Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

Kindergastroenterologe an der Universitätskinderklinik Rostock

Nach seinem Studium der Humanmedizin erhielt Professor Dr. med. Michael Radke seine Facharzt­ausbildung in der Universitäts­kinderklinik Rostock und arbeitete dort als Oberarzt mit den Spezial­gebieten Pädiatrische Gastro­enterologie und Ernährungs­störungen bei Kindern. Seit Januar 2021 ist er an der Universitätskinderklinik Rostock als Spezialist für Kindergastroenterologie und Ernährungsstörungen tätig.

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Prof. Dr. med. Michael Radke

Chronische Verstopfungen

Antwort von Prof. Dr. med. Michael Radke

Frage:

Sehr geehrtes Team,

Mein Kind 15 Monate leider unter chronischen Verstopfungen.
Egal was ich mache und versuche (Lenkung Ernährung z.b. mit Birne und Apfel) sind fehlgeschlagen. Er ist sehr sehr hart und es kommen nur kleine Kügelchen raus oder mit meiner Hilfe eine sehr große harte Kugel.

Der Kinderarzt hat Laxbene verschrieben. Jedoch verträgt sie diese aufgrund der Neurodermitis nicht. Vermutlich wegen dem Erdbeergeschmack?

Ich weiß langsam nicht mehr was ich tun soll. Am liebsten würde ich komplett wieder auf Flaschennahrung zurück gehen und mit Beikost nochmal von vorn beginnen.

Sie bekommt morgens Hirseflocken mit etwas Obst, mittags Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei, nachmittags Obst und mal Hirsekringel, Reiswaffel, abends reisflocken mit Pre.

Nachts 1-3 Flaschen Pre mit je 130 ml.

Unverträglichkeiten: Kuhmilch, Weizen, Dinkel, Hafer, Erdbeere, Himbeere, Pfirsich,

Ich weiß langsam nicht mehr was ich tun soll.

Liebe Grüße Anni

von A.n.ni am 07.01.2020, 01:13 Uhr

 
 

Antwort auf:

Chronische Verstopfungen

Dazu folgendes:
1. Laxbene war eine richtige Entscheidung. Wenn es mit dem Erdbeergeschmack nicht geht, lassen Sie sich ein anders Präparat (geschamacksneutral) verschreiben. Ihr Kinderarzt kann das ohne Probleme tun. Geben Sie jeden Tag den Stuhlweichmacher
2. Eine Zöliakie sollte der Kinderarzt durch Bluttest ausschließen, falls noch nicht geschehen.
3. Daß Ihr Kind nachts noch Nahrung erhält, ist ungewöhnlich, zumindest nicht nötig. Verteilen Sie die Mahlzeiten auf den Tag.
4. Was heißt Unverträglichkeiten? Ist das durch Tests oder durch orale Provokation nachgewiesen, oder nur ein Gefühl? Bitten Sie Ihren Kinderarzt um eindeutige Klärung, ggf. durch einen Kinderallergologen oder Kindergastroenterologen (oraler Provokationstest).

von Prof. Dr. med. Michael Radke am 08.01.2020

Antwort auf:

Chronische Verstopfungen

Hallo, ich bin zwar kein Arzt, aber meine Tochter hat auch immer wieder mal Verstopfung und was du auf jeden Fall tun musst ist die Ernährung umstellen!
Ab dem ersten Lebensjahr sollen die Kinder das normale Essen der Eltern mitessen, Brei ist dann wirklich nicht mehr nötig. Dieser ganze Getreidebrei stopft unglaublich! Was auch ganz schlimm stopft sind Reiswaffeln und Reißflocken, für die Ernährung ist das überhaupt nicht wichtig, kannst du einfach weg lassen und durch Fleisch oder Gemüse ersetzen.
An Obst hilft Apfel kaum (geriebener Apfel wird sogar bei Durchfall zum Stopfen empfohlen, ist kontraproduktiv). Viel besser: Birne oder Pflaume oder Trockenobst!
Die nächtlichen Mahlzeiten müssen in dem Alter auch überhaupt nicht mehr sein, der Darm muss auch mal eine Ruhephase haben.
Ansonsten ist viel Flüssigkeit sehr wichtig! Mit über 12 monaten sollen die Kinder Wasser trinken oder Tee, davon kannst du viel anbieten. Wenn sie das nicht nimmt: verdünnte pre milch. Das hat mir mein Kinderarzt damals geraten. Kuhmilch dürfen sie auch ab einem Jahr, liegt da wirklich eine Unverträglichkeit vor oder ist das nur eine Vermutung.
Das muss von Arzt richtig abgeklärt werden, das kann man selbst nicht beurteilen, auch nicht durch Beobachtung. Dem Kind Nahrungsmittel vorzuenthalten nur weil man vermutet sie werden nicht vertragen ist nicht gut.
Meine Tochter hat auch Neurodermitis, sie hat trotzdem immer alles bekommen, ohne Einschränkung.
Nur eben nicht so viel stopfendes, also auch möglichst nicht so viel Getreide, keine Reiswaffeln, keine Reisflocken und vorallem: Flüssigkeit (Tee, Wasser), nicht nur Milch. Es darf auch Saft mit ins Wasser wenn das dann eher akzeptiert wird.
Die hirsekringel, das ist auch so trockenes Zeug, würde ich auch weg lassen. Entweder nur obst oder wenn das nicht satt genug macht ein Vollkornprodukt dazu.
Bei dem Obst (wenn das aus dem Glas ist) würd ich immer drauf achten dass keine Banane enthalten ist! Die stopft auch sehr.
Und was auch super gut hilft und gibt es auch laktosefrei: Joghurt. Aber Naturjoghurt, keine fertigen Fruchtjoghurts, da ist zu viel Zucker drin. Einfach Naturjoghurt nehmen und Obstpüree unter rühren, schmeckt gut, meine Tochter hat das geliebt!
Alles Gute!

von Bagari am 02.03.2020

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