Mitglied inaktiv
Hallo! Ich habe eine Cousine, sie ist erst 19 und hat vor drei Wochen ein Baby bekommen. Sie sagte, im KH hätten sie dem Kleinen gleich Schnuller und Flasche gegeben... Jedenfalls pumpt sie seit drei Wochen ab udn gibt ihrem Sohn die Milch mit dem Fläschchen. Ich weiß nciht genau, ob sie es mit dem Anlegen überhaupt noch versucht, sie sagt, ab und zu. Er würde sich mit aller Macht wegstemmen und schreien. Sie ist jetzt kurz davor, zu Flaschennahrung überzugehen, weil sie auf eine Dauerpumperei, wie sie sagt, keine Lust habe, und offensichtlich wolle ihr Kind eben nicht an die Brust. Soweit, soschlecht, ich würde ihr gerne einen Rat geben. Dazu müsste ich aber erst wissen, ob ein drei Wochen altes Kind, das von Anfang an die Flasche bekommen hat, nochmal an die Brust geht? Wie ist Deine Erfahrung? Sollte meine Cousine anfangen, Tag und Nacht das Anlegen zu trainieren (so wie ich es mit meiner Kleinen auch eine WOche lang habe tun müssen, bei mir hat ebenfalls die Klinik gleich am Anfang einiges vermasselt). Ich möchte natürlich gerne, dass sie stillt, auch damit sie unabhängiger ist, wenn sie schon so jung ein Kind hat. Vielen Dank für einen Rat!!! Liebe Grüße
Liebe Ulli, es ist möglich, das Baby an die Brust zu bekommen! Allerdings ist das keine leichte Aufgabe, sondern sehr arbeitsintensiv und erfordert viel Geduld und Durchhaltevermögen, sowohl von der Mutter als auch von dem Baby. Ein gesundes, voll ausgetragenes und gut gedeihendes Baby kann auf die folgende Art wieder an die Brust zurückgeführt werden: 1. Tag: Keine Flaschen, keine Brust An diesem Tag erhält das Baby seine Nahrung über eine alternative Fütterungsmethode (z.B. Pipette, Löffel, Becher, bei Hohlwarzen KEINE Fingerfütterung). Wenn eine Pipette oder ein Becher benutzt werden, sollte das Baby aufrecht auf dem Schoß gehalten werden, um ein Verschlucken und Einsaugen von Flüssigkeit in die Lunge zu vermeiden. 2. Tag: Keine Flaschen, die Brust wird nur zum Trösten angeboten Jetzt ist das Baby möglicherweise bereit, dicht an der nackten Brust der Mutter gehalten zu werden, während die Nahrung verabreicht wird. Die Mutter kann dem Baby die Brust nach jedem Füttern zum Trost anbieten, ebenso, wenn sie merkt, dass das Baby saugen möchte. Dreht es sich von der Brust weg, kann es „gebündelt" (mit rundem Rücken in eine Decke gewickelt) und beruhigt werden, bevor ihm die Brust wieder angeboten wird. Das Baby braucht möglicherweise noch einen weiteren Tag, bevor es bereit ist, auf die Brust überzugehen. Es sollte nicht gezwungen werden. Übergang zur Brust: Akzeptiert das Baby die Brust zur Beruhigung, kann die Mutter versuchen, es zu stillen und zwar eine halbe Stunde bevor es wahrscheinlich richtig hungrig ist. Zu diesem Zeitpunkt akzeptiert das Baby im allgemeinen das Stillen. Dieser „Plan" ist meist erfolgreich, doch es wäre auch hier gut, wenn deine Cousine auf die Unterstützung einer Stillberaterin vor Ort zurückgreifen könnte. Die nächsten Tage werden sicher nicht einfach für die beiden werden. Sie wird einiges an Geduld und Beharrlichkeit brauchen. Es wäre gut, wenn sie jemanden finden könnte, der sie in der Alltagsarbeit unterstützt. Elizabeth Hormann hat ein gut verständliches Buch zum Thema Relaktation geschrieben. Es heißt „Stillen eines Adoptivkindes und Relaktation“ (ISBN 3-932220-02-5) und enthält konkrete Anleitungen wie Mütter, die wieder mit dem Stillen beginnen möchten, vorgehen können, welche Hilfsmittel dafür notwendig sind, wie die Milchmenge gesteigert wird und viele weitere Informationen. Das Buch ist im Buchhandel, bei La Leche Liga Deutschland und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch hier im Still-Shop) erhältlich. Eine Rückführung an die Brust sollte möglichst von einer erfahrenen Stillberaterin begleitet werden. Wenn Du mir ihren Wohnort mit Postleitzahl angibst, schaue ich gerne nach, wo die nächstgelegene LLL-Stillberaterin wohnt. Ich wünsche deiner Cousine viel Erfolg. LLLiebe Grüße Biggi
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