HiPP Ernährungsberatung

Annelie Last  (Diplom Ökotrophologin)

   

 

9 Monate altes Baby verweigert Brei & feste Nahrung normal?

Schönen Guten Abend, ich brauchen dringend Hilfe. Habe mich an meine alte Hebamme gewandt die kann mir aber nicht helfen weil sie nicht mehr zuständig für mich ist und hat mir empfohlen mich an eine Ernährungsberaterin zuwenden. Nun, hier bin ich und ich hoffe Sie können mir helfen. Zu meiner Situtation:
Mein Sohn ist 9 Monate alt & isst seid er 7 Monate ist keinen Brei mehr. Um den dreh herum bekam er seine ersten Zähne. Ich dachte es lag daran und ging auf seine Bedürfnisse ein und stillte ihn wieder. Das hält sich bis jetzt. Ich stille wieder voll und das alle 2 std. Tags und Nachts. Nachts aber schon seit dem 4 Monat wieder. Ich biete ihm alles an Brei ab 4,6 oder 8 Monaten. Er isst zwei löffel und dann ist Schluss. Dachte gut vielleicht will er was festes essen also habe ich ihm Brot, Obst, Gemüse angeboten wird etwas gekabbert & dann ist schluss. Von uns das essen Reis oder Nudeln egal was er probiert und dann will er nicht oder schmeißt es aufn boden. Vor der ganzen Sache hat er Mittags 190g Brei gegessen und abends etwas Grieß mit Obst.
Ich stehe etwas Unterdruck da wir im märz anfangen ihn im Kindergarten ein zugewöhnen und da kann ich ihn nicht mehr voll stillen und ich muss sagen so langsam möchte ich auch nicht mehr stillen. Ich brauche wieder etwas zeit für mich. Durch das stillen hängt der kleine Mann sehr an mir. Schlafen geht nicht ohne. Schnuller und Flasche nimmt er auch nicht. Habe ihm pre Milch angeboten, 1er Milch und sogar Hafer Milch. Er zieht zwei drei mal und dann spielt er mir der Flasche. Solangsam weiß ich nicht mehr weiter. Ich bin echt am ende. Haben Sie da vielleicht einen Rat für mich?! Lg S.Surzyn

von S.Surzyn am 13.01.2015, 21:26 Uhr

 

Antwort:

9 Monate altes Baby verweigert Brei & feste Nahrung normal?

Liebe Frau Surzyn,

ich kann Sie sehr gut verstehen. Als Mama hat man ein ganz besonderes Augenmerk darauf, dass das Kind gesund isst.

Gut zu wissen ist, dass es schon mal mit dem Essen geklappt hat. Es steckt also kein gesundheitlicher Grund dahinter. Darauf können wir aufbauen.

Sicherlich ist es nicht „ideal“, wenn Kinder in diesem Alter noch hauptsächlich mit Milch ernährt werden. Hier spielt nicht nur die Nährstoffversorgung eine Rolle, auch andere Entwicklungsmöglichkeiten wie beispielsweise die Sprachentwicklung, die durch das Kauen fester Kost gefördert wird, können zu kurz kommen.

Wenn Kinder so vehement die Beikost verweigern, ist erfahrungsgemäß „irgendetwas“ vorgefallen. Das Essen war zu heiß oder zu kalt, Ihr Sohn hat sich verschluckt, neuer Geschmack, Lärm, Druck…. Oder er hat sich erschrocken. Oder Ihr Kleiner verknüpft sein Zahnweh von damals mit dem Essen und nur die Muttermilch gibt ihm die benötigte Sicherheit.

Es kann helfen Teller und Löffel (andere Farbe) zu wechseln und so eine unbelastete Situation zu schaffen. Bieten Sie eine "neue Atmosphäre": anderer Essplatz, ruhige Esssituation, keine Ablenkungen, kein Stress. Eine ganz andere (Körper)Haltung beim Füttern, vielleicht sogar von einer anderen Person als Mama, kann oft für Entspannung sorgen.

