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Stillberaterin Biggi Welter

Stillberatung

Biggi Welter

   

 

Was soll ich machen, wenn mein Baby stundenlang an meiner Brust saugen will?

Hallo Biggi und Kristina,

ich habe ein großes Problem.
Mein Sohn will stundenlang an meiner Brust nuckeln, aber ich möchte das nicht.
Die ersten Wochen waren recht ruhig. Stillen klappte gut, trotz Kaiserschnitt unter Vollnarkose 2 Wochen vor Termin, wegen erhöhten Hirndrucks bei mir.
Er ist mein 2. Kind, die Große wurde auch 16 Monate gestillt und war von Anfang an schnullersüchtig. Ohne war sie nicht zu beruhigen, auch mit kaum.

Er ist jetzt 11 Wochen alt und seit 3-4 Wochen schreit er abends 1-2 h lang, lässt sich nicht beruhigen. Sein Vater und ich versuchen trotzdem alles: Singen, Tragen, Streicheln, Pucken. Er wird nie allein gelassen und ist immer auf dem Arm oder im Tragetuch, selten im Kinderwagen oder der Autoschale. Er schläft mit im Bett (unsere Köpfe sind auf seiner Bauch-Höhe, Händchen wird gehalten, mein Arm ist unter seinen Beinchen). So schläft er gut und will, wenn er denn einmal in den Schlaf findet, nachts auch nur gestillt werden und schläft gleich wieder ein.

Tagsüber schreit er oft, ich denke es kommt ihm häufig zu viel Milch beim Nuckeln. Er dockt dann ständig ab und wieder an unter Schreien. Wenn er hungrig ist, trinkt er gut, obwohl er in letzter Zeit lieber im Liegen trinkt, nur unterwegs in der Wiegeposition.

Am späten Nachmittag und abends, immer vor dem Einschlafen, haben wir das Problem. Er will nur an der Brust nuckeln. Wenn ich ihn lasse auch mal 1- 2- h, aber ohne dass er wirklich einschläft. Ich kann nichts Anderes machen, was mit meiner 3-Jährigen, für die ich keinen Kita-Platz habe, kollidiert. Davon abgesehen mag ich das reine Nuckeln nicht, habe Neurodermitis an der Brust und letzte Woche auch eine Mastitis und noch einen Soor an einer Brust bekommen. Das Dauernuckeln tut mir damit auch noch weh. Da ich in der Zeit auch nicht schlafen kann, bin ich fix und fertig davon. Hinterher ist er munter und ich kann mich auch nicht ausruhen.

Wenn ich ihn aber abnehme schreit er massiv und es tut mir so wahnsinnig leid, dass ich ihm sein einzigen Bedürfnis nicht erfüllen kann. Es ist mir auch erst vor ein paar Tagen aufgefallen, dass er eigentlich nur Nuckeln will, weil ich das häufige An- und Abdocken in der Wiegehaltung falsch interpretiert habe. Legen wir uns hin, macht er das nicht und nuckelt und nuckelt. Ich dachte, er will gar nicht an die Brust und hätte einen anderen Grund zu schreien.

Einen Nuckel will er nicht. Wir haben alle möglichen Formen ausprobiert, auch eine wirklich oft angeboten, nicht nur im Einschlafstress, sondern auch spielerisch tagsüber, wenn er gut drauf war.
Er kriegt massive Panik oder Wut, wenn er etwas Fremdes in den Mund bekommt. Als sei es eine Vergewaltigung für ihn. Nicht mal abgepumpte Milch aus der Medela-Flasche geht, auch kein Stillhütchen... beim Bechern freut er sich, checkt aber nicht, dass er die Milch auch schlucken muss und sie läuft wieder heraus. Die Gynäkologin meint dazu nur, dass es eben ein Junge sei.

Ich fühle mich so schrecklich, weil ich ihn ja nun abends schreien lasse, weil ich es an der Brust nicht so lange aushalte. Natürlich versuchen wir alles, um ihn zu beruhigen. Für mich fühlt es sich aber trotzdem wie Schreienlassen an und der arme kleine Kerl tut mir so leid. Er schreit nach mir und ich gebe ihn dann oft zu seinem Vater, weil ich oft das Gefühl habe, dass er auf meinem Arm in der Nähe des Objekts seiner Begierde noch mehr ausrastet.

Gibt es eine Möglichkeit, wie wir beide besser mit dem Bedürfnis klar kommen?

von Cissie am 11.02.2019, 23:23 Uhr

 

Antwort:

Und...

... außerdem versucht er immer öfter an seiner Hand oder seinen Fingern zu nuckeln.

von Cissie am 11.02.2019

Antwort:

Was soll ich machen, wenn mein Baby stundenlang an meiner Brust saugen will?

Liebe Cissie,

hast Du die Anlegetechnik einmal überprüfen lassen? Das Anlegen darf nicht schmerzen und vielleicht würde sich das Problem erledigen, wenn Du schmerzfrei bist. Du schreibst auch, dass Du einen Sonor hast, ist Dein Kind mit behandelt worden?

Soor ist eine ungeheuer hartnäckige Sache und muss mit ebenso ungeheurer Konsequenz mit dem richtigen Mittel und lange genug behandelt werden. Ganz wichtig ist dabei, dass nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby behandelt wird, auch wenn das Baby, was allerdings nur sehr selten der Fall ist, symptomfrei erscheint. Wird nur die Mutter behandelt und das Kind nicht, dann stecken sich beide gegenseitig immer
wieder an (Ping Pong Effekt).

Versuche mal folgende Tipps auszuprobieren:

o Das Kind kann getragen werden. Durch das Tragen wird das Bedürfnis des Kindes nach Körperkontakt, Geborgenheit, Wärme und Nähe gestillt und mit einem gut gebundenen Tragetuch hat man mindestens eine Hand frei, um andere Dinge zu tun.
o Das Kind kann gebündelt werden. Das Bündeln gibt dem Baby das Gefühl von Geborgenheit und lässt es seinen Körper und seine Grenzen spüren. Das Gefühl von Begrenzung hilft dem Kind sich sicher zu fühlen.

o Man kann ein Nest bauen. Auch hier ist die Begrenzung der springende Punkt, der dem Kind Geborgenheit vermittelt.

o Massage, eine warmes Bad oder auch ein warmes Körnerkissen können beruhigend wirken. Schaukelbewegungen (Wiege, Hängematte, Schaukelstuhl, mit Tragetuch spazieren gehen, Kinderwagen), monotone Geräusche (Staubsaugen, Auto fahren), beruhigende Musik, Singen und Tanzen mit dem Baby und auch der Schutz vor Überreizung (viele Besucher, Fernseher) helfen einem Kind sich zu beruhigen.

Als Saugersatz bietet sich ein Finger (von Kind oder Vater oder Mutter) oder eventuell auch ein Lutschetuch an.

LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter am 12.02.2019

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