Wann spricht man von einer Gedeihstörung?

Wann spricht man von einer Gedeihstörung?

© fotolia, AUFORT Jérome

Mediziner und Hebammen sprechen von einer Gedeihstörung, wenn sie Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung bemerken. Weil ein Baby zum Beispiel längere Zeit nicht zunimmt. Oder ein Kind bei der Bewegungs- oder Sprachentwicklung sehr spät dran ist.

Allerdings gilt grundsätzlich immer, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat. Einige Kinder erreichen bestimmte Meilensteine sehr früh. Andere gehen die Dinge etwas langsamer an. Daher gibt es bei den meisten Entwicklungsschritten auch relativ viel Spielraum. 

Gerade in der ersten Zeit achtet Ihre betreuende Hebamme, ebenso wie der Kinderarzt, auch auf die Gewichtsentwicklung des Kindes. Da Kinder in Schüben wachsen, ist es normal, wenn ein Baby vorübergehend mal nicht zunimmt. Bis der nächste Entwicklungs- und Wachstumsschub kommt: Mütter sind oft überrascht, dass ihr Kind dann innerhalb weniger Tage deutlich zulegt und auch sonst einen großen Sprung macht. 

Ob Brust oder Fläschchen: Der richtige Nährstoffmix macht’s

Eine Gedeihstörung kann vorliegen, wenn ein Baby tendenziell eher abnimmt, die Haut vergleichsweise trocken wirkt und die Windel selten nass ist. Oft ist auch der Stuhlgang verändert. Ist das Baby ansonsten gesund, liegt möglicherweise ein Nährstoffmangel vor. Das kann an der Zusammensetzung der Nahrung liegen. Oder daran, dass der kindliche Organismus bestimmte Nährstoffe nicht richtig verarbeitet.

Bei gestillten Kindern rückt erst einmal die Ernährung der Mutter in den Mittelpunkt. Unter anderem geht es darum, ob der Speiseplan der stillenden Frau ausgewogen und reichhaltig genug ist. Bekommt ein Kind das Fläschchen, kann es sein, dass es die aktuelle Milchnahrung nicht verträgt. Am besten beraten Sie dann mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt, auf welche Milchnahrung Sie umsteigen sollten. Nimmt Ihr Baby auch weiterhin nicht zu, verträgt es eventuell bestimmte Nahrungsmittel nicht. Bevor Sie nun auf Verdacht ständig neue Nahrungen ausprobieren, ist eine klare Diagnose unbedingt sinnvoll. 

Manchmal ist eine wenig Unterstützung hilfreich

Eine langsame Bewegungs- und/oder Sprachentwicklung ist nicht gleich ein Grund zur Sorge. Es ist jedoch sinnvoll, darauf zu achten, ob Ihr Kind im Rahmen der normalen Entwicklungsfenster bleibt. Dann holen die Kinder Verpasstes meistens schnell nach. Es ist wichtig, regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. So können Kinderarzt oder -ärztin gut einschätzen, ob alles in Ordnung ist. Falls Ihnen etwas auffällt oder Sie Fragen haben, sprechen Sie das ruhig an: Manchmal brauchen tatsächlich schon junge Kinder gezielte Unterstützung, etwa Gymnastik. In Einzelfällen können auch Blockaden im Hals-, Wirbel- oder Hüftbereich vorliegen. Die kann ein Osteopath oder Orthopäde lösen.

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