Wenn das Kind den Brei verweigert

Wenn das Kind den Brei verweigert

© fotolia, Zsolt Biczó

Wann fange ich am besten mit den Breimahlzeiten an? Diese Frage bewegt die meisten Mütter. Zumal sie ganz unterschiedliche Empfehlungen hören und selbst für recht junge Kinder schon Breie angeboten werden.

Meiner Erfahrung nach ist es am besten, sich da ganz nach dem Kind zu richten: Erst, wenn das Kind dazu bereit ist, wird es Brei akzeptieren. Sein Stoffwechsel und sein Magen-Darm-Bereich müssen reif genug sein, um andere Nahrung als Milch aufzunehmen und zu verwerten.

Jedes Kind ist anders: manche sind neugierig, andere brauchen noch Zeit

Da jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat, gibt es da Spielraum. Manche Babys sind früh neugierig auf festere Nahrung. Andere Kinder zeigen sehr deutlich, dass sie noch Zeit brauchen.

Als Hebamme habe ich beides schon erlebt. In einem Fall wollte die Mutter nach sechs Monaten mit dem Brei beginnen. Ihr Kind hat diesen konstant verweigert, egal, um welche Art Brei es sich handelte. Die Familie hat alles probiert: Andere Familienmitglieder haben dem Kind den Brei angeboten, die Mutter ist aus dem Haus gegangen, damit sie nicht in Reichweite war ... Es hat alles nichts gebracht. Das Kind war einfach noch nicht bereit und wollte weiter gestillt werden. Dieser Prozess dauerte einige Monate und kostete reichlich Nerven. Als das Kind zwölf Monate alt war, bekam ich einen Anruf: Der kleine Junge wollte von heute auf morgen nicht mehr gestillt werden und hat komplett am Tisch mitgegessen. Er hat nie Brei bekommen, sondern ist direkt von der Brust an den Tisch gewandert. Solange ein gestilltes Baby weiterhin zunimmt und sich altersgerecht entwickelt, gibt es also keinen Grund, Druck zu machen. Richten Sie sich ruhig nach den Bedürfnissen Ihres Kindes - mit Gelassenheit kommen Sie leichter ans Ziel.

Ein kurzer Brei-Streik kann immer mal vorkommen

Viel häufiger erleben Eltern aber Folgendes: Ihr Kind hat einige Tage gut Brei gegessen - und verweigert diesen jetzt plötzlich. Am besten verzichten Sie dann einfach ein paar Tage auf die Breimahlzeit, bevor Sie es erneut probieren.

Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Baby nicht in die Süß-Falle locken. Das passiert sehr häufig, wenn das Kind den herzhaften Mittagsbrei verweigert. Besorgt, dass ihr Baby zu wenig isst, bieten viele Mütter ihm dann Obst oder süßen Brei an. Doch wir unterschätzen, wie schnell Kinder lernen: Innerhalb von ein, zwei Tagen haben die Kleinen heraus, dass sie das Herzhafte nicht essen müssen. Es gibt ja stattdessen gleich etwa Süßes! Am besten lassen Sie anfangs den Nachtisch einfach weg. Es reicht völlig, wenn Ihr Kind irgendwann nachmittags als Zwischenmahlzeit Obstbrei bekommt.

Zu viel Hektik bremst junge Esser aus

Babys brauchen viel Konzentration beim Essen. Wenn es in ihrer Umgebung unruhig oder hektisch ist, lenkt sie das ab. Auch das kann der Grund dafür sein, dass ein Baby seinen Brei nicht isst.

Und: Menschen sind soziale Wesen - wir Erwachsenen leben unseren Kindern auch das Essen vor. In Gesellschaft macht es sowieso viel mehr Spaß, auch uns Großen. Essen Sie daher möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind/Ihren Kindern. Gemeinsame Mahlzeiten mit kleinen Ritualen sind wichtig für alle Familienmitglieder - und sie machen vieles rund ums Essen einfacher.

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