgen, die die Eltern plagen, so überträgt sich das auch auf das Kind. Eine mögliche Reaktion kann sein, dass es nun nicht mehr in den Kindergarten gehen will. Es will nicht weg sein, während daheim irgendetwas nicht in Ordnung ist. Das Problem hat mit dem Kindergarten also gar nichts zu tun. Die wichtigste Aufgabe für die Eltern in dieser Situation ist es - soweit möglich - ihrem Kind ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Heute musst Du nicht in den Kindergarten...
Was aber tun, wenn das Kind morgens regelmüßig streikt? Wer arbeitet, hat meistens gar nicht die Wahl. Experten raten auch davon ab, das Kind häufig zu Hause zu lassen. Spätestens im Vorschulalter sollten Kinder sich an die vormittägliche Routine gewöhnt haben. Und: Kinder, die immer wieder fehlen, gelingt die Integration in der Gruppe noch schlechter.

Auch wenn es nicht leicht fällt, weil die Sorgen da sind: Kinder sollten das Gefühl haben, dass ihre Eltern sie gerne in den Kindergarten bringen - weil sie sicher sind, dass es ihnen dort gut geht. Zeigen Eltern hingegen Zweifel, überträgt sich das auch auf das Kind. Gehen Sie deshalb den Ursachen für die Unlust auf den Grund und versuchen Sie die Probleme gemeinsam mit den Pädagogen zu klären.

Lesen Sie in unserem Kindergarten-Forum und auch in unserem Erziehungs-Forum, wie andere Eltern mit diesem Problem umgehen.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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