Unser Lexikon für die Schwangerschaft

Schwangerschaftslexikon

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Erythrozyten (Rote Blutkörperchen)

Blut besteht etwa zur Hälfte aus Flüssigkeit und zur anderen Hälfte aus festen Bestandteilen, den sogenannten Blutkörperchen. Erythrozyten oder rote Blutkörperchen machen den größten Anteil dieser festen Bestandteile aus. Die roten Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet und haben eine Lebensdauer von etwa vier Monaten. Unter dem Mikroskop sehen die Erythrozyten aus wie kleine Scheiben mit einem Wulst am Rand.

Erythrozyten funktionieren wie Taxis, die auf zwei Sorten Fahrgäste spezialisiert sind: Auf Sauerstoff und Kohlendioxid. In der Lunge binden sie mit Hilfe des eisenhaltigen Blutfarbstoffs Hämoglobin frischen Sauerstoff an sich und transportieren ihn ins Gewebe. In den kleinen Haargefäßen des Gewebes geben die Erythrozyten den Sauerstoff an die Zellen ab. Dort wird der Sauerstoff benötigt, um bei der Zellatmung Energie zu gewinnen. Dabei fällt Kohlendioxid an, den die Erythrozyten-Taxis wieder aufnehmen und in die Lunge transportieren, damit er dort ausgeatmet werden kann. Die Erythrozyten-Taxis holen sich dafür wieder frischen Sauerstoff ab. Der Kreislauf beginnt von neuem.

Erythrozytenmangel und Schwangerschaftsanämie


Zur Bildung von Erythrozyten werden unter anderem Eisen, Vitamin B12 und Folsäure benötigt. Steht dem Körper einer oder mehrere dieser Stoffe nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, wirkt sich das mit der Zeit negativ auf die Produktion der roten Blutkörperchen aus. Während einer Schwangerschaft benötigt das Kind für seine Entwicklung und sein Wachstum auch diese Vitamine und Mineralstoffen. Es nimmt sich von der Mutter, was es braucht – die Mutter hat dadurch einen erhöhten Vitamin- und Mineralstoff-Bedarf. Meistens fehlt dem Körper Eisen, deshalb ist eine ausreichende Eisenzufuhr gerade in der zweiten Schwangerschaftshälfte besonders wichtig. Eisen bekommt der Körper mit der Nahrung, vor allem durch den Verzehr von Fisch und Fleisch, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.

Kann dieser zusätzliche Bedarf nicht gestillt werden, bildet der Körper nicht genug Erythrozyten und die Schwangere entwickelt eine Blutarmut, auch Anämie genannt. Die Folge der Anämie: Weil nicht genügend rote Blutkörperchen im Blut vorhanden sind, wird weniger Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen transportiert. Dem Körper steht dadurch weniger Energie zur Verfügung, man fühlt sich schlapp und müde und ist blass. Bei sehr starker Anämie kann es zu Herzbeschwerden, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl kommen.

Gerade bei rasch aufeinander folgenden Schwangerschaften kann es zu einer starken Schwangerschaftsanämie kommen, da in diesem Fall die mütterlichen Reserven noch nicht in ausreichendem Umfang aufgefüllt worden sind.
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