Ganz wichtig: Vieles hängt mit Ihrer eigenen Einstellung zusammen. Denken Sie nicht mehr so an vergangene Esssituationen zurück. Ändern Sie Ihre eigene Haltung. Versuchen Sie Freude beim Essen zu vermitteln. Das überträgt sich auf Ihren kleinen Schatz.

Haben Sie sich schon mal konsequent den Hunger zum Gehilfen gemacht? Dazu altersgerechte Kost anbieten und abwarten. Ziehen Sie Mahlzeiten aber nicht in die Länge. Nach etwa 30 Minuten sollte das Essen beendet sein, egal ob aufgegessen oder nicht. Dann ist wieder Spielzeit etc.

Mag Ihr Kleiner nichts oder nur wenig essen, auch keine Milch anbieten! Mehr gibt’s dann nicht. Das ist nicht so schlimm. Einfach dann keine große Sache daraus machen und zur üblichen Tagesordnung übergehen und bis zur nächsten Mahlzeit nichts füttern! Probieren Sie es doch mal bei einer Mahlzeit wie z.B. dem Mittagessen aus und lassen Sie sich nicht zu schnell rumkriegen, wenn er meckert und protestiert.
Haben Sie keine Angst, dass Sie was falsch machen, oder dass Ihr Kleiner gar verhungern könnte. Das wird nicht passieren! Aber der Hunger wird helfen, dass er was isst. Ihr Sohn ist da viel zu schlau, er wird das nehmen was er braucht. Das ist ganz wichtig, dass Sie das verinnerlichen!!!

Ich nehme an, Sie haben diesen Satz schon hundertmal gehört. Und dennoch, es ist so: Ein gesundes Kind verhungert nicht vor einem vollen Teller.

Probieren Sie ruhig auch schon mit dem Produkte ab dem 8.und ab dem 10. Monat mit Stückchen und nicht mehr nur die passierten Gläschen nach dem 4. Monat. Vielleicht klappt das besser.

Machen Sie auch mit dem Fingerfood weiter. Reife, weiche Obststücke oder Gemüsestücke, die Sie etwas dünsten, laden zum Zulangen ein. Auch Kartoffeln und Nudeln eignen sich hier. Oder mal einige Häppchen Brot.

Achten Sie darauf, dass Ihr Söhnchen nicht zu übermüdet ist oder gar aus dem Spiel herausgerissen wird. Dann haben Kinder oft keine Lust oder auch Energie sich konzentriert beim Essen zu verhalten.

Essen Sie so oft wie möglich zusammen am Tisch mit Ihrem Söhnchen. Essen Sie auch selbst mit Genuss. Sie sind das Vorbild, er wird Sie in allem nachahmen. Leben Sie ihm vor, wie es geht. Dann wird Ihr Kleiner das bestimmt über kurz oder lang so übernehmen.

Erwarten Sie aber nicht zu viel von sich selbst und Ihrem Jungen. Veränderung brauchen Zeit. Vieles hat sich schon sehr eingebürgert und wird nicht gleich von heute auf morgen umsetzbar sein. Aber mit mütterlicher Geduld und Konsequenz schaffen Sie hier bestimmt das Essverhalten so zu lenken, wie sie es gerne hätten. Kleine Rückschritte sollten Sie dabei nicht kümmern.

Da es sich hier weniger ums Essen dreht als vielmehr um Erziehung und Verhalten, empfehle ich Ihnen Ihre Situation auch einmal im Nachbarforum bei Frau Sylvia Ubbens zu beschreiben.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kleinen, dass sich die Situation bald entspannt, Annelie Last

PS: Seien Sie unbesorgt, bezüglich der Eingewöhnung in der Krippe, oft lernen Kinder auch in der Gemeinschaft das Essen leichter. Wenn Ihr Söhnchen sieht, dass alle Kinder gemeinsam im Kindergarten eine Vielfalt an Lebensmitteln zu sich nehmen, wird er sich früher oder später auch dafür interessieren.

von Annelie Last am 15.01.2015

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