Wie erkennt man eine Schwangerschaftsvergiftung?

Wie erkennt man eine Schwangerschaftsvergiftung?

Was umgangssprachlich manchmal noch "Schwangerschaftsvergiftung" heißt, nennen Hebammen und Ärzte "Präeklampsie". Früher hieß die Erkrankung auch EPH-Gestose.

Es handelt sich nicht um eine Vergiftung, sondern um eine Schwangerschafts­er­krankung, die mit Bluthoch­druck einhergeht. Meistens tritt sie erst in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf, verstärkt nach der 27. Woche. Es gibt eine Kombination typischer Anzeichen, auf die Ihre Hebamme ebenso achtet wie die betreuende Arztpraxis.

Symptome für eine Schwangerschaftsvergiftung

  • Hoher Blutdruck: Ein stark gestiegener Blutdruck ist meistens das erste Symptom, zu dem dann noch Kopfschmerzen hinzukommen. Später treten häufig auch Schmerzen im Oberbauch auf. Liegt der Blutdruck plötzlich im oberen Bereich über 140 und im unteren über 90, ist das ein Alarmzeichen.
  • Wassereinlagerungen (Ödeme), häufig zuerst an Händen und Füßen. Einige Frauen bekommen auch Ödeme im Gesicht.

Hellhörig werden wir Hebammen aber auch, wenn: eine werdende Mutter häufig starke Kopfschmerzen oder Augenflimmern hat oder Schwindel, vielleicht sogar mit Übelkeit und Erbrechen, auftritt.

Bei Unsicherheit besser zum Arzt!

Zeigen sich die oben genannten Symptome, ist das immer ein Grund, zum Arzt zu gehen. Möglicherweise steckt nichts Ernstes dahinter. Allerdings kann eine nicht erkannte Präeklampsie für Mutter und Kind sehr gefährlich werden. Daher ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen. Vermutet Ihr Arzt, dass es sich um eine Präeklampsie handeln könnte, wird er Sie in die Klinik überweisen. Dort sind weitergehende Untersuchungen möglich, um die Diagnose zu erhärten oder zu klären, was sonst hinter den Beschwerden steckt. Alle wichtigen Werte und Ihr Allgemeinzustand können auf Station gut überwacht werden. Unter anderem wird Ihr Blutdruck regelmäßig gemessen und der Eiweißgehalt im gesammelten Urin bestimmt: Typischerweise scheiden Schwangere bei einer Präeklampsie verstärkt Eiweiß aus.

So wird die Präeklampsie behandelt

Der einzige Weg, eine Präeklampsie zu behandeln und zu beenden, ist die Geburt des Kindes. Allerdings kann es sein, dass diese nicht sofort erfolgen muss und das Baby noch ein wenig im Bauch bleiben kann. Zentral ist, wie es Ihnen und dem Baby geht und wie sich die Werte entwickeln. Auf alle Fälle bleiben Sie zur Beobachtung in der Klinik. Sobald es an der Zeit ist, die Schwangerschaft zu beenden, wird die Geburt entweder eingeleitet oder ein Kaiserschnitt gemacht.

Bis heute ist ungeklärt, was die Präeklampsie verursacht. Studien weisen jedoch darauf hin, dass unter anderem Parodontitis (eine schwere, bakteriell verursachte Entzündung des Zahnhalteapparats) das Risiko erhöht; ebenso sehr starkes Übergewicht und Autoimmunkrankheiten.

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