Beim stillen einschlafen

Dr. med. Daniela Dotzauer Frage an Dr. med. Daniela Dotzauer Ärztin, Integrative Eltern-Säuglings-/Kleinkind­beraterin

Guten Abend,  Mein Sohn 5 Monate alt, schläft nur an der Brust ein. Ich versuche schon ihn die Brust zu geben sobald ich merke er bekommt Hunger. Also selbst wenn er satt ist, benötigt er aber die Brust um sich in den Schlaf zu nuckeln. Tagsüber lässt er sich auch nicht ablegen, da muss ich mich stillend mit ihm ins Bett legen damit er dann ca. 40 min alleine schläft. Am Abend schläft er auch nur an der brust ein, da läßt er sich aber wenigstens in sein Bett legen. Er kommt dann ca. Nach 3 Stunden wieder um gestillt zu werden. Nachts muss ich ihn dann alle 2-3 Stunden stillen. Er trinkt aber immer nur kurz und schläft dann wieder weiter. Ich habe schon versucht ihn anderweitig zum schlafen zu bringen (kinderwagen, Schnuller, tragen uvm.) aber es hilft nur die Brust. Auch mein Mann ist verzweifelt, weil er den keinen nicht alleine betreuen kann, ohne Angst haben zu müssen dass er einen Ausraster bekommt, weil er nicht an die Brust kommt. Ist das den so normal für das Alter? Oder haben Sie andere Tipps? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. LG 

von V. P am 18.05.2022, 22:28



Antwort auf:

Beim stillen einschlafen

Guten Abend, Am einfachsten gelingt es das Stillen vom Einschlafen zu trennen am ersten Tagschlaf. Wenn er zum Beispielsweise um 7:00 Uhr aufwacht könnten sie ihn um 8:00 Uhr stillen und um 9:00 Uhr ist er dann satt und benötigt sein erstes Tagsschläfchen. Wichtig dazu ist, dass er ruhig, satt und friedlich ist, (Vorschlafruhe). Er kann dann senkrecht auf Ihrem Arm sein, friedlich genießen, Sie sind selber leise langsam und langweilig und versuchen Ihren ruhigen Affekt auf Ihr Kind zu übetragen. Er könnte sein Köpfchen bei Ihnen ablegen, und entspannen.Dann kommt er in die Horizontale Iund ich würde ihn dann in sein Bett legen. Im weiteren Verlauf natürlich immer einen Hauch früher/wacher, sodass er lernt: "ich werde bei den Eltern ruhig und komme dann ins Bett und der Schlaf kommt ganz schnell". Verweigert er dies und wehrt sich braucht es Ablenkung, vielleicht nochmal ins Helle gehen und ihn von seiner eigenen Verweigerungshaltung ablenken. sollte es nicht in einem sinnvollem Zeitraum gelingen (20-30 Min) würde ich die Trage benutzen oder wenn gar nichts geht dann halt doch stillen. Aber morgen probieren Sie es wieder, im Verlauf kann er lernen, dass Einschlafen auch ohne Nuckeln geht. Ich würde auch den Schnuller weiterhin probieren, in guten Situationen mit Wohlgefühl verbunden.  Anfänglich sollte die Mama diese neue Einschlafmethode probieren, aber der Vorteil ist, wenn Ihr Kind ein klein wenig von der neuen Einschlafsprache verstanden hat, kann das auch sehr gut beim Papa gelingen. Nachts würde ich möglichst große Intervalle anstreben und nicht prompt stillen, sondern es erst mit "Weiterschlafsprache" probieren. Hand auflegen, schschsch, Popo klopfen, schuckeln, umdrehen von der einen in die andere Seitenlage "biite wenden", Wenn das Einschlafen generell besser und ohne Brust geht, (am ersten Tagschlaf und auch Abends), wird das Weiterschlafen in der  Nacht erst ermöglicht. Das regelmäßige Aufwachen  hängt mit den Schlafphasenwechsel zusammen und es bewirkt nachts 2 stdl. Erwachen und tags das klassische Aufwachen nach 30 min. Also ja dieses Verhalten passt zu seinem Alter, aber er kann jederzeit was Neues lernen. mit Geduld und Langmut herzliche Grüße Daniela Dotzauer

von Dr. Dotzauer am 19.05.2022