Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Beikost

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo.
Mein Sohn ist jetzt 27 Wochen alt.
Vor 7 Wochen habe ich angefangen Mittagsbrei zu füttern. Er hat aber nie Lust zu essen. Nur wenn ich ihn ablenke und zum Lachen bringe, kann ich ihn füttern. Das schluckt er aber dann auch alles unter. Er spuckt nichts aus. Aber ohne Ablenkung bleibt der Mund zu. Nach spätestens 60 Gramm ist aber Schluss und er fängt an zu weinen. Manchmal auch schon nach wenigen Löffeln. Habe unterschiedliche Gemüsesorten durch, es gibt aber keinen Unterschied. Was kann ich machen, dass er mehr Brei und diesen auch freiwillig isst? Er hat immer weniger Lust zu essen. An einigen Tagen isst er keinen Löffel. Er presst von Anfang an die Lippen zusammen, ohne dass er etwas probiert hat. Die ersten Wochen haben etwas besser geklappt. Habe schon versucht den Brei früher oder später zu füttern, da ändert sich aber auch nichts. Anschließend bekommt er ein Fläschchen. Wie kann ich weiter vorgehen? Den Abendbrei einzuführen macht momentan noch keinen Sinn, oder?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

von Lisa1077 am 27.06.2020, 21:41 Uhr

 

Antwort auf:

Beikost

Hallo Lisa1077
wie wäre es, wenn du mit der Beikost kurz nochmals pausierst und anschließend einen Neustart machst. So kehrt kurz Ruhe in das Thema ein.
Eine ganz wichtige Frage habe ich außerdem an dich: stillst du auch noch ab und zu und/oder bekommt dein Baby auschließlich Säuglingsmilch?
Und eine weitere Frage: war dein Baby zum Zeitpunkt der Breieinführung bereits schon sicher beikostreif?
Unabhängig wie die Antworten auf diese Fragen lauten, lässt sich folgendes zusammenfassen:
dein Baby isst eine kleine Menge Brei vom Löffel und zeigt dir deutlich, wenn er genug hat. Akzeptiere das. Versuche dein Baby niemals zum Essen zu zwingen.

Dein Baby ist noch jung und du kannst deinem Baby Pre-Milch (1er Milch) immer nach Bedarf anbieten. Der Bedarf ist momentan offensichtlich noch groß. Er ist größer als es in den üblichen Beikostplänen angezeigt und geschildert wird und was du als Maßstab ansiehst. Das irritiert dich.
Pläne geben "nur" eine grobe Orientierung. Jedes Baby ist und isst individuell.
Mein Vorschlag an dich wäre darum dieser:
mach eine ca 2-3 tägige Beikostpause. Danach kannst du nochmals neu beginnen. RE-Start!
Schau dir dein Baby an und versuche den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wann dein Baby hungrig genug ist um zu essen aber noch nicht zu hungrig ist.
Schau einmal was dein Baby mit den Händen anstellt, wenn es an den Esstisch geht. Möchte dein Baby im Hochstuhl sitzen (kann er das schon?) oder lieber auf dem Schoss sitzen? Möchte dein Baby in den Brei patschen und/oder möchte es sich selbst füttern? Zeigt er Interesse an Essen und macht den Mund gierig auf?
Rein an den Fakten bemessen (27 Wochen) ist dein Baby jetzt alt genug für Beikost. Ihr befindet euch im 2. ten Lebenshalbjahr und mit Beikost kann, darf und sollte jetzt begonnen werden. Wusstest du, dass Beikost mehrere Funktionen erfüllt? Dass ein Baby von Beikost tatsächlich satt wird, das ist zu Beginn nämlich gar nicht das primäre Ziel, wusstest du das? Die erste Zeit dient bspw der Gewöhnung und auch zur Allergieprophylaxe. Wenn dein Baby 60g Brei isst, dann ist das völlig ausreichend und okay!
Man kann also sagen: dein Baby isst Beikost. Dein Baby isst nur nicht die Portionsgrößen, die du erwartest und/oder so wie es in den Plänen oder Empfehlungen steht. Dein Baby wird von der Essmenge noch nicht satt und braucht anschließend noch ein Fläschchen.
Das ist okay. Das reicht zunächst. Beruhigt dich das?
Wenn du magst, könntest du auch jetzt schon, unabhängig von der Essmenge mittags, mit dem Abendbrei beginnen.
Akzeptiere nur immer die Zeichen deines Baby, wenn es genug hat.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 29.06.2020

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