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Mein Kind fremdelt stark

Mein Kind fremdelt stark

Das Fremdeln oder die Achtmonatsangst ist eine Reaktion des Kindes, auf die sich Eltern eigentlich eingestellen - trotzdem ist man überrascht, wenn das Baby plötzlich nicht mehr auf Opas Arm will.

Woher kommt das Fremdeln?

Experten bezeichnen das Fremdeln gerne als eine Art unsichtbare Leine, die die Natur zum Schutz des Kindes vorgesehen hat. Warum? Mit etwa acht, neun Monaten können Kinder sich durch Krabbeln oder Robben von ihren Eltern wegbewegen, gleichzeitig entwickeln sie einen grenzenlosen Erkundungsdrang: Sie wollen alles anfassen, in den Mund stecken, mit ihren Händchen auseinander nehmen. Heute drohen ihnen dann Gefahren durch nicht gesicherte Steckdosen oder herumliegende Kleinteile. Geht man in der Menschheitsgeschichte jedoch weiter zurück, so waren es wilde Tiere, giftige Pflanzen und auch andere Menschen, die ihnen gefährlich werden konnten. Der fluchtartige Rückzug in den sicheren Schoß der Mutter war da überlebenswichtig. Gleichzeitig reift rund um das typische Fremdel-Alter in dem Kind die Erkenntnis, dass es nicht identisch ist mit seiner wichtigsten Bezugsperson - dass es verlassen werden kann! Der kurze Gang der Mutter vom Wohnzimmer ins Badezimmer kann da schon heftigen Trennungsschmerz auslösen.

Warum fremdeln Kinder auch bei bekannten Menschen?

Das Fremdeln kann nicht nur für die Eltern sehr belastend werden, denn manchmal schreien Babys sogar, wenn abends Papa nach Hause kommt. Etwas beleidigt reagieren oft auch andere, nahe stehende Personen.

Es ist ja nicht so, dass Kinder erst mit acht Monaten zwischen bekannten und unbekannten Personen unterscheiden können. Anhand des Geruchs und der Art, wie er zum Beispiel hochgenommen wird, erkennt schon ein zwei Monate alter Säugling Unterschiede. Aber das Baby kennt jetzt noch keine Furcht. Mit fünf bis sechs Monaten zeigen viele Kinder bereits Angstreaktionen bei fremden Gesichtern. Und ab circa acht Monaten können dann selbst bekannte Gesichter Panik auslösen. Studien haben gezeigt, dass Kinder stärker auf Männer mit Fremdeln reagieren. Offenbar sorgt auch die Vertrautheit der Stimmlage, der Geruch und die Art, wie das Kind angefasst wird, für unterschiedliche Stufen des Fremdelns. Bei vielen Kindern ist es aber einfach so, dass sie in dieser Phase einzig bei der Person sein wollen, mit der sie die meiste Zeit verbringen: und das ist oft Mama oder Papa.

Wie auf das Fremdeln reagieren?

Die beste Reaktion auf das Fremdeln ist, dem Bedürfnis des Kindes so weit wie irgend möglich nachzukommen. Auch wenn die meisten Menschen mit Ablehnung nicht so gut umgehen können: Oma, Opa und alle anderen müssen in dieser Phase einfach akzeptieren, dass das Kind nicht von ihnen angefasst werden möchte. Distanz halten, sich vorsichtig annähern ist jetzt angesagt.

In Hinsicht auf die Eingewöhnung bei einer betreuenden Person, z. B. einem Babysitter, sollten Eltern in dieser Phase zurückhaltend sein. Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist es nämlich gerade nicht so, dass die Kinder sich das Fremdeln "abgewöhnen" lassen, indem man sie dieser Situation immer wieder aussetzt. Kinder, die auf diese Art entwöhnt werden sollen, werden eher noch länger und stärker unter Trennungsängsten leiden. Richtig funktioniert es anders herum: Erst wenn das Kind entwicklungsgemäß Fremdes nicht mehr als bedrohlich wahrnimmt, kann die Gewöhnung an eine fremde Person gelingen.

Warum fremdeln manche Kinder stärker als andere?

Es gibt verschiedene Faktoren, die auf die Heftigkeit des Fremdelns offenbar Einfluss haben können. Die Persönlichkeit des Kindes zum Beispiel. Ist es eher neugierig und offen, fremdelt es wahrscheinlich weniger als ein Kind mit verhaltendem, ängstlichem Temperament. Auch die bereits gewonnenen Erfahrungen mit anderen Menschen können den Grad des Fremdelns beeinflussen. Ein Kind mit vielen Geschwistern und mit einem sehr engen Bezug zu den Großeltern fremdelt eher weniger.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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