Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Muttermilch abpumpen und aufbewahren

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Hallo,
ich bin leider auf das Abpumpen der Muttermilch angewiesen und habe ein paar Fragen zum Thema Abpumpen und Aufbewahren.

1. Welche Trinktemperatur sollte abgepumpte Muttermilch nicht über- bzw. unterschreiten?
2. Reicht es wirklich aus, das Pumpset inkl. der Flaschen nur einmal täglich zu sterilisieren oder sollte es nach jedem Abpumpen gemacht werden?
3. Ich bewahre jede abgepumpte Einheit in einer separaten Flasche im Kühlschrank auf. Darf ich denn aber, wenn alles durchgekühlt ist, die einzelnen Einheiten zusammenschütten, bspw. wenn in einer Flasche zu viel für eine Mahlzeit enthalten ist?
4. Stimmt es, dass eingefrorene Muttermilch quasi "wertlos" ist, weil alle Nährstoffe dadurch verloren gehen? Meine Schwägerin ist davon fest überzeugt..

Danke im Voraus!

von Glückskex am 25.09.2014, 11:40 Uhr

 

Antwort auf:

Muttermilch abpumpen und aufbewahren

Liebe Glückskex,

beim Füttern sollte die Milch etwa Körpertemperatur haben, wenn sie mal weniger warm ist, kann sie gegeben werden, aber nicht wärmer.

Wenn Milch für ein voll ausgetragenes, gesundes Baby zu Hause (nicht im Krankenhaus) abgepumpt wird, reicht es, die Pumpe einmal täglich zu sterilisieren und ansonsten nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser zu reinigen und trocknen zu lassen.

Milch die über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg abgepumpt wird kann gesammelt, zusammengeschüttet und dann eingefroren werden. Es hat sich bewährt die Milch in kleinen Portionen (etwa 50 bis 60 ml) einzufrieren. Diese kleinen Mengen sind schnell aufgetaut und erwärmt und es muss nicht so viel Milch weggeworfen werden, wenn das Baby nicht alles trinkt.

Es ist möglich frisch abgepumpte Milch auf bereits gefrorene Milch zu geben, vorausgesetzt die Milch wurde zunächst gekühlt und es ist nicht mehr frische Milch als bereits gefrorene Milch.

Ich würde niemals eine Frau „runtermachen", wenn Sie abpumpt und Flasche gibt. Diese Entscheidung muss jede Frau für sich und ihr Baby selbst treffen und es kann eine Vielzahl von Gründen geben, warum eine Frau sich für das Abpumpen entscheidet.

Allerdings stimmt es, dass das direkte Stillen an der Brust vorzuziehen ist.

Die WHO und UNICEF listen eine klare Rangfolge der verschiedenen Ernährungsformen für Säuglinge auf:

1. direktes Stillen des Kindes durch die Mutter
2. abgepumpte Milch der eigenen Mutter
3. abgepumpte Milch einer Spenderin
4. künstliche Säuglingsnahrung

Wie kommt es dazu, dass das direkte Stillen an der Brust zu bevorzugen ist? Dafür gibt es mehrere Gründe, von denen ich hier auf zwei eingehen will.

Zum einen ist es, dass tatsächlich die Zusammensetzung der Muttermilch unterschiedlich ist, je nachdem, ob das Kind direkt an der Brust gestillt wird oder die Muttermilch abgepumpt wird. So besteht zum Beispiel ein Unterschied in der Immunantwort der Brust auf Keime. Trinkt das Kind direkt an der Brust, so kommt die Brust mit der Keimflora im Mund des Kindes in direkten Kontakt und die Antikörperbildung wird entsprechend angeregt. Auch der Fettgehalt der Milch wird mit durch das Trinkverhalten des Kindes beeinflusst.

Der zweite Punkt betrifft das Saugen. Das direkte Saugen an der Brust erfordert ganze andere Muskelarbeit und ein ganz anderes Zusammenspiel der Gesichtsmuskulatur als das Trinken aus einer Flasche. So kommt es, dass die Ausbildung der Muskeln durch das Stillen optimal gefördert wird, das Gleiche gilt für den Kiefer. Stillen hat so einen ungeheuren Einfluss auch auf die spätere Sprachentwicklung.

Wenn Sie so wollen, ist die Muttermilch direkt von der Brust bzw. das direkte Stillen tatsächlich „gesünder".

Doch auch unter Abwägung dieser Faktoren, bleibt es die Entscheidung der Mutter, ob Sie ihr Kind direkt an der Brust stillt oder abpumpt.

LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter, Stillberaterin am 25.09.2014

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