Die Brust in der Schwangerschaft

Frau mit Hand auf der Brust

© fotolia, Nobilior

Während das Baby im Bauch der Mutter heranwächst, bereitet sich die Brust bereits auf die Stillzeit vor.

Milchbildung wird hormonell gesteuert

In der ersten Phase der Milchbildung, reifen die Brustdrüsen der Frau während der Schwangerschaft zur Produktion von Milch heran und bilden die gelbliche Vormilch, das Kolostrum. Diese erste Milchbildungsphase wird hormonell gesteuert, denn die in der Schwangerschaft freigesetzten Hormone sorgen dafür, dass sich die Brust weiter entwickelt - das Fettgewebe geht zurück, Drüsengewebe entsteht. Erst jetzt wachsen Milchbläschen, die sogenannten Alveolen und Milchgänge zu funktionstüchtigem Drüsengewebe heran, das später das Stillen ermöglichen wird.

Größe der Brust nicht entscheidend

In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kommt das Milchbildungshormon Prolaktin ins Spiel. Es sorgt dafür, dass sich in den Alveolen Milch bildet. Bei manchen Frauen tritt ab und zu bereits ein Tropfen Milch aus. Keine Sorge, wenn das bei Ihnen nicht der Fall ist: Ob in der Schwangerschaft Milch austritt oder nicht, hat keinen Einfluss auf die künftige Milchbildung. Auch die Größe der Brust ist für ein erfolgreiches Stillen nicht wichtig, denn die Größe der Brust sagt nichts über die spätere Milchmenge aus. Das bedeutet, dass Frauen, bei denen die Brüste während der Schwangerschaft nur leicht zugenommen haben, ohne weiteres auch ausreichend Milch bilden können. Nur in sehr seltenen Fällen ist dies aufgrund fehlenden Drüsengewebes nicht möglich.

Viele werdende Mütter bemerken bald, dass sich ihre Brust verändert. Sie wird größer, die Warzenhöfe können dunkler werden und die Venen deutlicher hervortreten.

Tipp: Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die BHs, die bisher gut gepasst haben, bald nicht mehr gut sitzen. Investieren Sie in der Schwangerschaft in gut sitzende BHs, die nicht einengen oder drücken. Ein gut sitzender BH stützt die Brust und schont Haut und Bindegewebe.

Auf das Stillen vorbereiten

In der Schwangerschaft ist die Brust besonders empfindlich. "Abhärten" muss man Brustwarzen trotzdem nicht, um sie auf ihre Aufgabe beim Stillen vorzubereiten. Auch wenn die Brustwarzen durch das Saugen beansprucht werden und in der Anfangszeit wund werden können -  die Haut stellt sich langfristig auf die neue Beanspruchung ein, große Vorbereitungen sind bei normal geformten Brustwarzen nicht nötig.

Anders ist dies bei Flachwarzen, Schlupfwarzen oder Hohlwarzen. Diese besonders flachen oder sogar nach innen gestülpten Brustwarzenformen können Babys beim Saugen Schwierigkeiten bereiten. Das Baby hat dann Probleme die Brustwarze mit dem Mund zu fassen. Bei manchen Frauen ist auch nur eine Brust betroffen. Daher ist in diesem Fall tatsächlich ein wenig Vorbereitung aufs Stillen nötig oder es werden Hilfsmitteln wie z. B. Stillhütchen verwendet. Wie sich die Brustwarze beim Stillen verhält, kann man durch den "Kneif-Test" herausfinden: Drückt man die Basis der Brustwarze zusammen, richtet sich die Brustwarze normalerweise auf. Bei echten Schlupfwarzen zieht sich die Brustwarze zurück. Handelt es sich um eine Flachwarze, wird sich die Brustwarze kaum aufrichten, weil der Schaft der Brustwarze zu kurz ist. Auch bei Flachwarzen haben Babys Probleme beim Stillen "anzudocken".

Wenn Sie vermuten oder sicher sind, dass Sie Flach- bzw. Hohlwarzen haben, wenden Sie sich am besten schon früh an eine erfahrene Hebamme oder Stillberaterin. Sie kann ihnen sagen, welche Methode sich für Sie am besten eignet, um die Brustwarzen in den kommenden Monaten besser auszuformen.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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