Blitzgeburt: Das Baby kommt unterwegs

Blitzgeburt: Das Baby kommt unterwegs

© fotolia, Goss Vitalij

Anders als in Filmen gerne dramatisch ausgemalt, passiert es statistisch gesehen eher selten, dass Babys auf dem Weg zur Klinik geboren werden. Aber es kommt doch hin und wieder einmal vor.

Gerade in ländlichen Gegenden oder bei Frauen, die schon ein Kind oder gar mehrere Kinder haben. Meiner Erfahrung nach sind viele werdende Eltern neugierig darauf, wie sie sich für den Fall der Fälle vorbereiten können.

Vertrauen Sie ruhig Ihrem Körper

Eine Geburt ist ein Vorgang, den die Natur sehr gut steuert. Grundsätzlich gilt daher: Verlassen Sie sich auf Ihren Körper. Werdende Mütter und speziell Frauen unter Geburt haben ein sehr gutes "Bauchgefühl". Wenn Sie die Ruhe bewahren, sich auf das Geschehen einlassen und an sich glauben, kommen Sie am besten zurecht.

Schaffen Sie sich im Auto so viel Platz, dass Sie eine halb sitzende oder Hockposition einnehmen können. So ist es für Sie oder die begleitende Person am einfachsten, das Baby in Empfang zu nehmen. Es ist praktisch, auf den Boden oder den Sitz eine Unterlage zu legen, damit Sie das Baby weich lagern können.

Die "Tasche für alle Fälle" in den Kofferraum stellen

Falls Sie so wohnen, dass Sie befürchten, nicht rechtzeitig in die Klinik zu kommen: Es gibt, zum Beispiel im Drogeriemarkt, Windelein- beziehungsweise -unterlagen für Erwachsene. Die sind hilfreich, falls Sie unterwegs einen Blasensprung haben oder das Baby tatsächlich zur Welt kommt. Packen Sie die Windeleinlagen am besten mit ein paar großen Handtüchern für das Baby und einer Wolldecke zum Warmhalten in eine Tasche. Die können Sie im Kofferraum deponieren.

Ist der Weg zur Klinik lang, ist es besonders wichtig, möglichst eine betreuende Hebamme zu haben. Dann können Sie diese anrufen, wenn Sie merken, dass Sie es wohl nicht mehr rechtzeitig schaffen: Meistens klappt es, dass die Hebamme ins Haus kommt und das Kind dort geboren wird. Oder Sie überlegen sich von vornherein, ob Sie gleich eine Hausgeburt planen.

Die Nabelschnur nicht selbst durchschneiden

Der beste Platz für das Neugeborene ist der nackte Oberkörper der Mutter, warm angekuschelt unter Handtüchern und Decken. Und was passiert mit der Nabelschnur? Keine Sorge, das eilt überhaupt nicht. Sie können die Nabelschnur mit einem Schnürsenkel in der Mitte abbinden, aber auch das muss nicht sein. Bitte durchtrennen Sie die Nabelschnur auf keinen Fall, sondern warten Sie, bis (Not-)Arzt oder Hebamme diese korrekt abgebunden haben.

Nach der Geburt sollten die betreuende Hebamme oder die Hebammen im Kreißsaal nach Mutter und Kind schauen. Entweder setzen Sie also einfach die Fahrt in die Klink fort. Oder, falls Sie eine betreuende Hebamme haben: Sie rufen diese an und treffen sich zu Hause/in der Klinik mit ihr. Tipp: Die Telefonnummer der Hebamme und des nächstgelegenen Kreißsaals im Handy speichern! Besorgen Sie sich auf alle Fälle die Durchwahl zum Kreißsaal. Wenn Sie an der Pforte anrufen, hängen Sie vielleicht in der Warteschleife. Die Zeit haben Sie nicht unbedingt, falls Ihr Baby es eilig hat.

Natürlich können Sie auch den Rettungsdienst/Notarzt anrufen, selbst von unterwegs. Jeder Rettungswagen hat alles für eine Geburt dabei. In einem Notfall dürfen Ärzte die Geburt auch ohne Hebamme begleiten. Ansonsten sind Sie gesetzlich verpflichtet, möglichst eine Hebamme hinzuzuziehen.

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